Horst Stiepani

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Horst Stiepani ist ein guter Erzähler. (Foto: Josef Lang, 2018)

Horst Stiepani (* 4. Dezember 1935 in Franzensthal im Böhmerwald) ist ein deutscher Lehrer, Schriftsteller und Heimatforscher. Er lebt und arbeitet in Germannsdorf bei Hauzenberg.

Leben und Wirken

Ausbildung und Beruf

1946 ist der junge Böhmerwäldler Horst Stiepani der Vertreibung aus Tschechien zuvorgekommen, indem er aus eigenen Stücken in den Bayerischen Wald wechselte, wo sein Vater Heinrich Stiepani als entlassener Soldat bereits Unterkunft gefunden hatte. Der Vater hat als Volksschullehrer gearbeitet, unter anderem in Franzenthal (1-klassig) und Wallern im Böhmerwald, später Schulleiter in Heindlschlag und Straßkirchen bei Passau. Er vermittelte dem Sohn das Bildungsethos, welches die Böhmerwäldler pflegten.

1947 bis 1951 besuchte Stiepani das Humanistische Gymnasium in Passau. Dann absolvierte er eine landwirtschaftliche Lehre, zunächst in Unterseilberg, dann in Hartham bei Mittich (bei Franz Gerauer). 1954 legte er die Prüfung zum Landwirtschaftlichen Gehilfen ab. An der Höheren landwirtschaftlichen Lehranstalt in Landsberg am Lech, anschließend am Staatsinstitut für landwirtschaftlichen Unterricht in München München schloss er mit dem Agr.-Ing. (grad) ab und erwarb die Qualifikation zum landwirtschaftlichen Berufsschullehrer. Er ließ sich an der Pädagogischen Hochschule München-Pasing zum Volksschullehrer umschulen. 1983 wurde er von der Fachhochschule Weihenstephan nachdiplomiert zum Diplom-Ingenieur (FH).

Seine Volksschultätigkeit begann er 1960 an der Volksschule in Germannsdorf. Die berufliche Laufbahn beendete er als Hauptschulrektor in Thyrnau und Hauzenberg.

Ehrenamtliche Tätigkeit

Stiepani war 1980 bis 2010 Vorsitzender des Vereins der heimattreuen Böhmerwäldler e.V.. Er hat das Haus der Böhmerwäldler in Lackenhäuser betreut und dort die Kunstsammlung des Vereins aufgebaut. 1967 bis 1996 war er Stadtrat in der Stadt Hauzenberg.

Publikationen

  • 1997 Horst Stiepani und Dieter Raisch: Der Wallfahrtsort Maria Gojau nahe Krummau. In: Hoam!

Seit 1998 publiziert er einen Jahreskalender mit zwölf illustrierten Monatsblättern. Die meisten tragen den Titel „Schöne Waldheimat – Bayerischer Wald und Böhmerwald“. Zu den Abbildungen (meist Landschaftsgemälde) verfasst Stiepani Kurzporträts der Künstler. Neben bekannteren Personen wird an Künstler erinnert (manche im Hauptberuf Lehrer, alle aus dem Kreis der Heimatvertriebenen), deren Werkrezeption zeitgebunden blieb, u.a. Lothar Sperl [1] (1910–1987), Heinz Steidl (1911–1987), Hans Peterka (1904–1981), Hans Göger (1907–1979) und Wilhelm Fischer [2] (1894–1979).

Eingehender befasst hat sich Stiepani mit seinem Lehrerkollegen und Freund Walter Grössl:

  • Horst Stiepani (Illustration: Walter Grössl): Berge – Wälder – dunkle Wasser. Landschaft zwischen Osser und Dreisessel. Waldkirchen 2004 (2. Aufl.)
  • Horst Stiepani: Walter Grössl – Ein Meister in Holzschnitt, Holzstich, Kupferstich und Radierung. In: Passauer Kunst Blätter 63/1 (2019), S. 16–18[3]

Auszeichnungen

Literatur

  • Heinz Präuer: „Horst Stiepani. In. Böhmerwald-Lexikon. Waldkirchen 2007, S. 258
  • Rudi Demont: Seit über 20 Jahren publiziert Horst Stiepani seine Kalender. In: Waldwärts, Dezember 2017/Januar 2018, S. 4–5
  • Martin Ortmeier: Horst Stiepani und seine Bilder aus dem Waldgebirg. In: Passauer Kunst Blätter 62/2 (2018), S. 14–16
  • Manuela Lang: Aus Liebe zur Heimat, zur Kunst und Poesie. Horst Stiepani veröffentlicht seinen 25. Kalender ‚Schöne Waldheimat – Bilder aus dem Waldgebirge‘. In: Der Bayerwald. Zeitschrift des Bayerischen Wald-Vereins e.V., Heft 1, 2021, S. 11-13

Weblinks