Friedhof Burghausen


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Datei:Ehemaliges-friedhofsgelände-burghausen.jpg
Das ehemalige Friedhofsgelände St. Jakob mit der Mariensäule.
Datei:Pnp-26-11-2015-friedhof-burghausen.jpg
Der jetzige Friedhof wurde im Jahr 1804 auf der damaligen „Spitalwiesen“ angelegt und danach immer wieder erweitert.

Der Friedhof Burghausen ist der Friedhof der Stadt Burghausen im oberbayerischen Landkreis Altötting. Er hat mehrere Vorgänger.

Geschichte

Die Bürger der Stadt wurden lange Zeit rund um die Stadtpfarrkirche St. Jakob bestattet. Die erste Bestätigungsurkunde stammte vom Salzburger Erzbischof Friedrich vom 22. September 1332. Gemäß den Aufzeichnung des Bonifaz Huber sei dieser „möglicherweise der älteste Begräbnisplatz“ der späteren Stadtgemeinde gewesen. Dieser Platz wurde 1402/1403 erstmals ausdrücklich erwähnt. Er umgab die ganze Kirche, was die Knochenfunde untermauern. So wurde damals auch von großen, schönen und alten Grabsteinen gesprochen. Diese erinnerten vornehmlich an Adelige und andere Verblichene vornehmen Standes. 1780 erhielt der Magistrat den Befehl zur Aufhebung des Friedhofes. Seit 1804 wird der Friedhof nicht mehr belegt, und die Marienkapelle wurde abgebrochen. Ab 1825 wird der Platz mit Blumen bepflanzt. 1856 kam an die Stelle der Kapelle die Mariensäule.

Einer weiterer der ersten Friedhöfe Burghausens befand sich auf dem Gebiet des heutigen Hauses der Begegnung. Bis in die 1950er Jahre wurde dort das im 14. Jahrhundert gestiftete Krankenhaus betrieben. Bereits 1332 wurde der dortige Friedhof in einer Urkunde des Salzburger Erzbistums erstmals erwähnt. Hier wurden nur Menschen bestattet, die auch dort ihren Dienst verrichteten. Das Areal war damals von einer hohen Mauer umgeben. Ein Beinhaus beherbergt heute die noch vorhandenen sterblichen Überreste.

Während es noch Grabplatten gibt, die an diesen Friedhof erinnern, ist der Gottesacker bei St. Johann gänzlich in Vergessenheit geraten. Das hängt auch damit zusammen, dass die Kirche, die am 25. Mai 1337 erstmals erwähnt und 1570 neu eingeweiht wurde, bereits 1804 abgebrochen wurde. Sie stand auf dem früheren Grundstück von August Prechtl. Alois Buchleitner berichtet in seiner Abhandlung von einer Stadtgerichtsrechnung aus dem Jahr 1588. Damals wurde auf diesem Friedhof ein Ehepaar bestattet. Der Mann hatte zuerst seine Frau getötet und wurde vor ihrer Leiche enthauptet. Überhaupt ging es dort für manche recht schnell gen Hölle. Auch Theresia Koller wurde 1787 vor Ort „justifiziert“ und ihr das Haupt kniend abgehauen. Verordnungen aus den Jahren 1783/84 sorgten dafür, dass alle Verstorbenen aus dem Armenhaus in Holzfeld dort ihre letzte Ruhe fanden.

Einen weiteren Friedhof gab es in Heilig Kreuz. Bereits 1332 wurde dort ein „Siechen- und Leprahaus“ eingerichtet. Die Kranken wurden dort „ausgesetzt“. 1397 entstand dort ein „Benefizium mit Wochenmesse“. 1477 wurde die Kirche geweiht. Über 300 Jahre später, im Jahr 1785, wurde dort die letzte Leprosin bestattet. Von 1783 bis 1804 wurde der Friedhof mit Ortsfremden belegt, weil innerstädtisch Platzmangel herrschte.

Weitere Begräbnisstätten waren der Kapuzinerfriedhof im Noviziatengarten, die Mautnergruft in der Heilig-Geist-Kirche, die Jesuitengruft in der Studienkirche St. Josef und die Gruft der Englischen Fräulein. Die älteste war die Gruft von Mautner Friedrich von Katzenberg aus dem Jahr 1332. Die Jesuitengruft des Jesuitenkollegs wurde von 1649 bis 1773 genutzt. Die Englischen Fräulein nutzten ab 1866 den neuen Friedhof, um ihren Mitschwestern die letzte Ruhe zu schenken. Hygienische Gründe waren dafür maßgeblich.

Seit 1804 gibt es den neuen Friedhof auf der „Spitalwiesen“. Am 24. September 1804 nahm Kirchherr Franz Xaver Lechner die feierliche Weihe vor. Am 4. Oktober 1804 fand die erste Bestattung statt. 1844 wurde das erste Leichenhaus von der Stadt errichtet. Von 1860 weg entwickelte sich die Idee einer eigenen Friedhofskapelle, die 1863 nach verschiedenen Schwierigkeiten eingeweiht wurde. Seitdem wuchs der Friedhof immer mehr.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand am Pulverturm der KZ-Friedhof, der an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert.

Literatur

  • PNP: Die Salzachstadt hatte früher mehrere Friedhöfe. In: Burghauser Anzeiger vom 26. November 2015 (S. 30)