Albert Zankl

Aus RegioWiki Niederbayern
Wechseln zu: Navigation, Suche
Albert Zankl. (Foto: Jäger)
Früherer und amtierender Rathaus-Chef: Albert Zankl (l.) und Jürgen Dupper. (Foto: Jäger)

Albert Zankl (* 8. April 1954 in Passau) ist ein Passauer Unternehmer und war von 2002 bis 2008 Oberbürgermeister der Stadt Passau. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Leben und Wirken

Ausbildung und Beruf

Zankl besuchte die Volksschule St. Anton und im Anschluss daran das Adalbert-Stifter-Gymnasium Passau. Auf der Staatlichen Fachoberschule erwarb er schließlich seine Hochschulreife und studierte danach an der Fachhochschule Landshut. Diese schloss er als Diplom-Betriebswirt (FH) ab.

1977 trat er in den in den elterlichen Betrieb ein, den er 1987 als Geschäftsführer übernahm. Von 2002 bis 2008 war er Oberbürgermeister der Stadt Passau.

Als Stadtrat und Oberbürgermeister

Zankl trat 1993 in die CSU ein und wurde bereits drei Jahre später, bei der Kommunalwahl 1996 in den Passauer Stadtrat gewählt. Schon bei der darauf folgenden Wahl sechs Jahre später, am 3. März 2002, ging er für die CSU als Spitzenkandidat um das Amt des Oberbürgermeisters in das Rennen – und konnte den seit 1990 amtierenden Rathaus-Chef Willi Schmöller prompt in die Stichwahl zwingen. Diese fand am 17. März 2002 statt und Zankl ging auch hier als Sieger hervor: er wurde mit 53,3% zum neuen Oberbürgermeister der Stadt Passau gewählt. Sein Kontrahent Willi Schmöller erhielt nur 46,7% der Stimmen.

Zankls umsichtiger und tatkräftiger Einsatz beim Hochwasser 2002 brachten ihm sogar eine Nominierung zum „Bayer des Jahres“ ein.

Auch im Jahr 2006 war er wieder gefordert. Das Jahr begann mit dem Schneechaos im Februar. Aufgrund der außergewöhnlich starken Schneefälle mussten etwa 140 Einsatzkräfte der Feuerwehren, des THW sowie der Wasserwacht und der DLRG über 40 Dächer von den Schneemassen befreien. Am 1. März 2006 wurde in Passau der Verdacht des Ausbruchs der Geflügelpest festgestellt. Im Rechen des Kraftwerks Ingling war ein toter Schwan geborgen worden, der mit Vogelgrippe infiziert war. Daraufhin richtete die Stadt einen Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet rund um den Fundort ein. Nach dem Schneechaos folgte ebenfalls im März 2006 mit dem Tauwetter das Hochwasser. Die Donau stieg über 9 m. Die Uferstraßen mussten gesperrt werden und in der Altstadt errichteten über 250 freiwillige Helfer Stege und Sandsackverbauungen. Im gleichen Jahr wette Zankl mit dem Schauspieler Karlheinz Böhm, dass mindestens jeder dritte Einwohner von Passau vom 1. April bis 11. Mai für die Aktion Menschen für Menschen einen Euro spendet. Insgesamt kamen 31.688 Euro zusammen. Damit war die Wette gewonnen und Passau erzielte den 5. Platz unter den teilnehmenden Städten wie München, Bremen und Mainz.

Im Bereich Stadtentwicklung fiel in Zankls Amtszeit die Realisierung der Passauer Neuen Mitte. Beginnend mit dem Abriss der Nibelungenhalle am 10. Februar 2004 und dem Umzug des Christkindlmarkts auf den Domplatz folgten die Jahre der Baumaßnahmen. 2007 konnten schließlich der Klostergarten und der Zentrale Omnibusbahnhof der Öffentlichkeit übergeben werden. Noch im gleichen Jahr fand die Grundsteinlegung für die Stadtgalerie Passau statt.

Abwahl als Oberbürgermeister

In Folge der Stadtratswahl vom 2. März 2008 wurde Zankl von seinem schärfsten Herausforderer Jürgen Dupper in die Stichwahl gezwungen. Auch diese konnte der SPD-Kandidat am 16. März klar für sich entscheiden und löste damit Zankl nach nur einer Legislaturperiode im Amt des Oberbürgermeisters ab. „[Albert Zankl] wirkte stark und gefasst in seiner größten politischen Niederlage, gab vor den Fernsehkameras nach seiner verlorenen Stichwahl souverän wirkende Interviews, nahm alle Schuld auf sich.“, so die PaWo. Allerdings gab der scheidende OB bereits wenig später der gesamten Passauer Medienlandschaft die Schuld für seine Niederlage. Egal, was er für die Stadt gemacht habe – und sei es auch das Beste für Passau gewesen – die Berichterstattung darüber hätte immer einen negativen Unterton gehabt, meinte er.

