Bahnhof Simbach

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Der Bahnhof Simbach (Inn)

Der Bahnhof Simbach ist der 1870/71 in Betrieb genommene (Grenz-) Bahnhof in Simbach am Inn.

Geschichte

Simbach war eine klassische Eisenbahnerstadt und erhielt in den Jahren 1870/71 ein Bahnhofsgebäude von 110 Meter Länge und 21 Meter Breite. Die komplette Bahnanlage war damals die viertgrößte Niederbayerns, ein Umschlagplatz für Waren nach und von Südosteuropa. Bis zu 700 Leute waren dort beschäftigt.

Als der Simbacher Bahnhof mehr und mehr an Bedeutung verlor, blieben auch viele Räume des Gebäudes leer oder wurden zweckentfremdet, beispielsweise als Wohnungen. In den 1930er Jahren wurden die Außenfassaden verputzt. Nach ihrer Privatisierung verkaufte die Deutsche Bahn AG das Haus und behielt nur noch das Nutzungsrecht für einzelne Bereiche. Der gesamte Bahnsteig, ja sogar das Vordach des Gebäudes, gehört hingegen nach wie vor der Bahn.

Das Bahnhofsgebäude bestand ursprünglich aus Backsteinen. An seiner symmetrischen Form mit den zweigeschossigen Flügelbauten und dem dreigeschossigen Mittelteil hat sich seither wenig geändert. Als Grenzbahnhof waren hier österreichische wie bayerische Beamte gleichermaßen untergebracht – erstere im östlichen Flügel, letztere im westlichen.

2010 wurde das Gebäude im Auftrag der Wohnungsbau GmbH Pfarrkirchen-Simbach in drei Bauabschnitten von Grund auf saniert und neu gestaltet. Dabei wurde der Bahnhof auch in dem ursprünglichen Farbton aus den 1930er Jahren gestrichen – „gebrochen Weiß“, nicht wie in dem zuerst beschlossenen „Terracotta-Ziegelrot“. Mit dieser Farbe wollte man den ursprünglichen Charakter des Bahnhofs, als dieser noch ein unverputztes Backsteingebäude war, wiederherstellen. Jedoch bestand das Landesamt für Denkmalpflege auf das „gebrochen Weiß“ des Gebäudes. Die komplette Sanierung wurde ohne öffentliche Gelder finanziert.

Nach Abschluss der Sanierung befinden sich seit 2013 20 Wohnungen im Ober- und 19 Gewerbebetriebe im Erdgeschoss des Bahnhofsgebäudes, das nun insgesamt 3.486 m² bewohnbare Fläche aufweist. In separaten Bereichen befinden sich Einrichtungen der Bahn. Passanten und Fahrgäste können ein öffentliches und behindertengerechtes WC im Gebäude nutzen. Die für Bahnkunden sichtbarste Veränderung im Zuge der Sanierung ist der neue Schalterbereich im Wartesaal: Dieser wurde modernisiert und kombiniert mit einem Reisekiosk und Paketshop. Die Südostbayernbahn hat dafür etwa 60.000 Euro investiert und drei neue Arbeitsplätze geschaffen. Im Beisein von Landrat Michael Fahmüller und Bürgermeister Günther Wöhl erfolgt die feierliche Eröffnung des Reisekiosks am 5. Juni 2013.

Literatur