Gerzen

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Gerzen
Das Wappen von Gerzen


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Landshut
Höhe: 433 m
Fläche: 17 km²
Einwohner: 1.695 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 84175
Vorwahl: 08744
Kfz-Kennzeichen: LA
Website: www.gerzen.de
Erster Bürgermeister: Maximilian von Montgelas
(Freie Wähler)
Die Pfarrkirche St. Georg

Gerzen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Landshut und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Gerzen.

Lage

Gerzen liegt in der Region Landshut im Vilstal an der Staatsstraße 2083 etwa zehn Kilometer nordöstlich der Stadt Vilsbiburg. Es existieren die Gemarkungen Gerzen, Jesendorf und Lichtenhaag.

Ortsteile

Ortsteile sind Ay, Berg, Brunnad, Germ, Gerzen, Gmain, Haubertshub, Hölzlgrub, Kammersöd, Lichtenhaag, Mais, Mangern, Meiselsöd, Neueck, Oberhof, Offensberg, Onichreit, Paradies, Pelzgarten, Plaika, Reismühle, Resenöd, Rutting, Schlicht, Sommerau, Vilssattling, Weinberg und Wochenreit.

Geschichte

Frühe Zeugnisse

Bereits 887 erscheint der Ort Jorcin erstmals in einer Urkunde. Um 1140 ist daraus Gerzen geworden. Vielleicht ist der Name von indogermanisch ghor-to-s bzw. lateinisch hortus (Garten, eingezäunter Ort) herzuleiten.

Gerzen gehört zu den ältesten und größten Pfarreien des Vilstales. Um 1200 wurde ein spätromanischer Backsteinbau als Kirche errichtet. Der Ort war Teil des Herzogtums Bayern, die Zolleinnahmen verrechnete der Mautner in Vilsbiburg. Die Einkünfte der Pfarrei bezogen bis 1305 Vögte aus dem Geschlecht der Leberskirchner. Mit der Verlegung ihres Sitzes von Leberskirchen nach Lichtenhaag verzichtete Eckhardt von Leberskirchen auf das Schutzrecht über die Pfarrei Gerzen zugunsten des Bischofs von Regensburg.

Markt und Hofmark

Wiederholt wurde der Ort in Urkunden als „Markt“ bezeichnet, und der Marktplatz, wo noch um 1700 Jahrmärkte abgehalten wurde, zeugt bis heute von der herausgehobenen Stellung Gerzens. Angaben über die Verleihung und das Erlöschen des Marktrechtes sind nicht bekannt.

Nach dem Verkauf des Besitzes durch Regina, die Witwe des letzten Leberskirchner Ritters Alexander im Jahr 1534 wurde Gerzen nur noch als Hofmark beschrieben, deren Besitzer in der Folge mehrmals wechselten. Von 1560 bis 1562 entstand das Renaissanceschloss mit Schlosskapelle und umfangreicher Hof- und Parkanlage.

1597 kaufte Wolf Dietrichen von Vieregg die Hofmark. Bis 1819 gehörte der Gerzensche Besitz der Adelsfamilie Vieregg. 1833 erwarb Minister Maximilian Graf von Montgelas das Gut, welches bis in die Gegenwart bei den Grafen von Montgelas geblieben ist.

Das Ensemble mit Herrschaftssitz, Pfarrbezirk, bürgerlicher Siedlung und zahlreichen Wirtschaftsgebäuden lässt bis heute den Charakter einer ehemaligen Hofmarkeinrichtung erkennen und steht deshalb unter Denkmalschutz.

Das 20. Jahrhundert

Größere Veränderungen brachte erst wieder die Gebietsreform von 1978, als die ehemalige Gemeinde Lichtenhaag mit 599 Einwohnern nach Gerzen eingemeindet wurde und die aus den Gemeinden Gerzen, Aham, Kröning und Schalkham bestehende Verwaltungsgemeinschaft Gerzen mit Sitz in Gerzen entstand.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden mehrere Wohnsiedlungen angelegt, wodurch die Einwohnerzahl der früheren Gemeinde von 630 auf 1100 nach dem Krieg anwuchs. Durch die Volksschulreform 1964 wurde Gerzen zum Hauptschulort, was in den 70er Jahren den Neubau einer Mittelschule erforderlich machte. 1993 wurde die Schule erweitert und 1999 fand die Generalsanierung der Grund- und Mittelschule statt.

Gemeindewappen

Das Gemeindewappen, das seit 1968 geführt wird, entspricht dem Stammwappen der Grafen von Vieregg, die von 1597 bis 1819 als Hofmarksherren die niedere Gerichtsbarkeit und die Grundherrschaft in Gerzen und Mangern ausübten. Das Wappen ist in einem Reitersiegel aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts überliefert. Das aus Mecklenburg stammende Rittergeschlecht von Vieregg stand im Mittelalter in kaiserlichen Diensten und hatte das Marschallamt inne; deshalb werden die drei Jagd- und Kriegshörner jeweils von einem Marschallstab gekreuzt. Die Gemeinde Gerzen hat damit ein sehr seltenes Wappen mit lokal- und reichshistorischen Bezügen.

Politik

Bürgermeister

  • Erster Bürgermeister ist Maximilian von Montgelas (Freie Wähler). Er wurde 2014 mit 61,2 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen Mitbewerber Thomas Herrschmann (CSU, 38,8 Prozent) gewählt. Sein Vorgänger war Manfred Kaschel (CSU).

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und aufgrund der Kommunalwahl 2014 folgende Sitzverteilung:

  • FWG: 6 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 6)
  • CSU: 6 Sitze (2008: 4)

2008 gelangte zudem die SPD mit 2 Sitzen in den Gemeinderat.

Sehenswürdigkeiten

Die Pfarrkirche St. Georg ist ursprünglich spätromanisch. In den Jahren 1500 bis 1522 kam das nördliche Seitenschiff dazu, während das Mittelschiff erhöht und gewölbt wurde. 1872 bis 1882 erfolgte eine neugotische Umgestaltung, wobei das südliche Seitenschiff und der dreigeschossige Turm entstanden.

Im Inneren ist vor allem ein Epitaph aus rotem Marmor für Alexander Leberskirchner († 1521), geschaffen von Stephan Rottaler aus Landshut von Bedeutung, außerdem eine spätgotische Pieta um 1500 und ein spätromanischer Taufstein.

Bildung und Erziehung

  • Grund- und Mittelschule Gerzen
  • Kindergarten St. Irmengard

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr Gerzen (gegründet 19. März 1874)
  • Kindergartenverein
  • KSK Gerzen
  • TSV Gerzen 1912 e.V.
  • Liedertafel Gerzen
  • Motorradfreunde Gerzen
  • Obstbauverein Gerzen


Städte und Gemeinden im Landkreis Landshut
Wappen Landkreis Landshut.svg.png

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