Gangkofen

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Gangkofen
Das Wappen von Gangkofen


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Höhe: 439 m
Fläche: 108,79 km²
Einwohner: 6.479 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 84140
Vorwahl: 08722
Kfz-Kennzeichen: PAN
Website: www.gangkofen.de
Erster Bürgermeister: Matthäus Mandl (CSU)

Gangkofen ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn.

Lage

Gangkofen liegt im sanften Tal der Bina an der B 388 etwa 17 km westlich von Eggenfelden, 26 km südlich von Dingolfing, 40 km südöstlich von Landshut, 25 km nördlich von Mühldorf und 32 km von der Kreisstadt Pfarrkirchen entfernt.

Gangkofen ist die westlichste Gemeinde des Landkreises Rottal-Inn und grenzt im Norden an den Landkreis Dingolfing-Landau, im Süden an den Landkreis Mühldorf und im Westen an den Landkreis Landshut. Gangkofen wird insgesamt der Region Rottal zugerechnet, da der Markt zum Altlandkreis Eggenfelden (im Rottal) gehörte und wirtschaftlich und kulturell eher nach Osten orientiert ist. Die westlicheren Teile der Gemeinde - die ehemaligen Landgemeinden Dirnaich und Hölsbrunn - gehörten ursprünglich zum Altlandkreis Vilsbiburg (im Vilstal), so dass bis heute deren Einwohner in diese (westliche) Richtung neigen.

Bürgerhäuser am Marktplatz
Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt

Ortsteile

Ortsteile sind Abessen, Aich, Albanöd, Angerbach, Apfelthann, Asbach, Atzing, Au, Aurolfing, Baumgarten, Bergmeier, Bermering, Binamühl, Birding, Blankenöd, Bleibrunn, Brandstetten b.Reicheneibach, Brandstetten b.St.Nikola, Bruck, Brückl, Bubenöd, Buchberg, Butzenbach, Deingrub, Dirnaich, Dörfl, Ecken, Edeneibach, Edenkatzbach, Edgarten, Elsenberg, Engersdorf, Eppen, Eselberg, Fatzöd, Feld, Flexöd, Forst, Freiling, Fuchsberg, Fußöd, Gangkofen, Gattersteig, Geiging, Geiselberg, Gengham, Giglöd, Gindering, Goldbrunn, Grammelsberg, Grub b.Obertrennbach, Grub b.Reicheneibach, Gruber, Hackenberg, Haselthann, Heck, Heiligenbrunn, Heiligenstadt, Hermannsöd, Hintergindering, Hinterreisach, Hinzing, Hochwimm, Hofwimm, Höhhaus, Hölsbrunn, Holzhäuseln, Holzreit, Holzwoferl, Hopfloh, Hub, Huttenkofen, Irlach, Kager, Klorberg, Kobl b.Nutzbach, Kobl b.Reicheneibach, Kolbeck, Kollbach, Kottenöd, Kurmer, Langenkatzbach, Leitl, Limmer, Linn, Linnöd, Lukasöd, Magassing, Mailing, Maisberg, Malling, Mandl, Marastorf, Matzing, Mitterschmiddorf, Niedertrennbach, Nußbaumöd, Nutzbach, Oberalmsham, Oberauersberg, Oberbachham, Oberndorf, Oberried, Oberschmiddorf, Obertrennbach, Oberviehhausen, Öd, Ofen, Ottenöd, Pading, Panzing, Pavenzing, Pechhäusl, Plaikamühle, Racksdorf, Radlkofen, Rauschöd, Reicheneibach, Riebersberg, Riemberg, Rohrach, Rußbrenner, Sackstetten, Sankt Nikola, Satzing, Saueröd, Schattenkirchen, Schelnlohe, Scherzlthambach, Scheuering, Schmiedsberg, Schmiedsöd, Schnatzling, Schöfthal, Schönhub, Schönviehhausen, Schrettenbrunn, Schröll, Seemannshausen, Seereit, Sesselsberg, Siebengadern, Sölgerding, Spielberg, Spitzgrub, Stadlhof, Stauern, Steinberg, Stockach, Straß, Stubengrub, Taubendorf, Thalkofen, Unteralmsham, Unterauersberg, Unterbachham, Unterholzen, Unterschmiddorf, Uttendorf, Vohberg, Vorderreisach, Vorrach, Weiher, Wickering, Wiedersbach, Wiesbach, Wiesen, Wimmersdorf, Wintersberg, Wöhr und Wüst.

