Heindlschlag

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Blick auf Heindlschlag von der Ortschaft Grund aus

Heindlschlag ist ein Ortsteil der Gemeinde Jandelsbrunn im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau. Bis 1971 bildete Heindlschlag eine selbstständige Gemeinde.

Lage

Heindlschlag liegt im Bayerischen Wald etwa drei Kilometer südwestlich von Jandelsbrunn.

Geschichte

Heindlschlag gehörte zu einem vermutlich erst seit dem 13. Jahrhundert geschlossen besiedelten Bereich des Hochstifts Passau, der als die sieben künischen (königlichen) Dörfer bekannt ist. Am 15. November 1487 wurde das Amt Heindlschlag auf Wiederkauf von Bischof Friedrich Graf von Öttingen an Herzog Georg den Reichen verkauft. Durch den Landshuter Erbfolgekrieg von 1504 bis 1505 fiel es an die österreichische Herrschaft Rannariedl, bei der es nun beinahe dreihundert Jahre verblieb.

Die Fürstbischöfe duldeten den österreichischen Hoheitsbereich inmitten ihres Territoriums, obwohl damit große Probleme verbunden waren. Als der Rannariedlsche Amtmann eine in Heindlschlag gefasste Malefiz-Person (Übeltäter) 1609 unter Schergenbegleitung heimlich zur Kirchenzeit durch den hochstiftischen Markt Wegscheid nach Rannariedl führte, protestierte der Richter zu Wegscheid Urban Adam Trübenbacher gegen dieses Vorgehen.

Erst 1765 konnte Fürstbischof Leopold Ernst Graf von Firmian die sieben künischen Dörfer einschließlich Heindlschlag für Passau zurückerwerben. Nach der Auflösung des Hochstifts Passau 1803 und einer kurzen Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Salzburg wurde Heindlschlag 1805 bayerisch.

Der Steuerdistrikt Heindlschlag bildete die Grundlage der im Gefolge des Edikts von 1818 errichteten gleichnamigen Gemeinde. Heindlschlag gehörte zunächst zum Landgericht Wegscheid und kam mit der Schaffung der Bezirksämter zu dem am 25. Februar 1862 errichteten Landgericht Waldkirchen im Bezirksamt Wolfstein, aus dem 1938 der Landkreis Wolfstein hervorging. Am 28. März 1884 um ein Uhr frühmorgens brach in Heindlschlag im Reischlhaus ein Feuer aus, wobei die zwei Jahre zuvor gegründete Freiwillige Feuerwehr Heindlschlag zum ersten Male im Einsatz war.

Im Zuge der Gebietsreform wurde mit Wirkung vom 1. April 1971 die Gemeinde Heindlschlag aufgelöst und in die Gemeinde Jandelsbrunn eingegliedert. Der ehemals selbstständige Schulort wurde mit den Schulen in Jandelsbrunn und Hintereben dem großräumigen Volksschulverband Jandelsbrunn unterstellt.

Sehenswürdigkeiten

Bildung und Erziehung

  • Grundschule Heindlschlag der Volksschule Jandelsbrunn, Schule der Künischen Dörfer

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr Heindlschlag, gegründet am 6. Juni 1882
  • Gartenbauverein Heindlschlag

Persönlichkeiten

  • Hans Reischl, geboren am 6. Dezember 1939 in Heindlschlag, von 1977 bis 2004 Vorstandsvorsitzender des Rewe-Handelskonzerns

Literatur

  • Ludwig Veit: Passau. Das Hochstift. (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe I, Band XXXV). Bayerische Akademie der Wissenschaften, Kommission für Bayerische Landesgeschichte (Hrsg.), Laßleben, Kallmünz 1978, ISBN 3-7696-9896-7 (Digitalisat).

Weblinks