Gisela von Bayern

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Bischof Wilhelm Schraml vor dem Grab der seligen Gisela in der Klosterkirche Niedernburg.

Gisela von Bayern (* um 985 vermutl. auf Schloss Abbach bei Regensburg; † 7. Mai 1060 in Passau) war eine bayerische Prinzessin, die erste christliche Königin Ungarns und später Äbtissin des Klosters Niedernburg. Sie wird heute als Selige verehrt und als Nonne mit einer abgelegten Krone dargestellt. Nach ihr sind außerdem das Gisela-Gymnasium und die Gisela-Realschule sowie die Giselastraße bennant.

Leben und Wirken

Königin von Ungarn

Gisela war die älteste Tochter des Herzogs Heinrich II. des Zänkers von Bayern und dessen Gemahlin Gisela von Burgund. Sie wurde in Regensburg oder dem nahe gelegenen Bad Abbach geboren. Der spätere Kaiser Heinrich II. war Giselas Bruder. Um das Jahr 995 wurde sie vermutlich in Scheyern – und im Alter von erst zehn Jahren – mit Stephan, dem Sohn des ungarischen Großfürsten Geza, verheiratet. Stephan wurde schließlich am 17. August 1000 zum ersten König von Ungarn gekrönt. Zwischen 1000 und 1010 gebar Gisela vermutlich mehrere Söhne, von denen allerdings nur Emmerich das Mannesalter erreichen sollte.

Gisela förderte die Christianisierung Ungarns und stiftete mehrere Klöster und Kirchen, unter anderem die Domkirche in Veszprém („Gisela-Kapelle“). Auch das „Gisela-Kreuz“ in München geht auf sie zurück: Sie stiftete es für das Regensburger Grab ihrer Mutter.

Äbtissin in Passau

Nach dem Tode König Stephans 1038 erfuhr Gisela in Ungarn jedoch mehr und mehr Anfeindungen, wurde vom neuen König Peter unwürdig behandelt, verfolgt und sogar gefangen genommen. Nachdem sie 1042 durch den späteren Kaiser Heinrich III. befreit wurde, kehrte sie kurz darauf nach Bayern zurück und ließ sich in Passau nieder. Hier trat sie in das Benediktinerinnenstift Niedernburg ein und wurde schon wenig später zur Äbtissin gewählt.

Gisela starb am 7. Mai 1060. Sie wird – vor allem in Ungarn – als Selige verehrt. Ihr Grab in der Klosterkirche Niedernburg ist deshalb auch bis heute eine beliebte Gebetsstätte.

Heiligsprechungsprozess

Bereits kurz nach ihrem Tod setzte die Verehrung Giselas ein. Heute ruhen in einem gläsernen Schrein, dem Reliquiar, sichtbar und für die Gläubigen zugänglich, goldverziert ihr Kopf und die Hauptgebeine. Ihr Grab in der Klosterkirche Niedernburg in der Altstadt von Passau ist Ziel vieler Besucher, vor allem aus Ungarn und Osteuropa. Das Bistum Passau verehrt Gisela als Selige. Die ungarische Kirche möchte sie auch offiziell heiliggesprochen wissen.

Zwischen Passau und Székesfehérvár, wo König Stephan begraben liegt, wurden in der Vergangenheit mehrere Reliquien ausgetauscht. Zuletzt wurde am 7. Mai 2012 von Bischof Antal Spanyl eine Finger-Reliquie Stephans zum Giselagrab gebracht. Zuvor brachten die Passauer Bischöfe Franz Xaver Eder und Wilhelm Schraml mehrere Gisela-Reliquien nach Ungarn.

Literatur

Weiterführende Publikationen

Siehe auch

Weblinks