Haarbach

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Haarbach
Das Wappen von Haarbach


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 380 m
Fläche: 47,71 km²
Einwohner: 2.577 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94542
Vorwahl: 08535
Kfz-Kennzeichen: PA
Website: www.gemeinde-haarbach.de
Erster Bürgermeister: Fritz Pflugbeil (CSU)

Haarbach ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Passau.

Die Pfarrkirche St. Martin

Lage

Haarbach liegt zwischen Bad Griesbach und Ortenburg in unmittelbarer Nähe des niederbayerischen Bäderdreiecks. Ortsteile sind Anleng, Berger, Bergham, Binderöd, Brunnwies, Churfürst, Dobl, Edt, Englöd, Eschlbach, Freiling, Freudenberg, Freudenheim, Grongörgen, Grub, Haarbach, Haarbacherloh, Haarbachfeld, Haasen, Hacken, Halmöd, Hausenberg, Hilloed, Hitzling, Hof, Hofstetten, Holzhäuser, Hötzenham, Kellberg, Kemauthen, Kleinthann, Klobach, Köpfstatt, Kreuzbach, Kroißen, Kronholz, Kronöd, Langdobl, Lerchen, Loh, Machham, Niederham, Nussertsham, Oberhörbach, Oberndorf, Oberthalham, Oberthambach, Oberuttlau, Rainding, Rauschöd, Riedertsham, Sachsenham, Schmalzöd, Schmelzenholzham, Schnellertsham, Unterhörbach, Unterthalham, Unterthambach, Unteruttlau, Wienertsham, Wolfakirchen und Zell.

Geschichte

In der Gemeinde Haarbach sind die ,,bach - Orte“ Thambach, Hörbach und Klobach wie die Bäche benannt, an denen sie sich befinden. Einen Haarbach gibt es aber im Wolfachgebiet nicht. Den Namen Haarbach, im Mittelalter ,,haropah, horapah“, später ,,Harbach“ geschrieben und im 19. Jahrhundert auf ,,Haarbach“ verhochdeutscht, brachte das edelfreie Geschlecht der Herren von Harbach aus ihrem Stammsitz Harbach im Harbachtal in der Grafschaft Geisenhausen mit, als sich, wahrscheinlich im 8. Jahrhundert, eine Linie im Mittelpunkt des Oberwolfachbeckens, im heutigen Haarbach sesshaft machte.

Seine erste urkundliche Erwähnung verdankt Haarbach dem Kloster Mondsee. Die betreffende Urkunde aus dem Jahre 820 sagt aus, dass der edelfreie Mann Perthelm von Haarbach seinen gesamten Besitz, den er im Ort Pocking hatte, dem Kloster Mondsee schenkte. Das Geschlecht der Herren von Harbach besaß in Niederbayern und Österreich viele Güter. Die Harbacher hatten 50 Huben im Bereich des Grafenwaldes inne, die ihnen als Lehen von den Grafen von Formbach übertragen worden waren. Auch nach dem Aussterben der Formbacher war das Lehen in den Händen der Edlen von Harbach geblieben. Diese 50 Güter waren für die Herrschaft Haarbach an der Wolfach ein zusätzlicher Besitz. Ihr Hauptbesitz waren die Hofmarken Harbach und Haidenburg. Zu Harbach gehörten 86 Huben und Sölen, zu Haidenburg, einschließlich der 69 des Marktes Aidenbach, 171.

Die in ,,Harbach an der Wolfach“ grundbar gewesenen Anwesen der Herrschaften Harbach und Haidenburg sind im Leuchtenberger Salbuch von 1390 überliefert. Das ,,Amte Harbach“ war Kraft eigenen Rechtes selbstständige (reichunmittelbare) Dynastie. Es war nach dem Erlöschen der Kamm als Inhaber der Grafschaft Hals (1375) durch Erbschaft mit der Grafschaft zur - mit eigenem Münzrecht ausgestatteten - Landgrafschaft Leuchtenberg gekommen. Im Jahre 1432 veräußerten Johann III. und Georg von Leuchtenberg die Herrschaften Haidenburg mit Haarbach an den Ritter Johann von Fraunberg. Der letzte Fraunberger starb 1508 auf Schloss Haidenburg. Da seine Söhne aus dritter Ehe noch unmündig waren, erbte sein Schwiegersohn Alban von Closen Haidenburg mit Haarbach. Alban von Closen war Hofmarschall Herzog Ludwigs, später herzöglicher Hauptmann im Burghausen und Landmarschall von Niederbayern.

Der Augustiner Collegialstift hat 1737 oder 1738 die Hofmarken Harbach und Schönhering (Schönerding) gekauft. Letztere wurde von Harbach aus verwaltet. Das Kloster hatte im Jahre 1740 anstelle eines abgegangenen Schlosses ein neues Schlossgebäude in Harbach errichtet. Das Schloss war Ort für Beurkundungen und diente zugleich über 60 Jahre als Verwaltung der Hofmarken Harbach und Schönhering sowie dem Schlossprokurator und dem Schreiber als Wohnung.

