Heinz Kellermann

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Heinz Kellermann, links im Bild sein Geburtshaus in der Ilzstadt.

Heinz Kellermann (* 28. Oktober 1933 in der Ilzstadt) ist ein Passauer Heimatforscher und ehemaliger Sportler.

Schule, Beruf und Sport

Heinz Kellermann besuchte die Oberrealschule Passau, die er 1951 mit der mittleren Reife verließ. Danach war er zunächst bei den Stadtwerken tätig. 1956 trat er in den gehobenen Dienst der Bundeszollverwaltung ein. Im Jahre 1993 ging er als Zolloberamtsrat in Pension. Er war viele Jahre aktiver Schwimmer und Handballspieler. Von 1968 bis 1973 war er 3. Vorsitzender im Turnverein Passau

Kellermann widmet sich seit 1975 der Sportgeschichte, seit 1987 außerdem der Heimatgeschichte. Veröffentlicht wurden aus diesen Bereichen über 100 verschiedenste Beiträge, 48 Hefte und fünf Bücher.

Für seine Beiträge zur Erforschung der Heimatgeschichte wurde Kellermann am 11. März 2013 mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Die Auszeichnung und die Urkunde überreichte ihm Oberbürgermeister Jürgen Dupper bei einer Feierstunde im Kleinen Rathaussaal. Am 10. Mai 2013 erhielt Kellermann zudem die Bayerische Denkmalschutzmedaille aus den Händen des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Wolfgang Heubisch. Kellermann habe sich um die Vermittlung von Heimatgeschichte und ihrer Zeugnisse mit zahlreichen Publikationen verdient gemacht, so die Laudatio. Vor allen Dingen habe er darin die Historie vieler Gebäude in der Alt- und der Ilzstadt in Text und Bild dokumentiert. Seine Forschungsergebnisse unterstützen die Identifikation mit der Stadt und liefern darüber hinaus wichtige Informationen für die Denkmalpflege in Passau.

Kellermann ist seit 1988 Ehrenmitglied des Turnvereins Passau und seit 2000 Ehrenmitglied der Ilzer Wanderer und Radler. Von 1961 bis 1987 leitete er, mit kurzer Unterbrechung, die Faltboot-Abteilung des Turnvereins Passau2. Er ist außerdem Kassenprüfer der Freunde der Nibelungenstadt Passau und Mitglied des Vereins für Ostbairische Heimatforschung.

In den Jahren 2014 und 2015 lag der Schwerpunkt seiner Forschungsarbeit auf der Aufhellung der dunklen Tage Passaus, dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Ermordung zahlreicher russischer Gefangener in und um Passau recherchierte er ebenso wie die Bombardierung der Stadt in den letzten Kriegstagen und die „Übergabe“ Passaus an die Amerikaner. Das Ergebnis seiner Arbeit hat er in mehreren Publikationen veröffentlicht.

Publikationen (Auswahl)

  • Die Geschichte von Grubweg Passau 1999, Privatdruck
  • Die Geschichte der Ilzstadt. Passau 2002, ISBN 3-929350-55-6
  • Die Front erreichte im 2. Weltkrieg auch Passau. Passau 2005, ISBN 3-929350-79-1
  • Sport in Passau|Sport in Passau. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Passau 2006, ISBN 3-929350-71-8
  • Maurermeister, Baumeister und Architekten der Fürstbischöfe und des Domkapitels zu Passau zwischen 1650 und 1803. Passau 2010, ISBN 3-929350-82-3
  • Abgerissen, aber nicht vergessen. Passau 2014, ISBN 3-86328125-X
  • Das Schicksal von Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion am Ende des 2. Weltkriegs im Passauer Raum. Passau 2014, Privatdr.
  • Luftangriffe auf Passau und Ende des 2. Weltkriegs in Passau. Passau 2015, Privatdruck

Auszeichnungen

Literatur