Arnstorf

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Arnstorf
Das Wappen von Arnstorf


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Rottal-Inn
Höhe: 397 m
Fläche: 80,48 km²
Einwohner: 6.589 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94424
Vorwahl: 08723
Kfz-Kennzeichen: PAN
Website: www.arnstorf.de
Erster Bürgermeister: Alfons Sittinger (CSU)

Arnstorf ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn.

Lage

Der Markt Arnstorf liegt im Zentrum Niederbayerns und ist umgeben von weiten Wiesenlandschaften in den Talauen des Flüsschens Kollbach sowie von der angrenzenden niederbayerischen Hügellandschaft des Isar-Inn-Hügellandes. Arnstorf befindet sich etwa 20 km südlich von Landau an der Isar, 29 km östlich von Dingolfing, 22 km nordöstlich von Eggenfelden, 18 km nördlich der Kreisstadt Pfarrkirchen sowie 32 km westlich von Vilshofen an der Donau.

Das Rathaus von Arnstorf

Ortsteile

Arnstorf hat 151 Ortsteile: Adermann, Aicha, Aign, Aigner im Ried, Altmannskinden, Arnstorf, Asbach, Baumgarten, Bergham, Birchen, Birkafeld, Blumdorf, Bruckbach, Bruckmühle, Burgerfeld, Daimhäuseln, Dingelsberg, Döttenau, Döttenberg, Eck, Ed, Eiselstorf, Falkerding, Fernbirchen, Freising, Furtschneid, Gaiswimm, Gartenöd, Geiersberg, Geiselsdorf, Gerlstetten, Grafendorf, Grub, Habersbrunn, Hafenöd, Hag, Hainberg, Heißen, Heißenhub, Henning, Hinterholzen, Hinteröd, Hochwimm, Hödl, Hof, Hoheneichberg, Holz, Holzen, Holzham, Holzhäuseln, Holzmann, Holzweber, Jägerndorf, Kapfing, Kattenberg, Kellerhaus, Kemathen, Kloberg, Knockenthal, Kohlstorf, Kolmöd, Kornöd, Kreiling, Kroneck, Kudlhub, Kühbach, Kühblei, Kürpen, Lampersdorf, Langhub, Lindach a.Burgerfeld, Loh, Lohmann, Mariakirchen, Mitterhausen, Mühlberg, Neukirchen, Niederlucken, Nömer, Oberelend, Oberradlsbach, Oberreut, Oberwimpersing, Ofen, Padersberg, Pauxöd, Petersdorf, Picklöd, Puch, Püchl, Qualn, Rabenbrunn, Radelsbach, Raisting, Reisach, Reisat, Reitberg, Reith, Ried, Ruppertskirchen, Sägmühl, Salksdorf, Sattlern, Schachten, Schachtenmann, Schickanöd, Schimpfhausen, Schleeburg, Schlott, Schmidhub, Schornöd, Schröttendorf, Sendlmeier, Sichenpoint, Siegerstorf, Siglthann, Sommerstorf, Speisöd, Stadl, Staudach, Steindorf, Stelzenöd, Stierberg, Stocka, Stockahausen, Thal, Thalhausen, Thannermann, Thanning, Triefelden, Unterelend, Unterkager, Unterreut, Unterschachten, Unterwimpersing, Volkstorf, Wabach, Wada, Wadermann, Weilnbach, Weingarten, Westerndorf, Wiedmais, Wimpersing, Winchen, Zachenöd, Zankl, Zeil, Zeilling, Zenzlhub und Zwilling.

Geschichte

Arnstorf wurde erstmalig 1145 urkundlich erwähnt. Um 1130/40 ist ein Wernhart de Arnsdorf genannt. 1145 tritt ein Roudeger de Arnesdorf als Zeuge in einem Tauschgeschäft des Klosters Aldersbach mit Bischof Heinrich von Regensburg auf. Es darf angenommen werden, daß der "Namengeber von Arnstorf jener im 8. und 9. Jahrhundert besonders um Isen auftretenden Sippe angehörte, aus der der Erzbischof Arn von Salzburg ist". Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist demnach der Personenname Arn. Das Grundwort "dorf" weist auf die Rodungsperiode vom 8. bis zum 11. Jahrhundert zurück, in der zahlreiche "dorf"-Orte entstanden, womit ein zeitlicher Zusammenhang mit jenem Bischof gegeben wäre. Der Name des Ortes läßt demnach darauf schließen, daß es sich bei dieser Siedlung um das Dorf Arn handelt.

