Fürstenstein

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Fürstenstein
Das Wappen von Fürstenstein


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Passau
Höhe: 577 m
Fläche: 19,3 km²
Einwohner: 3.393 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94538
Vorwahl: 08504
Kfz-Kennzeichen: PA
Website: www.fuerstenstein.de
Erster Bürgermeister: Stephan Gawlik (CSU)
Ansicht von Fürstenstein

Fürstenstein ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Passau.

Geografie

Lage

Fürstenstein liegt rund 25 Kilometer nördlich der Dreiflüssestadt Passau im Dreiburgenland im Bayerischen Wald.

Gliederung

Ortsteile der Gemeinde sind Einzenberg, Einzendoblmühle, Fälsching, Fürstenstein, Kapfham, Kollnberg, Kollnbergmühl, Lehen, Nammering, Oberpolling, Oed, Panholz, Raming, Reuth, Reutherfurth, Sanzenhof, Steining, Thurmannsdorf, Unterpolling und Wendlberg.

Wappen

Die Gemeinde führt seit 1953 ein eigenes Wappen. Es zeigt in Silber einen Stufengiebel aus schwarzen Steinen.

Siehe Hauptartikel: Wappen (Fürstenstein)

Geschichte

Die Geschichte des Ortes deckt sich lange Zeit mit der Historie vom Schloss Fürstenstein. Die ersten Besitzer des Schlosses waren die Grafen von Hals. 1332 eroberte Herzog Heinrich der Natternberger die Festung. Dabei wurden auch die anliegenden Höfe zerstört. Erst Jahrzehnte später wurde das Schloss wieder aufgebaut. Die bayerischen Herzöge überließen es verschiedenen Pflegern. Im Jahre 1629 errichtete Hans Christof von Türkheim eine Schlosskapelle nach dem Vorbild der Gnadenkapelle von Altötting.

Die letzten Inhaber der Hofmarksherrschaft Fürstenstein waren seit 1803 die Grafen von Oyen. 1812/1813 wurde daraus das Patrimonialgericht Fürstenstein gebildet. Nach wiederholten Auseinandersetzungen mit dem übergeordneten Landgericht Passau wurde die Gerichtsbarkeit durch Ministerialentschließung vom 21. Juli 1836 eingezogen. Oyen verkaufte in diesem Jahr den Gutsbesitz an den bayerischen Staat und das Schloss an Privatleute.

1848 wurde das Schloss durch einen Brand fast völlig zerstört, es glich einer Burgruine. Der Passauer Bischof Heinrich von Hofstätter jedoch rettete die Burg, indem er sie kaufte und rund 85.000 Gulden in Reparaturen investierte. Der Bischof übergab das Schloss 1861 dem Orden der Maria-Ward-Schwestern. Diese richteten ein Erziehungsheim für verwahrloste Knaben ein, das 1893 in ein Internat mit Knabenvolksschule umgewandelt wurde. Das Knabeninternat Fürstenstein bewohnten zeitweise bis zu 200 Schüler und um die 30 Ordensschwestern. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Schloss zum Lazarett für Verwundete umfunktioniert. Ab 1946 wurde kehrten die Schüler wieder ein. Im Herbst 2001 musste das Internat jedoch aufgrund rückläufiger Schülerzahlen geschlossen werden. Heute befindet sich das Schloss in Privatbesitz und ist eine beliebte Touristenattraktion.

Der Bau der Donaubrücke in Vilshofen 1871/1872 bildete die Grundlage für die Fürstensteiner Steinindustrie. In der Folgezeit entstanden um Fürstenstein zahlreiche Steinbrüche, ferner zwischen 1879 und 1912 zehn Granitwerke, in denen Pflastersteine hergestellt wurden. Der Anschluss an die Bahnstrecke Deggendorf-Kalteneck 1908 bis 1914 verbesserte die Standortlage erheblich. Neben der bis heute aktiven Granitindustrie erlangte auch das 1958 in Oberpolling gegründete Werk der Firma Ernst Roederstein Bedeutung.

Politik

Bürgermeister

Der 1. Bürgermeister der Gemeinde Fürstenstein ist Stephan Gawlik (CSU) seit 2002. Bei den Wahlen 2008 wurde er mit 88,88 Prozent und 2014 mit 61,33 Prozent der abgegebenen Stimmen jeweils gegen Josef Thurnreiter (FWG) im Amt bestätigt.

Gemeinderat

Der Gemeinderat (16 Sitze + 1. Bürgermeister) setzt sich wie folgt zusammen:

  • CSU: 8 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 10)
  • SPD: 2 Sitze (2008: 3)
  • FWG: 6 Sitze (2008: 3)

Bildung und Erziehung

Neben einer Grundschule besteht in Fürstenstein mit der Teilhauptschule Oberpolling auch eine Außenstelle der Mittelschule Eging am See. Zudem unterhält die Kreismusikschule Passau hier ihre Zweigstelle Fürstenstein. Ferner gibt es im Gemeindegebiet eine Bücherei sowie drei Kindergärten: den Kindergarten St. Marien Fürstenstein, den Katholischen Kindergarten St. Florian Fürstenstein-Nammering und den Kindergarten St. Hartmann Fürstenstein-Oberpolling.

Kultur und Gesellschaft

In der Gemeinde Fürstenstein gibt es zahlreiche Vereine, von denen der SV Fürstenstein mit am bekanntesten sein dürfte. Daneben gibt es unter anderem noch die Dreiburgen-Wanderer Fürstenstein, die Freiwillige Feuerwehr Fürstenstein, den Gewerbeverband Fürstenstein, den Krieger- und Soldatenverein Fürstenstein, den MSC Dreiburgenland, sowie mehrere Sport- (Eisstock, Stockcar, Tennis) und Zuchtvereine (Brieftauben, Bienen, Geflügel, Kanarien, Kaninchen). Ferner bestehen eigene Fürstensteiner Ortsvereine der größeren Parteien sowie des Bayerischen Bauernverbandes, des VdK und der Arbeiterwohlfahrt.

Tourismus und Sehenswürdigkeiten

Blick zum Schloss und zur Pfarrkirche

Die wohl zentrale Sehenswürdigkeit in Fürstenstein ist das Schloss Fürstenstein. Daneben gibt es noch die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die 1629 als Kapelle nach dem Grundriss der Gnadenkapelle Altötting errichtet wurde und in der eine Nachbildung der Schwarzen Madonna von Altötting zu sehen ist. 1956/1957 wurde die Kirche erweitert. Sehenswert ist auch der Trinkwasserhochbehälter Fürstenstein aus dem Jahr 1953.

Persönlichkeiten (Auswahl)

Literatur

  • Franziska Jungmann-Stadler: Landkreis Vilshofen. Der historische Raum der Landgerichte Vilshofen und Osterhofen. (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe I, Band IXXX). Bayerische Akademie der Wissenschaften, Kommission für Bayerische Landesgeschichte (Hrsg.), München 1972, ISBN 3-7696-9875-4 (Digitalisat).
  • Ludwig Veit: Passau. Das Hochstift. (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Reihe I, Band XXXV). Bayerische Akademie der Wissenschaften, Kommission für Bayerische Landesgeschichte (Hrsg.), Laßleben, Kallmünz 1978, ISBN 3-7696-9896-7 (Digitalisat).
  • Donatus Moosauer, Günther Michler, Ulrich Pietrusky: Niederbayern – im Fluge neu entdeckt, Morsak Verlag, Grafenau, 2. Aufl. 1982, ISBN 3-87553-135-3


Städte und Gemeinden im Landkreis Passau
Wappen Landkreis Passau.png

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