Bad Abbach

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Bad Abbach
Das Wappen von Bad Abbach


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Höhe: 371 m
Fläche: 55,33 km²
Einwohner: 11.240 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 93074–93077
Vorwahl: 09405
Kfz-Kennzeichen: KEH
Website: www.bad-abbach.de
Erster Bürgermeister: Ludwig Wachs (FW)

Bad Abbach ist ein Markt und Kurort im niederbayerischen Landkreis Kelheim. Partnerstadt ist Charbonnières-les-Bains in Frankreich.

Die Kaisertherme in Bad Abbach
Das Löwendenkmal bei Bad Abbach

Lage

Bad Abbach liegt an einer Biegung der Donau zwischen Regensburg und Kelheim. Die Bundesstraße 16 führt längs der Donau durch den Markt. Weithin sichtbar ist das Wahrzeichen des Ortes, der Heinrichsturm.

Die Pfarrkirche St. Nikolaus

Ortsteile

Ortsteile sind Bad Abbach, Dünzling, Lengfeld, Oberndorf, Peising, Poikam und Saalhaupt.

Geschichte

Bad Abbachs Ursprung geht weit in die Keltenzeit zurück. Außer den Kelten nutzten vermutlich, wie Funde römischer Münzen im Bereich der Quelle nahelegen, auch römischen Legionäre und ihre Familien das heilende Schwefelwasser. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Burg Abbach im Jahre 1007. In diesem Jahr schenkte Kaiser Heinrich II. Abbach dem von ihm gegründeten Kloster Bamberg.

Im Jahre 1109 kam Abbach mit Oberndorf und Lengfeld zum Kloster Prüfening. Nur der alte Heinrichsturm blieb aus dieser Zeit erhalten. Nach wechselnden Besitzern kam Abbach zu Beginn des 13. Jahrhunderts an die Wittelsbacher. Zu dieser Zeit errichteten die bayerischen Herzöge am Donauknie ein Hauptgrenzamt. 1210 wurde Abbach durch Herzog Ludwig I. dem Kelheimer mit den Marktrechten ausgestattet.

Nachdem das Bad urkundlich bereits 1262 bezeugt wurde, erteilte Herzog Sigmund 1465 offiziell die Erlaubnis zur Errichtung des Wildbades Abbach. 1486 erhielt Abbach von Herzog Albrecht IV. ein eigenes Wappen.

Zahlreiche Kurgäste besuchten die Heilquellen. 1532 unterzog sich Kaiser Karl V. hier einer Badekur. Am 22. Mai 1754 traf Kurfürstin Maria Anna in Begleitung ihres Gemahls, Kurfürst Max Joseph und einem großen Gefolge zu einem Kuraufenthalt in Bad Abbach ein. Die Kur bestand damals in einer kombinierten Trink- und Badekur mit strenger Diät. Dazwischen gab es Konzerte, Theateraufführungen, Bälle und ausgedehnte Reisen. Am 24. Juni beendete Maria Anna ihren Kuraufenthalt, der allerdings nicht die erhoffte Geburt eines Thronfolgers bewirkte.

1794 wurde die letzte Felssprengung für die Straße von Saal nach Abbach an der Postroute von Augsburg nach Prag vorgenommen. Zu Ehren des Kurfürsten Karl Theodor entstand auf Veranlassung von Hofkammervizepräsident Joseph August Graf von Törring ein Löwendenkmal am Donauufer.

Seit März 1934 heißt der Ort offiziell Bad Abbach. Durch Artilleriebeschuss wurde 1945 mehr als die Hälfte des Ortes zerstört. 1952 übernahm das Bayerische Rote Kreuz den gesamten Badekomplex aus privater Hand. Es errichtete in den folgenden Jahren drei große Rheumakrankenhäuser und baute den ganzen Kurbetrieb aus.

Wappen

Das seit 1486 geführte Wappen zeigt oben die bayerischen Rauten, unten in Gold drei, zwei zu eins gestellte rote heraldische Rosen mit goldenen Butzen. Die weiß-blauen Rauten verweisen auf die Orts- und Landesherrschaft der Wittelsbacher seit Anfang des 13. Jahrhunderts. Die drei Rosen wurden im 15. Jahrhundert als Wappen der legendären, historisch nicht fassbaren Grafen von Abach gedeutet.

Politik

Bürgermeister

  • Erster Bürgermeister ist Ludwig Wachs (Freie Wähler). Er wurde 2014 mit 63,67 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen Andreas Diermeier (CSU, 36,33 Prozent) im Amt bestätigt.

Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat von Bad Abbach hat 24 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und aufgrund der Kommunalwahl 2014 folgende Sitzverteilung:

  • Freie Wähler: 8 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 11)
  • CSU: 7 Sitze (2008: 6)
  • Zukunft Bad Abbach: 5 Sitze (2008: 5)
  • SPD: 1 Sitz (2008: 1)
  • Aktive Bürger: 1 Sitz (2008: 1)
  • iNBA & B90/Die Grünen: 2 Sitze (neu)

Sehenswürdigkeiten

Der nachts erleuchtete Heinrichsturm
  • Schlossberg mit Burgruine Abbach. Von der um 1224 fertiggestellten und 1830 zerstörten Burg sind nur Reste der Ringmauer und der 1220 bis 1230 errichtete Bergfried erhalten. Dieser als „Heinrichsturm“ bekannte, 27 Meter hohe Rundturm besitzt im Inneren zwei übereinander liegende achteckige Gewölberäume.
  • Pfarrkirche St. Nikolaus, errichtet 1849 bis 1852 an der Stelle der ehemaligen Burgkapelle nach Plänen von Leonhard Schmidtner im neugotischen Stil. Auf dem Friedhof befinden sich Grabsteine vom 16. bis 19. Jahrhundert.
  • Kirche St. Christophorus, Saalbau von 1470, 1784 bis 1786 barockisiert, mit Altar von 1710.
  • Löwendenkmal etwa zwei Kilometer außerhalb am Donauufer. 1794 fertigte Johann Muxel die beiden Löwenfiguren aus Grünsandstein nach der Sprengung des Löwenfelsens zu Ehren von Kurfürst Karl Theodor. Das Löwendenkmal wurde 1945 gesprengt und 1978 erneuert.
  • Museum Bad Abbach. Schwerpunkte sind die Besiedelung Bad Abbachs von der Jungsteinzeit bis ins Frühmittelalter und die Geschichte der Schwefel- und Thermalquellen in Bad Abbach.
  • Villa Rustica, 1982 bis 1984 freigelegtes Areal eines römischen Gutshofes mit Herrenhaus, Nebengebäuden und Badeanlage
  • Wallfahrtskirche Frauenbründl auf dem Weg zwischen Bad Abbach und Saalhaupt
  • Kirche St. Martin in Dünzling. Das mittelalterliche Bauwerk wurde 1711/1712 erweitert und erhielt einen Akanthusaltar.
  • Kirche St. Bartholomäus in Lengfeld, erbaut um 1730 bis 1740. Das Gemälde am Hochaltar von 1780 zeigt die Marter des hl. Bartholomäus.
  • Kirche Mariä Himmelfahrt in Oberndorf mit spätromanischem Langhaus, frühgotischem Turm und Chor aus dem 16./17. Jahrhundert.
  • Kirche St. Martin in Poikam, gotisch aus dem 14. Jahrhundert, barock verändert, mit Wandbemalung und Heiligenfiguren aus dem 15. Jahrhundert
  • Kirche St. Peter und Paul in Saalhaupt, erbaut um 1730 bis 1740

Einrichtungen

  • Kaiser Therme
  • Inselbad, eröffnet 2007
  • Golfanlage Bad Abbach-Deutenhof

Bildung und Erziehung

  • Grundschule Bad Abbach
  • Angrüner-Schule Bad Abbach (Mittelschule)
  • Marktbücherei Bad Abbach
  • AWO Schülerhort Bad Abbach
  • Kindergarten St. Christophorus (katholisch)
  • Kindergarten St. Nikolaus (katholisch)
  • Kindergarten Arche Noah (evangelisch)

Vereine

  • Abbacher Petrijünger
  • Arbeiterwohlfahrt, Ortsverband Bad Abbach
  • BRK-Breitschaft Bad Abbach
  • CSU Bad Abbach
  • Freie Wähler Bad Abbach
  • Freiwillige Feuerwehr Bad Abbach
  • Fremdenverkehrsverein Bad Abbach
  • Förderverein AFS Jugendaustausch Bad Abbach
  • Förderverein Inselbad Bad Abbach
  • Heimat- und Kulturverein Bad Abbach
  • JFG Donautal Bad Abbach
  • Karate-Verein Bad Abbach
  • Kath. Frauenbund Bad Abbach
  • KJG Bad Abbach
  • KKC Bodyfit Bad Abbach
  • Krieger- und Soldatenverein Bad Abbach
  • Königl. privil. Feuer- und Zimmerstutzengesellschaft Bad Abbach
  • Kulturverein Bad Abbach
  • Obst- und Gartenbauverein Bad Abbach
  • Löwen-Freunde Bad Abbach
  • Reservisten Kameradschaft Bad Abbach
  • TSV Bad Abbach
  • VdK Ortsverband Bad Abbach
  • Wasserwacht, Ortsgruppe Bad Abbach
  • Werbe- und Interessengemeinschaft Bad Abbach
  • Zukunft Bad Abbach

Persönlichkeiten

  • Kaiser Heinrich II., der Heilige, wurde laut Johannes Aventinus am 6. Mai 973 auf der Burg zu Abbach geboren.
  • Vermutlich wurde auch seine Schwester, die selige Gisela von Bayern um 985 auf Burg Abbach geboren.

Literatur

  • Ulrich Pietrusky, Günther Michler, Donatus Moosauer: Niederbayern – im Fluge neu entdeckt, Verlag Morsak Grafenau, 2. Aufl. 1982, ISBN 3-87553-135-3
  • Marianne Mehling (Hg.): Knaurs Kulturführer in Farbe. Niederbayern und Oberpfalz, Droemer Knaur, München 1995, ISBN 3-426-26647-4

Weblinks

Wappenbeschreibung und Wappengeschichte


Städte und Gemeinden im Landkreis Kelheim
Wappen Landkreis Kelheim.png

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