Bei der vom damaligen Kurfürstlich-bayrischen Innenminister Graf Montgelas durchgeführten Säkularisation (1803), der Enteignung der Klöster und Kirchen, gingen Hofmark und Schloss Haarbach in das Eigentum des Kurfürstentums Bayern über. 1806 wurde die Haarbach selbständige Pfarrei. Im Jahre 1821 wurde aus den Orten Haarbach, Edt, Haarbachloh, Haasen, Hausenberg, Hitzling, Kellberg, Kemauthen, Kroissen, Loh, Oberhörbach, Oberthambach, Rauschöf, Hillöd, Schmalzöd, Oberthalham, Unterhörbach, Unterthambach, Unterthalham, Wolfakirchen und Zell die Gemeinde Haarbach gebildet.

1838 hat man die Gemeinde vom Landgericht Vilshofen abgetrennt und dem Landgericht Griesbach zugeteilt.

Schon vor der letzten Jahrhundertwende bestand im Gasthof Huber eine Postagentur. Bis um 1920 fuhr die mit Pferden bespannte Postkutsche etwa 25 Jahre lang jeden Werktag von Aidenbach nach Griesbach und zurück.

Am 1. Februar 1970 wurden die Gemeinden Haarbach, Uttlau und Sachsenham zur jetzigen Gemeinde Haarbach zusammengelegt. Die Aufwärtsentwicklung der Gemeinde wurde überschattet von der Entscheidung des bayrischen Innenministeriums, dass die Gemeinde Haarbach in die Verwaltungsgemeinschaft Griesbach eingegliedert werden solle. Mit der Gemeinde Aldersbach und anderen Gemeinden kämpfte man um die Erhaltung der Selbstständigkeit. Am 2. Mai 1978 musste die Verwaltung der Gemeinde nach Griesbach umziehen. Im Frühjahr 1979 verfügte der damalige Bayer. Ministerpräsident Franz Josef Strauß die Entlassung verschiedener Gemeinden, darunter Haarbach, zum 1. Januar 1980 aus den Verwaltungsgemeinschaften.

1988 wurde das zuvor gemeindefreie Gebiet Steinkart westlich der Staatsstraße Griesbach-Ortenburg in die Gemeinde Haarbach eingegliedert.

Gemeindewappen

Das Gemeindewappen, das seit 1971 geführt wird, erinnert durch die Verbindung von drei heraldischen Bildern an den im Jahr 1970 erfolgten freiwilligen Zusammenschluss der Gemeinden Haarbach, Sachsenham und Uttlau zur neuen Gemeinde Haarbach. Das weiße Feld mit der gestürzten roten Spitze entspricht dem seit 1957 von der ehemaligen Gemeinde Haarbach geführten Gemeindewappen. Es ist identisch mit dem einfachen Siegelbild des vom frühen 12. bis zum 14. Jahrhundert nachweisbaren Ortsadelsgeschlechts der Herren von Horbach (Harbach), die bis 1268 Inhaber der Herrschaft Haidenburg waren. Die Tingierung in Rot und Weiß verweist auch auf das ursprüngliche Ministerialenverhältnis der Horbacher zu den spanheimischen Grafen von Ortenburg und Kraiburg. Das hintere Feld nimmt das seit 1961 von der ehemaligen Gemeinde Sachsenham geführte Wappen auf; es entspricht dem spätmittelalterlichen Siegelbild der Wiels von Rainding, dem Hauptort und Pfarrsitz der Gemeinde Sachsenham. Die Wielser wirkten von 1383 bis 1528 als Ortenburger Pfleger in Rainding. Das silberne Andreaskreuz unten bezieht sich auf die ehemalige Gemeinde Uttlau und das Andreaspatrozinium der dortigen Pfarrkirche.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Fritz Pflugbeil (CSU) seit 1996. Er wurde zuletzt 2008 mit 92,51 Prozent und 2014 gegen Franz Wührer (Wählergemeinschaft Rainding) mit 78,89 Prozent der abgegebenen Stimmen wiedergewählt.

Gemeinderat

Der Gemeinderat (14 Sitze + 1. Bürgermeister) setzt sich wie folgt zusammen:

  • Wählergemeinschaft Rainding (WG Ra): 4 Sitze (2008: 4)
  • Wählergemeinschaft Uttlau (WG Ut): 3 Sitze (2008: 3)
  • Unabhängige Wählergemeinschaft Haarbach (UWG Ha): 4 Sitze (2008: 4)
  • Wählergemeinschaft Wolfakirchen (WG Wo): 3 Sitze (2008: 3)

Sehenswürdigkeiten

  • Die spätgotische Pfarrkirche St. Martin besitzt ein Netzgewölbe aus dem 15. Jahrhundert mit einer sich gut einfügenden modernen Ausstattung.

Bildung und Erziehung

  • Grundschule Haarbach
  • Kindergarten St. Martin

Vereine

  • VdK Ortsverband Haarbach
  • Imkerverein Haarbach
  • Obst- und Gartenbauverein Haarbach
  • KSK Haarbach
  • Skiclub Haarbach
  • Sportverein Haarbach
  • Frauenbund Haarbach
  • CSU-Ortsverband Haarbach
  • SPD-Ortsverband Haarbach
  • Fremdenverkehrsverein Haarbach
  • Freiwillige Feuerwehr Haarbach
  • Heimatverein Haarbach
  • Seniorenclub Haarbach
  • Jugendgruppe Haarbach

Freizeit

Für sportliche Aktivitäten gibt es zwei Fussballplätze und einen Basketballplatz.


Städte und Gemeinden im Landkreis Passau
Wappen Landkreis Passau.png

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