Geschichte

Die erste dokumentierte Erwähnung Gangkofens erfolgte 889. Nach verschiedenen Vorbesitzern gelangte der Ort an die Grafen von Leonberg. Gangkofen besaß ein Recht auf örtliche Gemeindeverwaltung und Gerichtsbarkeit in einfachen Fällen, war aber seit 1250 dem Herzog von Bayern unterstellt. Der letzte Leonberger, Graf Wernhard II. schenkte 1279 dem Deutschen Orden das Patronatsrecht über die Pfarrei und gründete damit die Deutschordens-Kommende in Gangkofen. Sie blieb dessen einzige Niederlassung in Niederbayern bis zur Aufhebung 1806.

1280 wird Gangkofen erstmals als Markt genannt, seit 1379 war es mit Marktrecht ausgestattet. 1357 suchte der „Schwarze Tod“ (Pest) Gangkofen heim. 1386 wurden die beiden Jahrmärkte im Ort bestätigt. Von Herzog Ludwig dem Reichen erhielt Gangkofen 1450 drei Lilien im schwarzen Feld zum Wappen. 1590 wurde der Ortskern durch Feuer zerstört. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Gangkofen 1632 und 1648 von den Schweden geplündert, 1634 und 1649 dezimierte erneut die Pest die Bevölkerung. 1666 zerstörte eine Brandkatastrophe 85 Häuser und damit fast den gesamten Markt.

Einkommensquellen in früheren Zeiten waren hauptsächlich Landwirtschaft (Tierhaltung, Getreideanbau, z. B. Weizen, Mais, Gerste, Gemüse) und Handwerk (z. B. Textilindustrie, Brauerei). Gangkofen war seit dem Mittelalter bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Abhaltung von Märkten berechtigt. Besonders die Flachs- und Garnmärkte wurden von weither besucht.

Gemäß Napoleons Edikten von 1802 und 1805 wurde die Deutsordens-Kommende in Gangkofen aufgelöst. Der neue Schullehrergehilfe beklagte 1805 eine weit verbreitete Armut, insbesondere bei Kindern von Tagelöhnern und das völlige Fehlen von Schulbüchern. Die neuen Gesetze über kommunale Verwaltung leiteten seit 1808/1818 tiefgreifende Veränderungen ein. Nach dem Urkataster von 1840 lassen sich für Gangkofen unter den 190 Grundeigentümern folgende wichtigste Gruppen ermitteln: 109 Tagelöhner, ebenso wie die zehn Häusler ohne Ackernahrung, 49 Handwerker, sechs Bierbrauer und Wirte und lediglich drei Bauern.

Die Gebietsreform brachte dem Markt, der 1970 2314 Einwohner hatte, nicht nur einen Bevölkerungszuwachs um 5750 Einwohner, sondern auch eine enorme Ausweitung des Gemeindeareals, das von 4,3 km² auf 105 km² anwuchs.

