Anton Hartl

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Anton Hartl vor seinem Fischerei-Geschäft in der Bräugasse 18 in Passau.

Anton Hartl (* unbekannt) ist Passaus letzter Berufsfischer

Leben und Wirken

Anton Hartl wuchs in Vornbach auf, der Vater hatte eine Landwirtschaft und vier Weihern. Schon damals interessierten ihn die Fische darin. Fischer war sein Traumberuf. Doch waren da zwei Probleme: Es gab kaum Lehrstellen – und Hartl war zu mager, nur 52 Kilo schwer. So lernte er den Beruf des Landmaschinenmechanikers. Doch bereits nach der Lehre wechselte er, ging beim örtlichen Schmied in die Lehre, machte später doch noch den Meister als Landmaschinenmechaniker. Er hätte die Schmiede übernehmen können, doch es zog ihn zu den Fischen. Dort ging es nach der Schmiede aber wieder nicht hin. Seine damalige Frau sei in der Autobranche gewesen, Hartl verdingte sich sechseinhalb Jahre als Mechaniker, inklusive bestandener Meisterprüfung. Doch dann war es endlich soweit: Der jüngere seiner zwei Brüder hatte mittlerweile einen großen Fischzuchtbetrieb bei Braunau übernommen, dort konnte er einsteigen. Inzwischen war er bereits zum zweiten Mal verheiratet und wenig später übernahm er in der Passauer Altstadt einen Laden für Angelbedarf – vor mittlerweile fast 40 Jahren. Die ersten fünf Jahre war der Laden direkt im letzten Haus an der Ortspitze, dann im alten Salzstadel an der Bräugasse, dann stand 1983 das Nachbarhaus Bräugasse 18 mit seinem alten Lebensmittelladen zum Verkauf – das Ehepaar Hartl schlug zu. Nach insgesamt 65 Jahren schloss das nach dem Hochwasser flutgeschädigte Geschäft 2013. Der Umsatz hatte in den Jahren zuvor kontinuierlich nachgelassen. Den ersten großen Einbruch erlebte das Geschäft, als die Bräugasse monatelang schlecht oder gar nicht befahrbar war, weil vorne am Römerplatz die Tiefgarage gebaut worden war. Die zweite Minuswelle kam mit der Verkehrsberuhigung der Altstadt, die dritte mit dem Internet.

Heute ist die Fischerei auf Donau und Inn das täglich Brot von Anton Hartl. Er liefert den Fang an Restaurants und Hotels, steht damit auf den Wochenmärkten der Stadt, er räuchert und verkauft freitags mit seiner Frau im eigenen Laden. Kleine gelbe Punkte auf der Wasseroberfläche markieren Anton Hartls Areale: Es sind die kleinen Bojen seiner Netze. Von der Ortspitze hin zur Kräutlsteinbrücke, die Donau abwärts bis kurz nach Jochenstein reicht die Strecke, entlang der er fischt. Zudem angelt er viele seiner Fische aus seinem eigenen Weiher in Haibach.

Sie machten daraus ein Geschäft für Angelbedarf.

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