Hans Hösl

Aus RegioWiki Niederbayern
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hans Hösl mit Amtskette.
Hans Hösl. (Foto: Geisler)

Hans Hösl (* 21. März 1929 in Schalding rechts der Donau; † 19. Juni 2008 in Vilshofen an der Donau) war von 1984 bis 1990 Oberbürgermeister und von 1972 bis 1984 2. Bürgermeister der Stadt Passau. Er galt als „Urgestein der Passauer Kommunalpolitik“ (PNP) sowie als „Integrationsfigur in der CSU“ (Waschler); sein Name steht auf dem Ehrenmal der Stadt.

Leben und Wirken

Studium und Wirken als Lehrer

Nach dem Abitur am Gymnasium Leopoldinum studierte Hösl Pädagogik. Das Studium schloss er mit der Zusatzqualifikation ab, an der Förderschule zu unterrichten. Im Anschluss daran unterrichtete er von 1956 bis 1966 an der Sonderschule in Passau lern- und geistig behinderte Kinder. Von 1966 bis 1990 war Hösl schließlich als Berufspolitiker in Passau und Niederbayern tätig.

Politische Karriere

Hans Hösl war bereits seit seiner Jugend politisch engagiert. Seine eigentliche politische Karriere begann 1960 mit der Wahl zum Kreisvorsitzenden der Junge Union. Vier Jahre später wurde Hösl in den Heininger Gemeinderat und bereits zwei Jahre später zum hauptamtlichen 1. Bürgermeister gewählt. Dies blieb er bis zur Gebietsreform im Jahre 1972, als Heining nach Passau eingemeindet wurde. Dort übte Hösl fortan das Amt des 2. Bürgermeisters aus.

In Folge der Kommunalwahlen 1984 wurde Hans Hösl zum Nachfolger Emil Brichtas als Oberbürgermeister der Stadt Passau gewählt. Dies markierte den Höhepunkt seiner politischen Karriere. Hösl leitete die Stadt Passau bis 1990. In dieser Zeit war er als Obmann für den Regierungsbezirk Niederbayern auch Mitglied des bayerischen Städtetages. Die Abwahl als Oberbürgermeister bzw. die Wahl Willi Schmöllers bei den Kommunalwahlen 1990 traf ihn schwer. In die Ära Hösl fielen einige Großprojekte, wie etwa der Bau der Franz-Josef-Strauß-Brücke über die Donau, deren rascher Bau vor allem ihm zu verdanken ist.

Hans Hösl war von 1966 bis 1972 außerdem Kreisrat, zugleich von 1970 bis 1972 CSU-Fraktionsvorsitzender in eben diesem Gremium. Er war darüber hinaus Kreisvorsitzender der CSU Passau-Stadt von 1978 bis 1982.

Handeln und Wirken

In der Zeit als Bürgermeister der Gemeinde Heining wurden viele öffentliche Projekte von Hösl initiiert und gebaut. Darunter unter anderem die Erschließung von Baugebieten für 800 Wohnungseinheiten, der Bau einer Grund- und Mittelschule mit Turnhalle und Sportanlage, eine Schwimmhalle sowie ein Freibad. Die Kanalisationsmaßnahmen wurden fortgesetzt und die Wasserversorgung der Gemeinde grundlegend saniert. In dieser Zeit stieg die Einwohnerzahl Heinings von 5.200 auf 7.200 Einwohner an.

In seiner Zeit als 2. Bürgermeister und als Oberbürgermeister der Stadt Passau widmete er sich ebenfalls der Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere für Familien, Kinder und Senioren. So wurde durch die Wohnungsaufbau Passau GmbH günstiger Wohnraum geschaffen. In den insgesamt 18 Jahren Amtstätigkeit wurden Kindergärten, Kinderkrippen, Kinderhorte und Ferienkindergartenplätze gefördert und neu geschaffen. Die dringend notwendige Sanierung des Bürgerlichen Heiliggeist-Spitals wurde in Angriff genommen, die Wohnverhältnisse im Maierhofspital wurden verbessert.

Des weiteren wurden von Hans Hösl unter anderem folgende Projekte veranlasst und durchgeführt: die Sanierung und der Ausbau des Städtischen Krankenhauses, der Neubau der Berufsfachschule für Krankenpflege, die Altstadt-Sanierung, der Bau des neuen Rathauses, die Erweiterung der Strom-, Fernwärme-, Gas- und Wasserversorgung, der Bau des Klärwerks und der Ausbau des Kanalnetzes, der Neubau des Anni-Simmeth-Wohnheimes der Lebenshilfe Passau, die Sanierung des Stadttheaters sowie der Bau der drei Parkhäuser Schanzlbrücke, Donaupassage und Hängebrücke.

Ehrenamt und weitere Funktionen

Hans Hösl wurde 1970 in den Aufsichtsrat der VR-Bank Passau gewählt, dem er bis zu seiner Wahl als zum Oberbürgermeister im Jahr 1984 ohne Unterbrechung angehörte. Von 1984 bis 1990 war er Vorsitzender des Verwaltungsrats der Sparkasse Passau. Von 1972 bis 1990 war er Verbandsvorsitzender des Berufsschulverbandes Passau, zu dessen Gründungsvätern er gehörte. Von 1974 bis 2000 übte er darüber hinaus das Amt des Präsidenten der Lebenshilfe Passau aus. 1975 war er ebenfalls einer der Gründungsväter des ZAW Donau-Wald, als dessen Verbandsrat er auch lange Zeit tätig war.

1972 wurde er in die Lamplbruderschaft aufgenommen, in der er sich von 1992 bis 2006 auch als Beisitzer im Vorstand engagierte. Seit 1. Oktober 1976 war er Mitglied der Wanderfreunde Heining und seit 1978 auch der DLRG Passau. Bereits im Jahr 1984 wurde er mit der Ehrenmitgliedschaft des Geflügelzuchtvereins Passau ausgezeichnet. Von 1985 bis 1993 war er Vorsitzender des Kreisverbandes Passau des Bayerischen Roten Kreuzes. 1987 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft der Feuerwehr Haarschedl verliehen. Hösl war außerdem 20 Jahre lang förderndes Mitglied der Feuerwehr Passau sowie Gründungsmitglied des SV Schalding-Heining, der ihm am 4. Juli 1992 mit der Ehrenmitgliedschaft auszeichnete.

Hösl war Ehrenbandträger des Abiturienten- und Absolventenverbands Batavia sowie Cartell- und Bundesbruder in der K.D.St.V. Oeno-Danubia im CV zu Passau und im CV-Zirkel Inn-Donau zu Passau. Die CSU Passau-Heining, in der er fast 50 Jahre lang maßgeblich mitgewirkt hatte, ernannte ihn zu ihrem Ehrenvorsitzenden. Am 4. November 1993 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Passau ernannt.

Am Passauer Rathaus kündete Trauerflor an der Stadtfahne von der Nachricht seines Todes am 19. Juni 2008 im Alter von 79 Jahren. Hösl wurde am 24. Juni unter großer Anteilnahme der Bevölkerung im Friedhof Heining beerdigt. Die Grabreden hielten Gerhard Waschler für die CSU, Klaus Burke für die Lamplbruderschaft sowie Oberbürgermeister Jürgen Dupper für die Stadt und im Namen aller anderen Institutionen und Vereine, bei denen Hösl mitgewirkt hatte.

Auszeichnungen

Galerie

Literatur