Innstadt-Quartier (Passau)

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Das Areal der ehemaligen Innstadt Brauerei Passau.
Der alte Brauereiinnenhof kurz vor den ersten Abrissarbeiten im Sommer 2015.

Das sogenannte Innstadt-Quartier ist ein in Planung befindliches Bauprojekt in der Innstadt in Passau. An Stelle der einstigen Innstadt Brauerei Passau soll bis 2018 eine stadtteilverträgliche Wohnbebauung für rund 200 Menschen entstehen. Der Beginn des Bauvorhabens ist für 2016 angesetzt.

Geschichte

Entwicklung und Planung

Nach der Fusion der Innstadt Brauerei Passau mit der Brauerei Hacklberg zum 1. Januar 2014 und dem damit einhergehenden Umzug des Brauereibetriebs nach Hacklberg stand das Brauereigelände in der Innstadt leer. In der Folge wurde im Herbst 2014 die „Innstadt Brauhaus Projekt GmbH & Co. KG“ gegründet, um das rund 16.000 Quadratmeter große Areal zu entwickeln. Als Investoren agieren dabei der bisherige Grundstückseigentümer, die Innstadt AG und deren Muttergesellschaft Ottakringer Brauerei, sowie die Kapfinger Vermögensverwaltung (KVV). Erste Pläne für das Projekt wurden im Januar 2015 vorgestellt und sahen unter anderem mehrere Wohnkomplexe und eine Tiefgarage vor; denkmalgeschützte Gebäude wie der Sommerkeller sollten vor Eingriffen geschützt werden.

Zur konkreten Planung des auf rund 22 Millionen Euro veranschlagten Bauvorhabens zwischen Kapuzinerstraße und Innstadtkellerweg hatten die Bauherren noch im Spätherbst 2014 einen Workshop ausgeschrieben, an dem sich sechs internationale Städteplaner und Architekten-Büros beteiligten. Dabei konnte der Berliner Städteplaner Prof. Ralf Pasel sowohl die Investoren, als auch den Gestaltungsbeirat und das Landesamt für Denkmalpflege überzeugen. Seine Ideen wurden erstmals Ende April 2015 der Öffentlichkeit vorgestellt. Pasels Konzept sieht unter anderem einen größeren in sich verschachtelten Wohn-Komplex mit drei Gartenhöfen und fünf schlanke in den unteren Hangbereich eingelassene Wohnhäuser vor. Die alte Abfüllanlage an der Kapuzinerstraße soll erhalten, umgenutzt und aufgestockt werden. Der bisherige Parkplatz davor dient unter anderem als Zufahrt für eine Tiefgarage und könnte zwischen verbleibenden oberirdischen Parkplätzen begrünt und mit Wasserelementen angereichert werden. Der über dem Bauvorhaben liegende Sommerkeller wird aufwändig saniert. Zwischen all den einzeln stehenden Bauten soll viel Grün dominieren. Neben dem Mühltalbach soll unter neugepflanzten Bäumen ein kleiner Biergarten entstehen. 200 Menschen sollen hier wohnen, dazu kommen Dienstleistung und kleinteiliges Gewerbe.

Am 16. Juni 2015 beschloss der Stadtentwicklungsausschuss des Passauer Stadtrats den Bebauungsplan mit 11:2 Stimmen gegen die ÖDP. Akzeptiert worden war das mit viel Grün durchsetzte Projekt zuvor auch im mitbeteiligten Passauer Gestaltungsbeirat, dem Landesamt für Denkmalpflege und beim Forum Passau sowie auch bei Bürgern und Nachbarn.

Beim Teilabriss für archäologische Grabungen.

Archäologische Grabungen

In der dritten Juliwoche 2015 erfolgte der Teilabriss einer Rampe und des Dachs an der Fassabfüllanlage. Diese dienten jedoch nur dazu, Platz zu schaffen für archäologische Arbeiten. Auf dem Areal wurde zunächst ein Grabungsfeld von rund 200 Quadratmetern ermöglicht, um den Boden in diesem römerzeit-bedeutenden Umfeld zu untersuchen. Weitere Grabungen auf dem Areal nahe Mariahilf und dem Sommerkeller, wo einst ein Kapuzinerkloster stand, waren zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschlossen.