Wappen

Die Silber-Blau-Schrägteilung des Schildhaupts ist als Minderung des landesherrlich-wittelsbachischen Rautenwappens zu deuten und wird im Wappenbrief von 1450 mit "vier Weklein" bezeichnet. Die Herkunft der Lilien ist nicht geklärt; wahrscheinlich sollen sie auf die Kommende des Deutschen Ritterordens verweisen, die 1278/1279 durch die Grafen von Leonberg in Gangkofen begründet wurde und in der Folgezeit das Herrschaftsgefüge vor Ort entscheidend prägte. Das älteste Siegel, das in Abdrucken seit 1556 überliefert ist, entspricht in der bildlichen Gestaltung dem Wappen von 1450. Bis zum 19. Jahrhundert blieben Wappen und Siegel unverändert; Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Schildhaupt seitenverkehrt abgebildet, in neuerer Zeit auch mehrfach gerautet.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Matthäus Mandl (CSU). Er konnte sich 2008 mit 60,7 Prozent gegen Helmut Dietrich (FWG, 25,9 Prozent) und Martin Eggensberger (UWG, 13,4 Prozent) durchsetzen. 2014 wurde er als alleiniger Kandidat mit 93,19 Prozent wiedergewählt.
  • 2. Bürgermeister ist Josef Rembeck (CSU).

Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat hat 20 Sitze (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 9 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 9)
  • FWG: 5 Sitze (2008: 5)
  • UWG/BP: 4 Sitze (2008: 4)
  • Wählergemeinschaft Kollbach: 2 Sitze (2008: 2)

Sehenswürdigkeiten

  • Mit 210 Metern Länge und 18 Metern Breite besitzt der 0,6 Hektar große Marktplatz ein annähernd typisches Verhältnis von 1:8. Die Häuser haben teilweise noch die alten Schweifgiebel.
  • Die Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt wurde nach dem großen Brand von 1666 bis 1670 neu errichtet, der Kirchturm kam 1695 bis 1697 dazu.
  • Nordwestlich der Kirche liegt die 1691 neu erbaute dreiflügelige Spätbarockanlage der Deutschordens-Kommende.

Freizeit

Bildung und Erziehung

  • Grundschule Gangkofen
  • Mittelschule Gangkofen
  • Volkshochschule Gangkofen
  • Kindergarten St. Nikolaus
  • Kindergarten St. Elisabeth
  • Öffentliche Bücherei in den Gebäuden der Mittelschule

Vereine

  • Alpenverein Gangkofen
  • Arbeiterwohlfahrt (AWO)
  • Bauernverein Gangkofen
  • Bayerisches Rotes Kreuz (BRK) - Bereitschaft Gangkofen-Massing
  • Bina-Fischereiverein Gangkofen
  • Bulldogfreunde Gangkofen-Massing
  • Chor- und Singgemeinschaft Gangkofen
  • Deutsch-Haus-Schützen
  • Faschingsfreunde Gangkofen
  • Fördererverein Gangkofen
  • Förderverein für Wachkomapatienten
  • Freiwillige Feuerwehr Gangkofen
  • Historische Interessengemeinschaft Gangkofen
  • Imkerverein Gangkofen
  • Katholische Landjugend Gangkofen
  • Kleintierzuchtverein Gangkofen
  • Krieger- und Soldatenkameradschaft Gangkofen
  • Modellsportverein Gangkofen
  • Motorradsportclub Gangkofen
  • Motorradstammtisch Gummmi-Bär´n
  • Radsportfreunde Gangkofen
  • Reitverein Gangkofen
  • Rennverein Gangkofen
  • Reservisten-Kameradschaft Gangkofen
  • Sportkegelclub SKK Stauern-Gangkofen
  • Stockschützenclub Gangkofen
  • Tanzsportgruppe Society
  • Tennisverein Gangkofen
  • Trachtenverein Gangkofen
  • Turn- und Sportverein Gangkofen
  • VdK-Ortsverband Gangkofen
  • Verein für Gartenbau und Landespflege Gangkofen
  • Waldbauernvereinigung Gangkofen e.V.
  • Wandererverein (Binataler Wanderfreunde e. V.)
  • Wasserwacht Gangkofen
  • Werbegemeinschaft Gangkofen (WEGA)

Literatur

  • Ulrich Pietrusky, Günther Michler, Donatus Moosauer: Niederbayern – im Fluge neu entdeckt, Verlag Morsak Grafenau, 2. Aufl. 1982, ISBN 3-87553-135-3
Städte und Gemeinden im Landkreis Rottal-Inn
Wappen Landkreis Rottal-Inn.png

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