Godehard

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Der heilige Godehard am Hochaltar der Pfarrkirche Frauenau

Der heilige Godehard, auch Gotharadus, Gotardus, Godehardus, Gotthard (* 960 oder Anfang 961 in Reichersdorf; † 5. Mai 1038 in Hildesheim) war Abt von Niederaltaich und Bischof von Hildesheim.

Leben und Wirken

Er entstammte einer auf dem Godlhof in Reichersdorf bei Schwanenkirchen ansässigen, nichtadeligen Familie, die im Stiftsdienst von Kloster Niederaltaich aufgestiegen war. Godehard besuchte die Stiftsschule und wurde von Erzbischof Friedrich von Salzburg, dem Inhaber der Kommende Altaich gefördert. Vom Passauer Diözesanbischof Pilgrim zum Diakon geweiht, legte er 990 unter Abt Erkanbert die Mönchsgelübde ab.

Bald danach Prior und Schulrektor, empfing er durch den heiligen Bischof Wolfgang von Regensburg 993 die Priesterweihe. Godehard wurde Seelsorger und nach Abt Erkanberts Rücktritt am 27. Dezember 996 Abt von Niederaltaich. Er machte das Kloster zu einem Mittelpunkt der Gorzer Reform des Benediktinerordens. Von 1001 bis 1002 war er zugleich Abt von Kloster Tegernsee und von 1005 bis 1012 von Kloster Hersfeld in Hessen. Seine Schüler wirkten in Böhmen, Mähren, Kärnten, Ungarn und Oberitalien. Der heilige Gunther erlangte wesentliche Bedeutung bei der Besiedelung des Bayerischen Waldes.

Im Kloster Niederaltaich bildete Godehard 55 Zöglinge. Die Kultur des Bodens war ihm ein wichtiges Anliegen. Unter anderem ließ er 997 den Frauenberg roden und dort dreißig Bauerngüter anlegen. Das war zugleich die Gründung von Hengersberg, wo er auf dem Frauenberg ein Schloss mit Kirche erbauen ließ. Kaiser Heinrich II. schätzte ihn sehr und schenkte dem Kloster 1009 bis 1019 viele Güter in Bayern und Österreich. Im Jahr 1009 verlieh er ihm auch das Zoll- und Mautrecht bei Hengersbeerg.

Auf Wunsch Kaiser Heinrichs II. wurde er am 30. November 1022 zum Bischof von Hildesheim gewählt. Von Bischof Aribo von Mainz empfing er am 2. Dezember 1022 die Bischofsweihe. Unter anderem wird ihm als Bischof der Bau von dreißig neuen Kirchen zugeschrieben. Godehard wurde durch Innozenz II. am 29. Oktober 1131 heiliggesprochen. Im Bistum Passau sind ihm die Pfarrkirchen in Kirchberg im Wald und Schwanenkirchen sowie die Filialkirche in seinem Geburtsort Reichersdorf geweiht.

Literatur

  • Wilhelm Berges: Godehard, heilig, in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 495-497 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118695630.html
  • Joseph Klämpfl: Der ehemalige Schweinach- und Quinzingau. Eine historisch-topographische Beschreibung, 1855, Nachdruck 1993, Neue Presse Verlags-GmbH, Passau, ISBN 3-924484-73-2
  • Hans-Michael Körner (Hg. unter Mitarbeit von Bruno Jahn): Große Bayerische Biographische Enzyklopädie, Band 1 A-G, K. G. Saur München 2005, ISBN 3-598-11460-5