Die eigentlichen, auf sechs Wochen veranschlagten Abrissarbeiten werden voraussichtlich im Oktober oder November 2015 durchgeführt. Zuvor sollen die in dem alten Industriegebäude verbauten Gefahr- und Schadstoffe – wie etwa Teerkork oder Asbestmaterial – ausgebaut und fachgerecht entsorgt werden. Der eigentlich Baubeginn erfolgt dann voraussichtlich im Frühjahr 2016.

Einzelbausteine

Das geplante Innstadt-Quartier im Modell.

Die wichtigsten Einzelbausteine und bis dato angedachten Vorhaben auf dem rund 16.000 Quadratmeter umfassenden Areal sind nach Stand April 2015 wie folgt:

  • „3-Garten-Höfe“: Ein verschachtelter Komplex am Rand des Kapuzinerplatzes und entlang der Kapuzinerstraße soll 40 bis 45 Wohnungen (vor allem zwischen 65 und 95 Quadratmeter) und unterschiedliche Terrassenebenen im Inneren beinhalten. Das mit mehreren Durchgängen und drei großen Grünflächen und Baumbereichen durchsetzte Gebäude wird das größte Vorhaben auf dem Areal sein. In dem Komplex sollen auch „quartiersbezogene“ Arztpraxen und der ein oder andere Dienstleister (u.a. Friseur, Software) einziehen. Der Komplex soll auch am Rande des Kapuzinerplatze, der erweitert werden soll, der Eingangsbereich für das ganze Innstadt-Quartier werden.
  • Abfüllanlage: Das Gebäude der einstigen Abfüllanlage soll erhalten und massiv saniert werden, um darin „gemischte Nutzung“ zu ermöglichen (Wohnen und kleinteiliges Gewerbe wie Metzger, Bäcker etc.). Zudem soll das viergeschossige Gebäude um eine Etage erhöht werden und ganz oben Lofts mit Blick auf die Stadtkulisse beherbergen. Die Nachbarbauten sollen abgerissen werden, so dass das Gebäude künftig als „Solitär“ dasteht. Über den bisherigen Vorhof soll die Einfahrt für eine Tiefgarage, die bis zu 170 Autos Platz bietet, erfolgen. Oberirdisch sollen ebenfalls einige Parkplätze geschaffen werden.
  • Gasthaus Innbraeu: Das Lokal bleibt dauerhaft erhalten und soll in naher Zukunft um einen weiteren Biergarten im Hintergrund entlang des Mühltalbachs angereichert werden. Dafür werden zwei Gebäude an der bisherigen Abfüllanlage abgerissen und die freie Fläche danach begrünt und mit Bäumen bepflanzt.
  • „5 Häuser im Hang“: Unterhalb des Innstadtkellerwegs sind fünf Neubauten geplant, in denen jeweils sechs Wohneinheiten vorgesehen sind. Die schmale Front der länglichen 3- und 4-geschossigen Bauten blickt zur Donau-Seite.
  • Sommerkeller: Der denkmalgeschützte Sommerkeller (Innstadtkellerweg 11) soll für rund 3,2 Millionen Euro aufwändig generalsaniert werden. In dem Gebäude sollen vier Wohnungen erhalten werden und der rund 300 qm große Saal eventuell neue Mieter aus dem Bereich Architektur, Werbeagentur oder kreativen Branchen erhalten. Eine gastronomische Nutzung oder einen Biergartenbetrieb wurde ausgeschlossen. Der Garten neben dem Glaspalast soll auf Dauer unbebaut bleiben.
  • Innstadtkellerweg: Das derzeit unbewohnte Haus Nr. 19 inmitten eines verwachsenen Gartens wird saniert, das Haus Nr. 13 soll ein neues Dach erhalten. Die Verbindung vom Neutorgraben hinauf in Richtung Sommerkeller soll nicht als Erschließungsroute für das Projekt dienen.

Im Zuge des Projekts sollen auch Elemente des früheren Kapuzinerklosters in der Innstadt, darunter die alten Klostermauern, modern rekonstruiert werden.

Siehe auch

Literatur

Weitere Berichterstattung der PNP