Ilzer Haferlfest

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Die Ilzer Perle 2008. (Foto: Geisler)
Die Ilzer Perle 2009 mit OB Jürgen Dupper. (Foto: Geisler)
Beim traditionellen Sautrogrennen. (Foto: Jäger)

Das Ilzer Haferlfest (oft auch nur Haferlfest) ist ein alljährlich im Juli stattfindendes Volksfest in der Passauer Ilzstadt, dem ehemaligen Fischer- und Schiffviertel. Es wurde 1887 unter dem ursprünglichen Namen „Hafenfest“ von Anton Niederleuthner und Ferdinand Wagner ins Leben gerufen. Anlässlich des Haferlfests wird jährlich auch die „Ilzer Perle“ gekürt. Der Name des Festes ist auf die tönerne Bierkrüge, die sogenannten „Haferl“ (früher „Hafen“) zurückzuführen, die einst als Eintrittsmarken für das Fest dienten.

Geschichte

Anfänge: Das „Ilzer Hafenfest“

Das ursprünglche Ilzer Hafenfest wurde erstmals im Jahr 1887 auf eine Initiative des Passauer Landrichters Anton Niederleuthner sowie des Kunstmalers Ferdinand Wagner gefeiert. Den Anstoß dazu bildete das Motto „Triumph des Essens und Trinkens“. Unterbrochen wurde die lange Tradition des Hafenfests einzig von den beiden Weltkriegen. Zwischen 1937 und 1939 wurde es von August Schmidt wieder organisiert, während des Zweiten Weltkriegs und in den Nachkriegsjahren ging es jedoch erneut unter. Ab 1950 wurde das Fest schließlich nochmals von August Schmidt und den Bürgern der Ilzstadt wiederbelebt – und ab diesem Zeitpunkt dann auch jährlich organisiert.

Neuausrichtung und Kontinuität

Anfang der 1960er Jahre machte die Hochwassersanierung der Ilzstadt ein Austragen des Haferlfests unmöglich. Man musste dadurch bis 1979 zwangspausieren. Erst dann übernahmen die Ilzer Vereine sowie ehrenamtliche Helfer als „Haferlfest-Komitee“ die Organisation des Festes und richteten noch im gleichen Jahr das erste „moderne“ Haferlfest aus. Von 1979 bis 2010 fanden die Haferlfeste dann ununterbrochen jedes Jahr statt. Im Jahr 2010 entfiel das Haferlfest dann zum ersten Mal seit 31 Jahren, offiziell weil Macher und Sponsoren um den neuen Fest-Organisator Markus Rohmann neue Ideen erarbeiten wollten. Mit ein Grund für den Ausfall dürften aber auch die finanziellen Schwierigkeiten der vergangenen Jahre gewesen sein: Angeblich soll es im Jahre 2008 rund 2.000 Euro, im 2009 sogar 8.000 Euro Minus gegeben haben. Anstelle des Haferlfestes gab es 2010 das „Ilzer Haferl ohne Fest“.

Nachdem 2011 und 2012 dann wieder ein Haferlfest stattfand, wurde es 2013 in Folge des verheerenden Hochwassers erneut abgesagt. Danach war im Gespräch, stattdessen ein „Helferfest“ auf die Beine zu stellen, letztlich verzichtete man allerdings ganz auf ein Fest. Das 34. Haferlfest fand dann erst 2014 statt, dafür dauerte es erstmals vier Tage.

Ausrichtung und Organisation

Während des Haferlfests wird ein Teilstück der Bundesstraße 388 zwischen der Ilzbrücke und dem Ortsausgang entlang der Ilz und Donau gesperrt. Auf diesem Teilstück werden Biergarnituren, Verkäufsstände und Bühnen für Musikgruppen aufgebaut. Täglich sorgen Blasmusik und teils auch Livebands für die musikalische Unterhaltung der rund 6.000 bis 7.000 Gäste. Für Kinder wird ein Kasperltheater angeboten. Traditionelle Spiele sind sowohl das Sautrog- und Zillenrennen, als auch das Fischerstechen. Den Höhepunkt des Festes bilden das imposante Feuerwerk über der Ilzmündung und der Lichterkorso der bunt beleuchteten Boote und Schiffe. Das Programm wird mit den Einnahmen aus dem Bierverkauf finanziert. 40 bis 50 Ehrenamtliche von fünf Ilzer Vereinen sind im Einsatz, dazu Bedienungen, Schankkellner und Spüler. Rund 30.000 Euro kostet das Fest, davon stets rund 5.000 Euro das Feuerwerk.

Bis heute ist es Tradition, dass die Ilzer Perle am ersten Tag des Haferlfestes einen Festzug anführt, der vom Rathausplatz zum Festplatz führt, sowie den Passauer Oberbürgermeister als Schirmherrn des Ilzer Haferlfestes vom Rathaus abholt und per Schiff in die Ilzstadt geleitet. Danach wird das Fest durch die Ilzer Perle und den Oberbürgermeister eröffnet.

Die traditionellen Haferln, die es zu jedem Haferlfest gibt, sind aus Keramik und werden seit 1979 von der Werkstätte Goderbauer bei Landshut hergestellt. Sie sind limitiert und in zwei Größen für fünf bzw. für zehn Euro zu erstehen.

Übersicht

Siehe auch

Literatur

Weitere Berichterstattung der PNP

Weblinks