Innstadt

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Karte
Lage der Innstadt
Basisdaten
Fläche: 508,9 ha
Einwohner: 4.806 (Stand: 31. Dez. 2011)
Einwohner pro km²:  ?
Blick auf die sich im Inn spiegelnde Innstadt.

Die Innstadt ist ein Stadtteil der Kreisfreien Stadt Passau und zugleich das einzige bayerische Gebiet auf dem rechten Ufer des Inns ab dessen Zusammenfluss mit der Salzach. Nach Norden hin wird sie als Stadtteil von ihrem Namensgeber, dem Inn, begrenzt, in die anderen Richtungen von der Stadtgrenze. Als einziger Stadtteil Passaus liegt die Innstadt rechts des Inns, der ansonsten die Grenze zu Österreich darstellt. Mit den anderen Stadtteilen ist sie über die Marienbrücke, den Innsteg und die Kaiserin-Elisabeth-Brücke verbunden. Es gibt außerdem noch die für den Schienenverkehr gebaute, aber schon seit längerem aufgelassene Kräutlsteinbrücke.

Geschichte

Frühe Siedlungsgeschichte

Der ursprüngliche Siedlungskern wurde um das Jahr 270 n. Chr. von den Römern errichtet. Sie bauten das Kastell Boiotro in den Bereich der heutigen Lederergasse. Das Kastell wurde erst beim Ausheben zum Bau eines Kindergartens in den Jahren 1974/75 wiederentdeckt.

Ab 450 n. Chr. wirkte der heilige Severin in der Innstadt. Er gründete in der Umgebung des Kastells eines der ersten Klöster in Bayern. Seit dem Mittelalter ist hier die spätantike Urkirche dem heiligen Severin geweiht. Als Severinskirche ist sie bis heute die Friedhofskirche für die Innstadt und für das frühere Beiderwies. Sowohl der Friedhof als auch die Kirche selbst zählen zu den ältesten kontinuierlich erhaltenen Begräbnis- und Kultorten des deutschen Kulturraumes.

Als Vorort Passaus

Die Geschichte der Innstadt als Passauer Vorstadtsiedlung begann schließlich 1143. Als Reaktion auf die in Folge der Kreuzzüge stark zunehmenden Pilgerströme längs der Donau ordnete Bischof Reginbert den Bau einer ersten Innbrücke an. An deren südlichem Brückenkopf entstand schon wenig später ein Pilgerhospiz. Um 1160 wird in der Rosenau dann die ehemalige Pfarrkirche St. Egid mit einem Leprosenhaus gegründet. Dieses Leprosenhaus mit angeschlossenem Spital war eine der ältesten sozialen Einrichtungen der Stadt.

Mit dem Bau der Brücke nahm dann allmählich auch der Verkehr zu und mit ihm wuchs die Siedlung, die noch lange nur als „dorff enthalben der Innbruck“ bekannt war. Noch 1651 wird ein Bürger nicht etwa als „Innstädter“, sondern als „vor Yhnepruckhen zu Passau“ wohnend angeführt.

Nach und nach wurden unliebsame (weil mit Lärm, Gestank und Brandgefahr verbundene) Betriebe bzw. Risikoberufe aus der Altstadt hierher verlagert. So siedelten sich Schmiede, Lederer und Rotgerber in dem Gebiet der heutigen Schmiedgasse, der Lederergasse und der Löwengrube an. Spätestens im 15. Jahrhundert war die Innstadt damit zu einem blühenden Gewerbezentrum geworden.

Im Jahr 1301 wurde die Spitalkirche St. Gertraud am heutigen Kirchenplatz gebaut. Die Befestigungsanlagen, zu denen auch das Severinstor oder der Peichterturm gehörten, wurden 1408 bis 1414 errichtet. Im Schutz dieser Ringmauer entfalteten sich hier in der Folgezeit die verschiedensten Gewerbe zu schönster Blüte. 1610 wurde das Kapuzinerkloster und in den Jahren 1624 bis 1627 die Wallfahrtskirche Mariahilf errichtet. Letzteres ist bis heute ein wichtiger Anziehungspunkt für Touristen.

Am 27. April 1662 wurde ein großer Teil der Gebäude durch den Stadtbrand von 1662 vernichtet, der über die Innbrücke in die Innstadt gelangte. Sowohl Mariahilf als auch St. Gertraud konnten nicht vor den Flammen geschützt werden.

