Burgruine Hals


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Die Burgruine Hals bei Passau.

Die Burgruine Hals liegt in Passau-Hals. Der Name Hals leitet sich von der Lage der Burg am Hals, das heißt an der Engstelle einer Schleife des Flusses Ilz ab. Auf einem schmalen Felsrücken über der Ortschaft liegen die Trümmer der einst mächtigen Anlage.

Geschichte

Erste Erwähnung & Blütezeit

1072 wurden die Herren von Hals erstmals erwähnt. 1112 fand die Burg als Besitz derer von Palsenze von Eferding Erwähnung.

1190 errangen die von Chambe aus Ortenburg die Burgherrschaft. Die neuen Halser Herren ließen sich in mehrere Auseinandersetzungen mit den Grafen von Bogen und den Bischöfen von Passau verwickeln, und der Kaiser verfügte einmal sogar die Reichsacht über sie. 1280 verlieh Kaiser Rudolf I. dem Halser Albert von Chambe den Grafenstand. Die nunmehrigen Grafen von Hals weiteten ihr Herrschaftsgebiet bis zur böhmischen Grenze aus. Besitztümer waren unter anderem Aidenbach und Fürstenstein. Die Herren sicherten auch die Handelswege nach Böhmen wie den Goldenen Steig. Die Holztrift aus dem Bayerischen Wald und die Perlfischerei waren wichtige Einnahmequellen.

Niedergang & Verfall

1375 kam die Burg nach dem Aussterben der von Chambe in den Besitz des Oberpfälzer Grafen Johann von Leuchtenberg. Gute persönliche Beziehungen zu Kaiser Karl IV. brachten ihm sogar das Recht zur Münzprägung ein. Nach dem Tod Karls IV. unterstützte Johann weiter seinen Sohn, den böhmischen König Wenzel. Er stand bei den folgenden kriegerischen Auseinandersetzungen damit aber auf der Verliererseite. Die Grafschaft verschuldete immer mehr und verlor große Teile ihrer Besitztümer. In dieser Lage entführte Johann 1399 bei Hals den Bischof von Bamberg und erpresste ein Lösegeld, was die finanziellen Probleme aber nicht löste. Der verbliebene Rest fiel schließlich 1485 an die Adelsfamilien von Aichperg und später an die von Degenberg. 1517 wurde die Herrschaft von den Wittelsbachern aufgekauft. Auf der Darstellung von Hans Donauer aus dem Jahr 1590 ist der beherrschende Palas als dreigeschossiger und winkelförmiger Walmdachbau zu sehen.

1622 wurde die Burg durch einen Brand beschädigt. Nach 1663 wohnten die herzoglichen Burgverwalter dann im neuerrichteten Amthaus im Ort Hals, die Burg fand nur noch als Speicher Verwendung. Spätestens seit dieser Zeit begann sie zu verfallen, und schon auf dem zu Beginn des 18. Jahrhunderts entstandenen Stich von Michael Wening ist sie Teilruine. Im Österreichischen Erbfolgekrieg wurde die Burg 1741 demontiert, um zu verhindern, dass der Feind sie militärisch nutzen konnte. 1810 stürzten die noch stehenden Mauern ein. Seither verfiel das Bauwerk immer mehr und diente als Steinbruch. Auf einer Bleistiftzeichnung von 1813 steht noch der schlanke Turm neben der eingestürzten Kernburg. Auf dem 1846 erschienenen Stich von Bernhard Grueber ist Hals bereits eine völlig zerstörte, von hochragenden Mauerresten geprägte Ruine. Der ehemalige Vorburgbereich wurde besonders im 19. Jahrhundert bebaut, die ehemalige Burgkapelle in ein Wohnhaus umgestaltet. Die verbliebene Bausubstanz der Ruine stammt vorwiegend aus dem Spätmittelalter, als die Burg als Herrschaftssitz der Leuchtenberger diente.

In Privatbesitz seit 2000

Die malerische Ruine befindet sich seit 2000 in Privatbesitz. Monatelang hatte zuvor der Freistaat Bayern das Baudenkmal in Zeitungsanzeigen angeboten. Vorausgegangen waren unmittelbare Offerten gegenüber der Stadt Passau, die – trotz des auf den ersten Blick günstigen Kaufpreises – wenig Sympathie für einen Kauf der maroden Burgruine entwickelte. Der Grundstücksausschuss lehnte einen Ankauf letztlich einstimmig ab, vor allem wegen der unüber- und unvorhersehbaren Unterhaltskosten und der Verkehrssicherungsmaßnahmen an und um die Burgruine.

Schließlich ging das Ensemble samt Grund für keine 20.000 Mark an einen Bayerwald-Hotelier. Dieser wollte die Burg auch im Sinne der Stadt pflegen und nutzen. Jedoch wurden seine Pläne, die Burg „für romantische Lagerfeuer“, „einen Andachtspunkt im Innenhof“ oder die gesamte Burganlage der Öffentlichkeit begehbar zu machen, nie dauerhaft umgesetzt. Seither liegt das Burg-Arealso gut wie brach liegt und wird bis auf vereinzelte Führungen nicht genutzt.

2011 hat der Besitzer die Burgruine der Stadt Passau erneut zum Kauf angeboten, welche aber erneut ablehnte. Vor allem die teuren Erhaltungsmaßnahmen, aber auch der Kaufpreis von angeblich rund 150.000 Euro sprechen gegen einen Ankauf des Halser Wahrzeichens.

Weitere Bilder

Literatur

  • Christian Karl: Burgruine Hals: Stadt lehnt Ankauf erneut ab. In: Passauer Neue Presse vom 16. Januar 2012 (S. 19)
  • Peter Morsbach, Irmhild Heckmann, Christian Later, Jörg-Peter Niemeier: Denkmäler in Bayern, Band II.25 Kreisfreie Stadt Passau. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2014, ISBN 978-3-7917-2552-9

Weblinks