Markterhebung

Um die Staatskasse zu füllen, stattete der Landesherr verdienstvolle Adelige mit besonderen Rechten aus. Die Arnstorfer Closen waren als Hofmarksherren Richter und Grundherren. Sie waren die "Herrschaft" und übten diese über Land und Leute ihres Besitzbereiches aus. 1419 wird Arnstorf Markt. Mit der Markterhebung von 1419 war mit Zustimmung der Märkte Eggenfelden und Pfarrkirchen das Recht zur Abhaltung von Jahrmärkten verbunden. Mit der Verleihung des Marktrechtes war die wirtschaftliche Grundlage für den Markt gegeben. Die Folge war eine kaufmännisch-gewerbliche Betätigung der Einwohner.

Das Adelsgeschlecht der Closen

Der Markt war von Beginn an in Besitz der Adelsfamilie Closen, die 1766 die Grafenkrone erhielten. Die Closen und Ihre Nachfolger besaßen ein hohes Maß an Vorrechten. Als Grundherren besaßen sie das Scharwerksrecht sowie das alleinige Jagd- und Fischereirecht. Sie genehmigten die Zunft- und Handwerksordnung. Sie waren ausgestatten mit dem Patronatsrecht. Es schließt das Präsentationsrecht, das Vorschlagsrecht auf niedere Kirchenämter ein. Als das Geschlecht der Closen in Arnstorf Ende des 18. Jahrhunderts ausstarb, gingen die Güter durch Verehelichung 1847 auf die Grafen von Deym über.

Gerichtsbarkeit

Als durch das Gesetz vom 4. Juni 1848 die gutsherrliche Patrimonialgerichtsbarkeit auf den Staat überging, verlor auch das "Amtshaus, ein Wohnhaus mit Amtsstube", zu Arnstorf seine Bedeutung als Gerichtshaus. Das im 18. Jahrhundert neuerrichtete Narrenhäusel, wo die Übertäter strafweise zur Schau gestellt wurden, hatte auch ausgedient. Nach einer Entschließung der Regierung von Niederbayern vom 26. August 1849 wurde Arnstorf als Sitz eines Landgerichts vorgesehen. 1858 übergab der Markt an den König ein Gesuch über die Errichtung des neuen Landgerichtes. Dies wurde jedoch abgelehnt. Erst 1861 wurde für Arnstorf ein Landgericht genehmigt.

Marktwappen

Der ein Schwert haltende Arm gilt als Symbol für den Marktfrieden und ist als solches für die Gegend öfter bezeugt. Die Deutung des Arms als naiv redendes Bild für den Ortsnamen ("Armstorf") ist heraldisch abwegig. Die Tingierung ist vom Wappen der Freiherren von Closen übernommen, die seit dem 13. Jahrhundert die Ortsherrschaft innehatten.

Das Wappen des Marktes Arnstorf weicht damit deutlich von dem am 8. Juni 1813 durch König Max I. Joseph verliehenen Hoheitszeichen ab, das in rotem Schild einen schwarz bewehrten weißen Schwan zeigt. Anlässlich einer Wappenrevision 1835 legte die Gemeinde als Motiv das "uralte Wappen von 1509" vor; es setzte sich wieder gegen das 1813 verliehene Wappen mit dem Schwan durch und findet sich in allen späteren Dienstsiegeln und Wiedergaben in der heraldischen Literatur.

Arnstorf heute

Heute steht Arnstorf auf gutem Fundament: Viele Industrie-, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe haben sich hier angesiedelt, so dass der Markt zum zweitgrößten Industriestandort des Landkreises Rottal-Inn geworden ist.

Politik

Bürgermeister

  • 1. Bürgermeister ist Alfons Sittinger (CSU). Er holte im März 2013 als Alleinkandidat 97,7 Prozent der Stimmen.
  • 2. Bürgermeister ist Johann Brunner (LWG Ruppertskirchen).
  • 3. Bürgermeisterin ist Maria Bellmann (SPD).

Marktgemeinderat

Der Marktgemeinderat hat 20 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 5 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 6)
  • LWG Mariakirchen: 3 Sitze (2008: 3)
  • SPD: 2 Sitze (2008: 2)
  • LWG Ruppertskirchen 2 Sitze (2008: 2)
  • LWG Mitterhausen: 2 Sitze (2008: 2)
  • LWG Jägerndorf: 2 Sitze (2008: 2)
  • Junge Generation: 1 Sitz (2008: 1)
  • UWG: 2 Sitze (2008: 1)
  • LWG Hainberg-Neukirchen: 1 Sitz (2008: 1)

Sonstiges

Der Markt ist Miteigentümer des Franziskanerklosters in Eggenfelden.

