Geiselhöring

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Geiselhöring
Das Wappen von Geiselhöring


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 356 m
Fläche: 99,96 km²
Einwohner: 6.639 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94333
Vorwahl: 09423
Kfz-Kennzeichen: SR
Website: www.geiselhoering.de
Erster Bürgermeister: Herbert Lichtinger
Das historische Rathaus
Die Stadtpfarrkirche St. Peter und Erasmus
Das Loichingerhaus
Die Kirche St. Jakob

Geiselhöring ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.

Lage

Die Stadt bildet den wirtschaftlichen Mittelpunkt des kleinen Labertals, das hier in den Gäuboden, die Kornkammer Bayerns, übergeht.

Ortsteile

Ortsteile von Geiselhöring sind Antenring, Dettenkofen, Dungerfalter, Englhof, Frauenhofen, Frey, Gaishauben, Gallhofen, Geiselhöring, Gingkofen, Greißing, Grollhof, Groß, Großaich, Gunting, Haagmühl, Hadersbach, Haindling, Haindlingberg, Hainsbach, Hart, Helmprechting, Hirschling, Illbach, Kaltenbrunn, Kleinaich, Kleinpönning, Kleinwissing, Königswinkl, Kolbach, Kraburg, Langhof, Lohmühle, Malchesing, Obergallhofen, Oberharthausen, Oberholzen, Oberndorf, Pönning, Pullach, Reisberg, Sallach, Schelmenloh, Schieglmühle, Tuffing, Wallkofen, Weidmühle, Weingarten und Wissing

Geschichte

Jungsteinzeitliche Funde aus der Zeit um etwa 5000 v. Chr. weisen auf die lange Siedlungsgeschichte in der Gegend um Geiselhöring hin. Der Geschichtsschreiber Johannes Aventinus führte den Namen der um 500 n. Chr. entstandenen Ortschaft auf eines Gisalos Heer zurück, tatsächlich liegt aber der Personenname Gisilher (bzw. Giselhar, Giselher) zugrunde. Im 12. Jahrhundert wurde es als Gisilheringen bezeichnet, im 13. Jahrhundert als Giselheringen und Geiselhering, 1362 als Geyselhering und 1533 schließlich als Geiselhöring.

Aufgrund seiner günstigen Lage im Durchgangsverkehr erlangte der Ort Bedeutung als Zollstation und Handelsplatz, besonders für den Salzhandel. 1355 wird Geiselhöring erstmals als Markt erwähnt. Die Jahrmärkte und Viehmärkte waren das Zentrum des wirtschaftlichen Geschehens in der Region. Die beiden zu einer Anlage vereinigten Marktplätze Am Lins und Viehmarkt, das 1525 erbaute Rathaus, das imposante Loichingerhaus aus dem 16./17. Jahrhundert, die 1761 bis 1764 erbaute Stadtpfarrkirche St. Petrus und Erasmus und andere Bauwerke sind aus dieser von Wohlstand zeugenden Vergangenheit erhalten geblieben.

Mitte des 19. Jahrhunderts zählte der Ort zehn Brauereien, von denen heute nur noch eine übrig geblieben ist. Schon 1859 erreichte, von München her kommend, die Eisenbahn Geiselhöring. Da sich hier die Strecke nach Straubing-Passau einerseits und Regensburg andererseits gabelte, wurde Geiselhöring für kurze Zeit zur wichtigsten Verkehrsdrehscheibe und zum Knotenpunkt des Bahnverkehrs zwischen Franken und der Oberpfalz im Norden sowie Oberbayern und Österreich im Süden. 1888 konnten 6886 Stück Hornvieh auf dem Geiselhöringer Marktplatz gezählt werden. Der letzte Markt wurde im Jahr 1977 aufgehoben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden zahlreiche Flüchtlinge und Vertriebene eine neue Heimat in Geiselhöring. 1952 wurde es zur Stadt erhoben. Die Gebietsreform brachte einen weiteren Zuwachs, als 1978 die ehemaligen Gemeinden Greißing, Hadersbach, Haindling, Hainsbach, Hirschling, Oberharthausen, Pönning, Sallach und Wallkofen nach Geiselhöring eingemeindet wurden. Geiselhöring, der Fläche nach die größte und nach der Einwohnerzahl die drittgrößte Gemeinde des Landkreises, wurde danach als Unterzentrum eingestuft.

Der seit 2003 geplante große Freizeitpark konnte bisher aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht werden.

Stadtwappen

Die bayerischen Rauten im Schildhaupt stehen für die wittelsbachischen Landesherren. Bei der Egge handelt sich um ein allgemeines landwirtschaftliches Symbol ohne speziellen Bezug, jedoch passend für den zentralen Ort im Gäuboden. Im ältesten bekannten Siegel von 1514 steht die Egge allein im Halbrundschild, das Schildhaupt mit den Rauten ist erstmals im großen Marktsiegel von 1611 (mit zwei schildhaltenden Engeln) nachweisbar. Die Detailgestaltung der Egge variierte geringfügig, gelegentlich wurde sie golden wiedergegeben. Die heutige Tingierung ist erstmals 1565 belegt. 1952 wurde Geiselhöring zur Stadt erhoben und erhielt die Genehmigung zur Führung der Stadtfahnen mit den Farben Weiß und Rot.

