Helmut Grotz

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Helmut Grotz. (Foto: Hackl)

Helmut Grotz (* 6. Oktober 1933 in Viechtach; † im Juni 2013) war ein Viechtacher Bäckermeister (Bäckerei Grotz) und Zweiter Bürgermeister. Der langjährige Vereinsvorsitzende des örtlichen Bayerischen Wald-Vereins galt als ein Viechtacher „Urgestein“.

Leben und Wirken

Helmut Grotz wurde am 6. Oktober 1933 in der Ringstraße geboren und das Elternhaus mit der Bäckerei ist zeitlebens sein Mittelpunkt gewesen und geblieben. Sein Großvater Josef Grotz hatte 1901 das „Ringbäckerhaus“ gekauft, sein Vater Max hat die Bäckerei vergrößert und 1962 übernahm Helmut Grotz den Betrieb. Dazwischen lag die Bäckerlehre in Straubing, die Meisterprüfung 1954 (damals jüngster Meister Bayerns) und die Heirat mit Anneliese Fritz im Jahre 1959. Zwei Töchter sind aus der Ehe hervorgegangen: Marie-Luise und Elisabeth. Auch mit 75 stand Helmut Grotz noch täglich in der Backstube oder ist auf Tour mit Brot und Backwaren. 32 Jahre war er Obermeister der Bäckerinnung und daneben zwölf Jahre stellvertretender Kreishandwerksmeister, was seinen Einsatz für das Handwerk und die Berufskollegen unterstreicht.

Das langjährige Engagement von Helmut Grotz im öffentlichen Leben war sehr vielfältig – so war er Mitglied in gleich 19 Vereinen. Schon in jungen Jahren trat er in die CSU ein, der er später zehn Jahre als Ortsvorsitzender vorstand. Nach der Eingemeindung von Blossersberg und Schlatzendorf im Jahre 1971 wurde Helmut Grotz erstmals in den Stadtrat gewählt, dem er dann ununterbrochen 31 Jahre lang (bis 2002) angehörte, davon drei Wahlperioden (von 1978 bis 1996) als Zweiter Bürgermeister. In seiner Zeit als Vorsitzender des Bauausschusses hat er eine örtliche Bausatzung erarbeitet, die dann 25 Jahre Gültigkeit hatte. Ein Ziel in der Politik blieb allerdings unerreicht: Als es 1990 um die Nachfolge von Bürgermeister Josef Niedermayer ging, unterlag Grotz bei der CSU-Nominierung denkbar knapp dem späteren Bürgermeister Hans Plötz.

Von den vielen Vereinen, in denen Grotz Führungsfunktionen inne hatte, ragt der Bayerische Wald-Verein heraus. Seit 1974 stand er ununterbrochen an der Spitze der Sektion Viechtach und hat diese zu einem bedeutenden Kulturträger entwickelt. Davon zeugen unzählige Ausstellungen über die Stadt- und Heimatgeschichte und mit einheimischen Künstlern sowie die Herausgabe zahlreicher Bücher und Schriften. Mehrere davon hat Helmut Grotz selbst verfasst, unter anderem über die Sühnekreuze und die Schratzlgänge. Aber auch die lange verbreitete, irrige Meinung, Viechtach habe einst zum Herrschaftsgebiet der Ortenburger gehört, hat der Autor Grotz aus der Welt geschafft; er hat nämlich nachgewiesen, dass von den Geschichtsschreibern Viechtach mit Oberviechtach verwechselt worden ist.

Weitere Ehrenämter, die das vielfältige Engagement des Jubilars dokumentieren: Gründungsmitglied des Vereins für Kultur- und Heimatpflege, zehn Jahre Vorsitzender des Wintersportvereins Viechtach, Schirmherr bei den Burgfestspielen in Neunußberg, Vorsitzender des Naturparkvereins im Altlandkreis Viechtach, 20 Jahre Richter am Finanzgericht München und als Sprachenkundler bis heute Mitarbeiter der bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Bis zuletzt war Grotz ein wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Lebens in Viechtach. Es gab kaum ein Gebiet, das ihn nicht interessierte und dementsprechend groß war sein Engagement, angefangen bei der Stadtpolitik über die Vereine, bis hin zur Heimat- und Ortsgeschichte, für die er wahrlich ein Experte war. Egal, aus welchem Jahrhundert man Daten, Namen und Details über die Viechtacher Geschichte wissen wollte – bei Helmut Grotz bekam man die richtige Antwort.

Auszeichnungen

Literatur