Grattersdorf

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Grattersdorf
Das Wappen von Grattersdorf


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Deggendorf
Höhe: 476 m
Fläche: 25,98 km²
Einwohner: 1.346 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94541
Vorwahl: 09904
Kfz-Kennzeichen: DEG
Website: www.grattersdorf.de
Erster Bürgermeister: Norbert Bayerl (CSU)

Grattersdorf ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Deggendorf. Sie hat sich mit den Gemeinden Hunding, Lalling und Schaufling zur Verwaltungsgemeinschaft Lalling zusammengeschlossen.

Die Pfarrkirche St. Ägidius

Lage

Grattersdorf liegt mit seinen Dörfern und Weilern am Südhang des 860 m hohen Büchelsteins in der Region Sonnenwald, einer Landschaft mit sanften Hügeln und dem Brotjacklriegel, der die 1000 Höhenmeter-Marke übersteigt im Naturpark Bayerischer Wald. Die Gemeinde umfasst die Gemarkungen Grattersdorf, Nabin, Oberaign und Winsing.

Ortsteile

Ortsteile der Gemeinde sind Bärnöd, Büchelstein, Ebenöd, Eiserding, Ernading, Falkenacker, Frieberding, Friedenberg, Furth, Furthmühle, Gern, Gottsmannsdorf, Grattersdorf, Haselöd, Hatzenberg, Kerschbaum, Konrading, Kralling, Kreuzerhof, Lanzing, Liebmannsberg, Lofering, Maging, Nabin, Neufang, Oberaign, Oitzing, Reigersberg, Renzling, Roggersing, Spichting, Wangering, Wannersdorf, Weiking, Winsing und Würzing.

Geschichte

Der Gemeindeteil Winsing wurde als erste Ortschaft in der heutigen Gemeinde Grattersdorf urkundlich erwähnt, im Jahre 905 als Bucinbura. Die erste urkundliche Erwähnung von Grattersdorf erfolgte 1209 in einer Urkunde des Grafen Berthold von Bogen. In der Urkunde erscheinen als Zeugen: Ulrich und Poppo de Gredinsdorf. Die beiden waren wohl Ministerialen der Grafen von Bogen. Ulrich de Gredinsdorf erscheint 1224 erneut in einer Urkunde der Grafen von Bogen. Nach dem Aussterben der Gredinsdorfer kam die Ortschaft in den Besitz verschiedener Adelsgeschlechter, u.a. der Herren von Winzer. Im Jahre 1451 wird der Ort erstmals als Hofmark bezeichnet.

1474 wurde die Hofmark geteilt, doch bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts wieder als Einheit betrachtet. Sie gelangte an das Geschlecht der Puchberger, in deren Besitz sie über hundert Jahre blieb. Danach gehörte sie in rascher Folge den Adelsfamilien von Gumpenberg, Schad, Hilgertshausen, Leiblfing und Pienzenau. 1709 erwarben sie die Tengler zu Ramelsberg.

Im 18. Jahrhundert kam die Hofmark über die Drexls an die Freiherren von Vequel. Sie waren bis zur Aufhebung der Patrimonialgerichtsbarkeit 1848 die letzten Inhaber der Hofmark. Zu ihnen gehörte Maximiliane Freifrau von Vequel, die 1746 die Hofmark besaß und als „böse Wecklin“ berüchtigt war.

Die anderen Ortschaften der heutigen Gemeinde gehörten großteils zum Kloster Niederaltaich, teilweise zu den Klöstern Osterhofen und Obermünster. Die meisten Ortschaften sind im sog. Hermannskodex von ca. 1250 erstmals urkundlich erwähnt. Die Ortschaften Neufang und Büchelstein sind erst Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden.

Der Ortsname geht vermutlich auf den Personennamen Gradin zurück. In der Landkarte von Philipp Apian aus dem Jahr 1568 ist der Ort als Grederstorff eingetragen, 1578 lautete die Bezeichnung Grättersdorff. Die jetzige Schreibweise Grattersdorf setzte sich erst seit Eisenmann/Hohns Bayernlexikon von 1831 durch.