Politik

Bürgermeister

Bei der Kommunalwahl 2014 wurde Herbert Lichtinger (CSU) mit 53,8 Prozent der abgegebenen Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Bernhard Krempl (Freie Wähler) erhielt 46,2 Prozent. Da der Unterschied von 303 Stimmen durch das unrechtmäßige Votum von Erntehelfern erzielt worden sein könnte, wurde die Wahl auf Wunsch beider Kandidaten überprüft. Lichtinger trat dessen ungeachtet sein Amt am 2. Mai 2014 an, war jedoch ebenso wie die gewählten Stadträte Mandatsträger unter Vorbehalt. Die Regierung von Niederbayern und das Landratsamt Straubing-Bogen entschieden am 2. Oktober 2014, dass der Bürgermeister, der Stadtrat und der Kreistag neu gewählt werden müssen. Das Landratsamt bestimmte zugleich den Chef der Rechtsaufsicht Josef Rothammer zum Interims-Bürgermeister. Am 1. Februar 2015 wurde dann Herbert Lichtinger wiederum zum Bürgermeister gewählt. Er gewann die Wahl mit einer Mehrheit von 61,49 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 73 Prozent. Im Vergleich zur Bürgermeisterwahl von 2014 legte er damit um 7,7 Prozent zu.

Stadtrat

Der Stadtrat hat 20 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister). Die für ungültig erklärte Kommunalwahl von 2014 ergab folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 11 Sitze (2008: 10)
  • Freie Wähler: 7 Sitze (2008: 7)
  • SPD: 2 Sitze (2008: 2)

2008 erzielte zudem die Liste Die Bürger 1 Sitz.

Die Regierung von Niederbayern und das Landratsamt Straubing-Bogen gaben am 2. Oktober 2014 bekannt, dass der Stadtrat ebenso wie der Bürgermeister und der Kreistag neu gewählt werden muss. Es ist möglich, dass an der vergangenen Wahl auch Personen teilgenommen haben, „die ihren Lebensmittelpunkt nicht rechtzeitig vor der Wahl in Geiselhöring hatten“. Deshalb hätten mindestens 350 Stimmzettel bei der Auszählung nicht gewertet werden dürfen. Die Nachwahl vom 1. Februar 2015 ergab folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 10 Sitze
  • Freie Wähler: 7 Sitze
  • SPD: 3 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Historisches Rathaus aus dem Jahr 1525, umgebaut im 17./18. Jahrhundert, Giebel mit Zinnen und Barocktürmchen
  • Barocke Stadtpfarrkirche St. Peter und Erasmus. Sie wurde 1761 bis 1764 durch Baumeister Johann Georg Hirschstetter unter Einbeziehung mittelalterlicher Bauteile erbaut. Das Langhausfresko Kreuzigung Petri malte 1765/66 Matthäus Günther, der Stuck und die Marmoraltäre stammen von Franz Xaver Feichtmayr.
  • Loichinger-Haus aus dem 16./17. Jahrhundert, bürgerliches Handelshaus mit Rauhputzquaderung und Treppengiebel, handgeschnitzte Tür um 1700
  • Kirche St. Jakob, ursprünglich romanisch, Chor und Turm spätgotisch, Kirchenschiff flachgedeckt, im 17./18. Jahrhundert verändert
  • Agrarhistorisches Museum des Gäubodens (Troadbodn)
  • Schifffahrtsmuseum
  • Schäfflertanz (alle 7 Jahre, wieder 2012)
  • Historisches Freilichtspiel Geiselhöring mit dem Stück Eva Plenningerin, das im Jahr 1632 während des Dreißigjährigen Krieges spielt. Aufführungsturnus alle vier Jahre, nächster Termin 2012

Bildung und Erziehung

  • Volksschule Geiselhöring (Grund- und Mittelschule)
  • Kindergarten Geiselhöring

Vereine

  • Freiwillige Feuerwehr Geiselhöring
  • TV 1862 Geiselhöring
  • Rennverein Geiselhöring
  • Sportangler Geiselhöring 1976
  • Kgl.priv. Feuerschützengesellschaft 1590
  • Frontkrieger-u. Reservistenvereinigung
  • Bayer. Waldverein Sektion Geiselhöring
  • Brieftaubenverein Geiselhöring
  • Liedertafel Geiselhöring
  • BRK-Bereitschaft Geiselhöring
  • VDK-Ortsverband Geiselhöring
  • Imkerverein Geiselhöring
  • OGV Geiselhöring
  • Motorsportclub Labertal

Literatur


Städte und Gemeinden im Landkreis Straubing-Bogen
Wappen Landkreis Straubing-Bogen.png

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