Sehenswürdigkeiten

  • Oberes Schloss, vierflügeliges Wasserschloss, entstanden im 16. und 17. Jahrhundert unter Einbeziehung spätgotischer Bausubstanz. Im Nordwestflügel befindet sich im zweiten Obergeschoss der Kaisersaal mit Fresken von Melchior Steidl aus dem Jahr 1714. Die Schlosskapelle St. Katharina im Nordostflügel ist ein spätgotisches, 1715 verändertes Bauwerk mit Deckenfresko von Melchior Steidl.
  • Unteres Schloss, zweigeschossiger Barockbau von ca. 1680 am Nordende des Marktplatzes
  • Pfarrkirche St. Georg, spätgotisches Bauwerk von 1470 bis 1480, mit zu Beginn des 16. Jahrhunderts angebauten Seitenschiffen. Die 1964 bis 1966 erweiterte Kirche enthält mehrere Epitaphe am Eingang und an der Seitenschiffwand.
  • Heimatmuseum im Alt-Arnstorf-Haus, einem 1759 erbauten Holzhaus. Das Museum wurde ab 1968 eingerichtet.
  • Oberer und Unterer Markt mit Häusern des 17. bis 19. Jahrhunderts.

Persönlichkeiten

"Der Holledauer Fidel" - Aufführung 1921 in Arnstorf - Foto: Archiv Proft

Der niederbayerische Heimatkomponist Erhard Kutschenreuter wirkte von 1913 bis 1920 als Lehrer in Neukirchen bei Arnstorf, wo er in der Expositurkirche einen beachtlichen Kirchenchor unterhielt. Hier entstand sein wohl bekanntestes Singspiel "Der Holledauer Fidel". Nach seiner Uraufführung 1920 im Stadttheater Passau wurde es am 11. und 12. Juni 1921 auch in Arnstorf unter Leitung des Komponisten aufgeführt.

Tourismus

Arnstorf hat sich mit weiteren 14 Nachbargemeinden (Stand 2009) zu XperBike zusammengeschlossen. Dieser Zusammenschluss hat das Ziel die Radel-Region auch über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt zu machen. Die wichtigste Veranstaltung ist hierbei die jährlich stattfindende XperBike Sternfahrt, das 2008 das erste Mal von Arnstorf ausgerichtet wurde.

Wirtschaft

Bildung und Erziehung

  • Realschule Arnstorf
  • Berufsfachschule für Altenpflege und Altenpflegehilfe
  • Closen-Volksschule Arnstorf (Mittelschule)
  • Grundschule Arnstorf
  • Volkshochschule Arnstorf
  • Kindergarten Arnstorf
  • Arnstorfer Kindernetz

Vereine

  • 1.Pool Billard Club Arnstorf
  • BRK Bereitschaft Arnstorf
  • Bürgerforum Arnstorf
  • CSU-Ortsverband Arnstorf
  • Faschingsfreunde Arnstorf
  • FF Arnstorf
  • Interessengemeinschaft Arnstorf
  • Imkerverein Arnstorf
  • Jugendhaus Arnstorf
  • Karate Dojo
  • KLJB Arnstorf
  • Kolpingfamilie Arnstorf
  • LAC Arnstorf
  • Landwirtschaftlicher Verein In Bayern
  • Liedertafel
  • Mobiliar-Feuerversicherungsverein a.G. Arnstorf
  • Modellflugverein Arnstorf - Weilnbach
  • Montessori Förderverein
  • MSC Arnstorf
  • Obst- und Gartenbauverein
  • Mutter-Kind-Zentrum Arnstorf Zwergentreff
  • Reit- und Fahrverein
  • Schützenverein SLG Arnstorf
  • Schwimmbadfreunde Arnstorf
  • SPD-Ortsverein Arnstorf
  • Tennisclub
  • Trachtenverein "D'Kollbachtaler" Arnstorf
  • TSV-FC Arnstorf
  • Vox-Nova-Chor
  • VW-Audi-Club Arnstorf
  • Wasserwacht Arnstorf


Städte und Gemeinden im Landkreis Rottal-Inn
Wappen Landkreis Rottal-Inn.png

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