Granitstall (Finsterau)

Aus RegioWiki Niederbayern
Wechseln zu: Navigation, Suche
Eine historische Aufnahme des Granitstalls.
Der Granitstall im Freilichtmuseum Finsterau

Der sogenannte Granitstall ist eine ehemalige Kuh- und Ochsenstallung aus Rosenberg bei Jandelsbrunn im Landkreis Freyung-Grafenau, der seit 2010 im Freilichtmuseum Finsterau zu sehen ist.

Architektur

Der Granitstall war ursprünglich als Kuh- und Ochsenstallung in eine Vierseithofanlage eingebunden. In dem Natursteinstall sind alle Wände, der Boden und die Decke aus Granit. Auch die Einbauten – die Futterbarren und die Trennwände – sind steinern. Milchkühe und Zugochsen waren hier eingestellt. In den Stall hatte man eine Wasserleitung gelegt, das Wasser floss in eingemauerte steinerne Becken und wurde eimerweise zu den Futterbarren getragen. Vor dem Stall steht ein großer granitener Wassergrand (der Rohblock war mehr als 4 Tonnen schwer) bis an den Rand der natürlich granitenen Gred. In jeden Stand des Stalls waren zwei Rinder eingestellt, ihre Halsketten waren in die Ringe eingezogen, die in den granitenen Trennplatten befestigt sind. Jeder Stand besitzt einen Futterbarren, in den an den Tieren vorbei vom Mistgang aus eingefüttert wurde.

Geschichte

Die Bauernhäuser im Bayerischen Wald und Böhmerwald waren jahrhundertelang aus Holz errichtet worden. Erst um 1800 trat ein Wandel ein – der nicht nur dem steigenden Holzmangel geschuldet war: Die „Versteinerung“ der Bauernhöfe in den Gegenden mit Natursteinvorkommen folgte der allgemeinen „Versteinerung“ der Städte und Märkte. Veränderungen in der Methodik der Landwirtschaft, aber auch die Verfeinerung des Wohnens und der Moden seit der Zeit der Aufklärung förderten die Errichtung gemauerter Häuser. Etwa 100 Jahre stand im Bayerischen Wald der Natursteinbau im Vordergrund, ab 1870 wurde er langsam vom billigeren Ziegelbau verdrängt, lediglich Stallbauten wurden noch länger in Naturstein ausgeführt.

Ende Dezember 2010 wurde einer dieser Natursteinställe im Freilichtmuseum Finsterau den Besuchern zur Besichtigung freigegeben.

Literatur

Weblinks