Heutiges Stadtbild und Eingemeindung

Die heutige Prägung erhielt die Innstadt erst nach dem Stadtbrand von 1809, der wahrscheinlich von französischen Besatzungssoldaten gelegt worden ist. Der weitaus größte Teil des heutigen Stadtteils Innstadt gehörte nach der Gemeindebildung 1816 nicht zu Passau, sondern zur Gemeinde Beiderwies, die wie ein breiter Gürtel die eigentliche Innstadt umfasste. Schon 1818 wurde jedoch das Mühltal daraus herausgelöst und in die Stadt Passau eingemeindet.

1840 bis 1846 wurde mit der Marienbrücke die erste auf Steinpfeilern ruhende Innbrücke installiert und 1859 die Eisenbahnbrücke. Erst am 1. Juli 1923 wurde die verbliebene Gemeinde Beiderwies in die Stadt Passau eingegliedert, womit der Stadtteil Innstadt seine jetzige Ausdehnung erhielt.

Der städtische Generalverkehrsplan der 1970er Jahre sah eine Verbreiterung der Kapuzinerstraße sowie den Bau einer Umgehungsstraße und einer neuen Innbrücke vor, scheiterte damit aber am Widerstand einer 1975 gegründeten Bürgerinitiative. Heute ist die Innstadt mit ihrer hohen Kneipendichte, die nur mit ihrer historischen Verkehrsbedeutung zu erklären ist, und der alljährlichen Kneipentour besonders bei Studierenden und bei jungen Passauern sehr beliebt.

Nach der Fusion der Innstadt Brauerei Passau mit der Brauerei Hacklberg zum 1. Januar 2014 und dem damit einhergehenden Umzug des Brauereibetriebs nach Hacklberg stand das Brauereigelände in der Innstadt leer. In der Folge soll hier das neue Innstadt-Quartier entstehen.

Sehenswürdigkeiten

Blick auf die Innstadt Brauerei und das Kloster Mariahilf.

Größte Sehenswürdigkeit sowie – neben der Innstadt-Brauerei – auch das Wahrzeichen der Innstadt ist die Kloster- und Wallfahrtskirche Mariahilf mit dem berühmten Gnadenbild Mariahilf ob Passau. Der Aufstieg zum Kloser erfolgt traditioneller Weise über die Wallfahrts-Stiege Mariahilf mit ihren 321 Stufen, es gibt aber noch eine Reihe anderer (Wander-) Wege sowie eine Autostraße auf den Berg.

Der städtische Innstadtfriedhof mit Helden-, Hoch-, Severins- und Waldfriedhof zählt wohl zu den schönsten Friedhöfen Süddeutschlands. Hier haben zahlreiche berühmte Persönlichkeiten der Stadt ihre letzte Ruhe gefunden, darunter Alphons Adolph, Emil Brichta, Max Matheis, Franz Stockbauer und Max Tremmel. Neben dem Ehrenmal der Stadt Passau beherbergt der Friedhof auch die Domherrengruft.

Inmitten des kirchlichen Severinsfriedhofs befindet sich mit der Kirche St. Severin die älteste im Mauerwerk erhaltene Kirche der Stadt, die vermutlich der Heilige Severin selbst hat errichten lassen. Nur wenige Meter davon entfernt liegt das RömerMuseum Kastell Boiotro, das auf den Fundamenten des spätrömischen Kastells Boiotro steht. Reste der Militärbefestigung sind im Freigelände des Museums zu besichtigen. Sehenswert ist auch die umliegende, alte Innstadt-Befestigung, deren beeindruckendste erhaltene Teile das Severinstor und der Peichterturm sind.

Zum Verweilen lädt auch der Kirchenplatz mit der Kirche St. Gertraud und dem Kuchlerhaus ein. Unweit davon führt idyller ein Geh- und Radweg direkt den Inn entlang.

Gliederung

Ortsteile

Übersicht Ortsteile
Lage des Ortsteils Innstadt

Der Ortsteil Innstadt liegt zwischen dem früheren Beiderwies und der Rosenau. Als Ortsteil wird sie im Norden durch den Inn, im Osten durch den Mühltalbach, im Süden durch den Mariahilfberg und im Westen durch den Beiderwiesbach begrenzt. Daneben gibt es noch folgende Ortsteile:

Straßen

Bildung und Erziehung

Panoramaansicht der Innstadt vom gegenüberliegenden Innufer aus.

Vereine

Weitere Bilder

Siehe auch

Literatur

Weblinks


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