Im Jahre 1818 wurden die Gemeinden Grattersdorf, Nabin, Oberaign und Winsing gebildet. Die Gemeinden Grattersdorf und Oberaign wurden nach dem 2. Weltkrieg von der amerikanischen Besatzungsmacht zusammengeschlossen, Ende 1947 aber wieder getrennt. Bis auf die Umgliederung der Ortschaft Geßlling von der Gemeinde Winsing in die Gemeinde Riggerding haben sich die Gemeinden in Ihrem Bestand nicht geändert. Im Rahmen der Gebietsreform haben sich die vier Gemeinden zum 1. Januar 1971 zur Gemeinde Grattersdorf zusammenschlossen, die seit 1. Mai 1978 Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Lalling ist.

Gemeindewappen

Ein Gemeindewappen wird seit 1982 geführt. Der vierblättrige Zweig verweist auf die vier früher selbstständigen Gemeinden Grattersdorf, Nabin, Oberaign und Winsing, die sich am 1. Januar 1971 zur neuen Gemeinde Grattersdorf zusammenschlossen. Der Zweig stellt zugleich eine Verbindung her zur geografischen Lage der Gemeinde im Bayerischen Wald, speziell im Sonnenwaldgebiet. Für die historische Entwicklung der Gemeinde war die Hofmark Grattersdorf maßgeblich. Die drei Monde stammen aus dem Wappen der Puchberger, die unter den adligen Hofmarksinhabern von besonderer Bedeutung waren und von 1500 bis 1638 auf Grattersdorf nachweisbar sind. Veit von Puchberg ließ von 1536 bis 1539 die Kirche erbauen, in der Grabdenkmäler der Familie zu finden sind. Das Lilienkreuz erinnert an die vielen ehemaligen geistlichen Grundherren im Gemeindegebiet. Die heraldischen Lilien gehen zurück auf das Wappen des Reichsstifts Obermünster (Regensburg); diese wurden zu einem Lilienkreuz umgestaltet. Die Tingierung in Weiß und Blau versinnbildlicht die historische Verbindung mit der Landesherrschaft der wittelsbachischen Herzöge von Bayern.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Norbert Bayerl (CSU) seit 2002. Er wurde zuletzt 2014 mit 66,53 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen Mitbewerber Wolfgang Stallinger (FWG Roggersing, 33,47 Prozent) wiedergewählt.
  • 2. Bürgermeister ist Josef Waindinger (FWG Grattersdorf)
  • 3. Bürgermeiterin ist Beate Wenzel (FWG Roggersing)

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister). Die Sitze verteilen sich wie folgt:

  • CSU: 6 Sitze (+ 1. Bürgermeister)(2008: CSU/FWG 5)
  • FWG: 4 Sitze
  • FWG Roggersing: 2 Sitze (2008: 2)
  • FW Winsing/Oberaign: 0 Sitze (2008: 3)
  • FWG Grattersdorf: 0 Sitze (2008: 2)

Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft

  • Das Anwesen namens Anam Cara (Anam Cara kommt aus dem Keltischen und bedeutet Seelenfreunde) liegt in Winsing bei Grattersdorf und ist ein Kreativ-Hof.

Bildung und Erziehung

  • Schule Grattersdorf, Teil der Volksschule Lalling mit Klassen 1 bis 4
  • Kindergarten St. Michael

Persönlichkeiten

  • Susanne Braunsteffer ist eine Sopranistin aus Grattersdorf und wurde 2009 in die Nachwuchs-Akademie des Opernhauses in Mailand aufgenommen.
  • Augusta Winkler, geborene von Kiesling (1824-1871), Wirtin in Grattersdorf, ist die Erfinderin des als Büchelsteiner bzw. Pichelsteiner bekannten Gerichtes.

Vereine

  • Veteranenverein Grattersdorf
  • DJK Grattersdorf
  • Freiwillige Feuerwehr Grattersdorf
  • Zündfix Oldtimer Freunde Grattersdorf
  • Drachen- und Gleitschirmclub Bayerwald

Literatur

  • Ulrich Pietrusky, Donatus Moosauer: Der Bayerische Wald − im Fluge neu entdeckt, Verlag Morsak Grafenau, 1985, ISBN 3-87553-228-7

Weblinks

Städte und Gemeinden im Landkreis Deggendorf
Wappen Landkreis Deggendorf.png

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