Feichten an der Alz

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Feichten an der Alz
Das Wappen von Feichten an der Alz


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Altötting
Höhe: 518 m
Fläche: 17,91 km²
Einwohner: 1.174 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 84550
Vorwahl: 08623
Kfz-Kennzeichen:
Website: www.feichten.de
Erster Bürgermeister: Johann Aicher (CSU/FW)

Feichten an der Alz ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Altötting, die sich mit den Gemeinden Halsbach, Kirchweidach und Tyrlaching zur Verwaltungsgemeinschaft Kirchweidach zusammengeschlossen hat.

Lage

Die Gemeinde liegt im Süden des Landkreises Altötting inmitten des sogenannten "Chemiedreiecks".

Ortsteile

Ortsteile der Gemeinde sind Amsham, Attenberg, Brandl, Bruckhaus, Edelham, Edenstraß, Eggfeld, Ellerting, Eschetshub, Feichten a.d.Alz, Fernreith, Fernschachen, Geberting, Gigling, Gramsham, Haid, Hüttenthal, Irgreit, Kaitl, Kaltenstadl, Lehen, Lohner, Manetsed, Mankham, Moos, Oberweidach, Östern, Piretz, Priel, Reichstraß, Schachen, Schächen, Schifföd, Schmidstadt, Schregl, Steinbrecher, Thal und Veitlöd.

Geschichte

Der Ort und die Pfarrei wurden bereits 739 unter dem Namen Fuihte in Zusammenhang mit einer schon vor 789 erfolgten Besitzübertragung an die Kirche in Salzburg erstmals urkundlich erwähnt. Dieses Gut erhielten Freie als Lehen, und die de Fouchten, Fuhten oder Vaeuhten wurden im 12. und 13. Jahrhundert häufig bei Schenkungen und Käufen als Zeugen erwähnt. Um 1259 wurde Feichten bairisch, gehörte später längere Zeit den Grafen von Preysing und war Bestandteil der Preysingschen Herrschaft Wald.

Bereits Ende des 8. Jahrhunderts entstand die erste Kirche, die als Marienheiligtum errichtet wurde. Der Ort wurde mit verschiedenen Ablässen ausgestattet, und 1502 bis 1513 konnte die jetzige Kirche erbaut werden. Während und nach dem Dreißigjährigen Krieg starben aufgrund der eingeschleppten Pest 1634 112, 1635 75 und 1649 105 Personen.

Schon 1644 wurde eine Schule in Feichten erbaut. Am 1. September 1713 brach im Schullehrerhaus ein Feuer aus, welches auch das Kirchdach und die Glocken zerstörte. Der Turm wurde nun mit Blech statt mit Schindeln gedeckt, und 1717 erhielt die Kirche ein neues Geläute. Die vermutlich bereits sehr alte Wallfahrt hatte im 18. Jahrhundert ihre Blütezeit.

1818 kam es zur Bildung der jetzigen Gemeinde Feichten. 1963 erhielt die Gemeinde offiziell den Namen "Feichten a.d.Alz".

Gemeindewappen

Die Gemeinde führt seit 1982 ein eigenes Wappen. Der schwarze Löwe im goldenen Feld wurde aus dem alten Salzburger Wappen übernommen und verweist auf die sehr alte Beziehung zu Salzburg. Die Fichte in den Pranken des Löwen redet für den Gemeindenamen; Feichten ist von "Fichten" abgeleitet und ist als "Siedlung bei den Fichten" zu deuten. Die Fichte spielt zugleich auf die historische Zugehörigkeit zur Herrschaft Wald an. Der Wellenbalken nimmt Bezug auf die Lage der Gemeinde an der Alz und den entsprechenden, seit 1963 geführten Namenszusatz.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Johann Aicher (CSU/FW). Er ist seit 1982 im Amt und wurde zuletzt 2008 mit 93,9 Prozent und 2014 mit 88,20 Prozent der Stimmen jeweils als alleiniger Kandidat wiedergewählt.

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister). Die Sitze verteilen sich aufgrund der Kommunalwahl 2014 wie folgt:

  • CSU/Freie Wählerschaft: 9 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 10)
  • Unabhängige Wählervereinigung Feichten: 3 Sitze (2008: 2)

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Maria Himmelfahrt. Vom Anfang der Wallfahrtskirche Feichten berichten nur Legenden. Demnach hätte die Kirche eigentlich näher an der Alz entstehen sollen. Erst als Engel dreimal das Baumaterial verrückten und sich ein steinernes Marienbild in einer Fichte fand − daher der Name Feichten − entschieden sich die Bauherren für den heutigen Platz, so die Erzählung. Immer noch pilgern Gläubige zur „Muttergottes von Feichten“. Die Bauarbeiten begannen 1502 unter Führung von Georg Steinbrecher in spätgotischem Stil. Rund 250 Jahre später wurde zwischen 1763 bis 1785 eine komplette Umgestaltung hinsichtlich einer barocken Ausstattung vorgenommen. Aus der spätgotischen Kirche wurde eine im Rokokostil. Geblieben ist das Gnadenbild am linken Seitenaltar. Besonders hilfreich soll die Steingussmadonna, bekannt auch als „Himmlische Ärztin“, bei Geburten, Hals- und Fußleiden sowie bei Ruhr und epileptischen Anfällen sein.

Bildung und Erziehung

  • Grundschule Feichten a. d. Alz
  • Katholischer Pfarrkindergarten Sonnenschein
  • Katholische öffentliche Bücherei

Vereine

  • Birkhahnschützen Eschetshub-Feichten e.V., gegründet 1900
  • Freiwillige Feuerwehr Feichten an der Alz, gegründet 20. Mai 1873
  • Theatergruppe Feichten e.V., gegründet September 1986
  • Turn- und Sportverein Feichten an der Alz, gegründet 1963
  • Reitverein Dinninger Hof Feichten an der Alz e.V., gegründet 1996

Persönlichkeiten

Sonstiges

Seit 2011 exisitert in Feichten auf Initiative von Pfarrer Michael Witti ein Modellfriedhof für Urnengräber. Hierbei werden verschiedene Möglichkeiten zur individuellen Grabgestaltung bei Urnenbestattungen aufgezeigt. Da durch den geographischen Wandel große Auswirkungen für die Friedhofskultur befürchtet werden, soll mit dieser Aktion den sogenannten schmucklosen Urnenwänden gegengewirkt werden.

Literatur

Städte und Gemeinden im Landkreis Altötting
Wappen Landkreis Altoetting.png

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