Essing

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Essing
Das Wappen von Essing


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Höhe: 351 m
Fläche: 17,36 km²
Einwohner: 1.004 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 93343
Vorwahl: 09447
Kfz-Kennzeichen: KEH
Website: www.marktessing.de
Erster Bürgermeister: Jörg Nowy (FCW)

Essing ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Kelheim und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ihrlerstein.

Lage

Essing liegt in der Fränkischen Alb langgestreckt an der schmalsten Stelle des Altmühltales zwischen dem beim Bau des Main-Donau-Kanals abgeschnittenen alten Altmühllauf und imposanten steilen Felshängen.

Ortsteile sind Altessing, Eisensdorf, Essing, Felsenhäusl, Heidenstein, Hiersdorf, Oberau, Osterholzen, Randeck, Riedhof, Schellneck, Schleuße Nr.4, Schulerloch, Unterau und Weihermühle.

Das ehemalige Heilig-Geist-Stift mit der Pfarrkirche Hl. Geist
Der Tatzlwurm, die zweitlängste Holzbrücke Europas

Geschichte

Schon während der Eiszeit wurden die Höhlen der eisfrei gebliebenen Gegend von Menschen bewohnt. Die ältesten Funde aus den Klausenhöhlen stammen aus dem letzten Drittel der Würmeiszeit. Aus der Bronzezeit sind ein Friedhof und ein Urnenfeld erhalten.

Essing wird im Jahr 976 das erste Mal urkundlich erwähnt. Es wurde früher als Yzzing, Ezagin und Ezzingen bezeichnet. Der Name wird auf der Website von Essing als keltischen Ursprungs bezeichnet und von essa (Waffenschmiede, Feuerstätte) und isan (Eisen) hergeleitet. Wolf-Armin von Reitzenstein führt hingegen in seinem Lexikon bayerischer Ortsnamen die Ortsbezeichnung auf den Personennamen Esso zurück.

Die Geschichte des Ortes wurde über Jahrhunderte hinweg von den Randecker Burgherren bestimmt. Bedeutsam für Essing war der Burgherr Graf Ullrich Babo von Abensberg, der dem Ort im Jahr 1336 zum Marktrecht verhalf, das Ludwig der Bayer gewährte. Ullrich Babo stiftete zudem 1367 dem Markt ein mit Gehöften und Waldflächen ausgestattetes Stift mit sechs Chorherren zu Ehren des Hl. Geistes und einem dazugehörigen Spital. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg von den Schweden zum Großteil zerstört.

Die heutige Gemeinde Essing entstand 1938 durch Zusammenlegung von Neuessing und Altessing. Seitdem führt der Markt Neuessing wieder den alten Namen Essing. In jüngster Zeit wurde der Ort von der Errichtung des Main-Donau-Kanals und dem Bau der Ortsumgehungsstraße geprägt. Der Tourismus hat für Essing erhebliche Bedeutung.

Gemeindewappen

Das seit Ende des 14. Jahrhundert geführte Wappen zeigt in Silber auf grünem Dreiberg stehend einen rot bewehrten blauen Reiher mit einem blauen Fisch im Schnabel. Der Reiher mit dem Fisch ist ein Symbol für den Ort in den einst sumpfigen Auen der Altmühl. Der Markt Essing benutzt auf seiner Homepage nicht einen blauen, sondern einen silbernen Reiher mit blauem Fisch im silbernen Feld.

Politik

Bürgermeister

  • Erster Bürgermeister ist Jörg Nowy (FCW). Er wurde 2014 mit 65,7 Prozent der Stimmen gegen Florian Schäffer (CSU, 34,3 Prozent) wiedergewählt.

Marktrat

Der Marktrat von Essing besteht aus 12 Mitgliedern (+ 1. Bürgermeister) und hat aufgrund der Kommunalwahl 2014 folgende Zusammensetzung:

  • CSU: 5 Sitze (2008: 5)
  • FCW (Freie Christliche Wählergem.): 7 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 7)

Sehenswürdigkeiten

Die historische Altmühlbrücke mit dem mittelalterlichen Torturm, im Hintergrund Burg Randeck
  • Pfarrkirche Hl. Geist. Die ehemalige Stiftskirche wurde auf mittelalterlichen Mauern von Joseph Bader erbaut. Das Kirchenschiff entstand 1711, der Chor 1713. Bader schuf auch die Stuckarbeiten. Die Fresken stellen unter anderem das Pfingstwunder und die Stiftsgründung dar. Das Hochaltargemälde Krönung Mariens schuf Valentin Reischl 1717.
  • Kollegiatstift Neuessing. Das an die Kirche im Norden angebaute ehemalige Heilig-Geist-Stift mit seinem Erkerturm ist eine zweiflügelige Anlage von 1630 mit spätgotischem Kern.
  • Sesselfelsgrotte. Die ehemalige Wohnhöhle ist ein sehr bedeutender Fundort der Altsteinzeit.
  • Klausenhöhle. In den Wohnhöhlen wurde unter anderem ein Mammutstoßzahnfragment mit der Ritzzeichnung eines Mammuts gefinden.
  • Schulerloch. Das Wahrzeichen der altsteinzeitliche Wohnhöhlen ist das einzigartige Wasserbecken, im 200 Meter entfernten Kleinen Schulerloch befindet sich eine prähistorischen Felsritzung.
  • Rathaus. Das spätmittelalterliche Bauwerk wurde 1872 erhöht.
  • Burg Randeck. Die mittelalterliche Burganlage war ursprünglich im Besitz der Abensberger. 1996 verkaufte der Freistaat Bayern die Burg an den Markt Essing. Sie wird nun auch für Konzerte genutzt.
  • Tatzlwurm, 189,91 m lange Holzbrücke. Die Brücke wurde von der Rhein-Main-Donau AG 1986 nach Plänen des Architekten J. Dietrich erbaut.
  • 46 m lange historische hölzerne Pfeilerbrücke über die Altmühl. Der Torturm stammt aus dem 14. Jahrhundert.
  • Urgeschichtliches Felsenhäuslmuseum. In der Pension Felsenhäusl befindet sich ein Museum mit Fundgegenständen aus der letzten Eiszeit.
  • Erlebnispfad Juralandschaft
  • Naturschutzgebiet Hirschberg und Altmühlleiten

Bildung und Erziehung

  • Schule "Freies Leben und Lernen nach Maria Montessori"
  • Kindergarten Essing

Vereine

  • Sportfreunde Essing e.V.
  • Freiwillige Feuerwehr Essing e.V.
  • Schützenverein "Klause Essing" e.V.
  • Katholischer Frauenbund Essing
  • Fremdenverkehrsverein Essing
  • Krieger- und Soldatenverein Essing
  • Trachtenverein "Randecker Buam"
  • Fotofreunde Essing
  • Obst- und Gartenbauverein Essing
  • Hobbykünstler Essing
  • VdK Essing
  • Imkerverein Essing
  • AKUV Essing

Literatur

  • Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon der bayerischen Ortsnamen, Verlag C. H. Beck, München 2006, ISBN 3 406 55206 4

Weblinks


Städte und Gemeinden im Landkreis Kelheim
Wappen Landkreis Kelheim.png

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