Die feierliche Amtsübergabe fand am 30. April 2008 im Rathaussaal statt. Unter den Ehrengästen waren unter anderem Bischof Wilhelm Schraml, Regierungspräsident Heinz Grunwald, Uni-Präsident Prof. Dr. Walter Schweitzer sowie die Ehrenbürger Fritz Gerstl, Dr. Gebhard Glück und Dr. Axel Diekmann. Als symbolisches Zeichen der Amtsübergabe hängte Albert Zankl seinem Nachfolger im Oberbürgermeisteramt die Amtskette um – ganz wie es der Tradition entspricht.

Wieder im Stadtrat

Am 31. März erklärte Zankl im Rahmen der Sitzung der CSU-Stadtratsfraktion, dass er sein Stadtratsmandat trotz der Abwahl als Oberbürgermeister antreten wolle. Schließlich sei er ja auch mit den meisten Stimmen bei der CSU (17.441) gewählt worden. Zuvor hatte längere Zeit Unklarheit darüber bestanden. Zankl strebe aber keine Führungsposition in der Fraktion an, sondern wolle nur ein normales Mitglied sein.

Seit gut 100 Jahren werden ehemalige Oberbürgermeister nach Ende ihrer Amtszeit porträtiert und im Rathaus (in der Oberbürgermeister-Galerie) als Gemälde aufgehängt. Gegen Ende Juli 2008 hatte Zankl dem jedoch spontan eine Absage erteilt, von der er später wieder Abstand nahm.

Rückzug aus Politik und Ehrenamt

Am 8. November 2010 legte Albert Zankl sein Stadtratsmandat aus beruflichen Gründen schließlich doch nieder. Das Plenum gab seinem Antrag einstimmig statt. Zankl hatte ihn mit seiner beruflichen Belastung begründet, die ihm keine Zeit mehr für die ehrenamtliche Stadtratstätigkeit lasse. Im PNP-Interview hatte er geschildert, dass er diesen Schritt bereits ein Vierteljahr erwogen habe. Er freue sich auf seine familiäre Rolle als Großvater und wolle dabei einen Teil dessen nachholen, was er in seinen sechs Jahren als Oberbürgermeister habe vernachlässigen müssen. Für ihn rückte Alexander Wösner in den Stadtrat nach.

Gegen Januar 2011 wurde bekannt, dass Zankl auch aus der CSU ausgetreten ist. Medienberichten zu Folge hatte er seinen Parteiaustritt dem Vernehmen nach bereits Ende Dezember erklärt, die maßgeblichen Stellen aber zum Stillschweigen verpflichtet – mit der Begründung, dass er keine politische Funktion und kein Amt mehr bekleide und als Privatperson zu behandeln sei. Er war vom 1. FC Passau bis zur Heininger Feuerwehr aus jedem Verein ausgetreten und deshalb nun in letzter Konsequenz auch aus der CSU, werden seine Ausführungen kolportiert. Er habe „ein Kapitel abschließen“ wollen.

Albert Zankl war seit seiner frühesten Jugend aktiver Fußballspieler und brachte es mit 19 als Schiedsrichter gar bis zur Bayernliga. Beim 1. FC Passau – dessen Ehrenvorsitzender sein Vater ist – war er unter anderem sechs Jahre lang Abteilungsleiter „Leichtathletik“. Bei der Wasserwacht Passau war er als Motorbootsführer, Rettungstaucher und Sankafahrer aktiv. Des weiteren engagierte er sich beim SV Schalding-Heining, den Feuerwehren der Stadt Passau, insbesondere der Freiwilligen Feuerwehr Passau-Heining und dem Löschzug Hauptwache, sowie bei den Wanderfreunden Heining.

Streitfrage: Ehrentitel „Alt-OB“

Nachdem Albert Zankl sein Stadtratsmandat nach der Abwahl als Oberbürgermeister nicht zurücklegte, gab es Diskussionen um die mögliche Betitelung Zankls als „Alt-OB“. Mit Ausnahme von Dr. Emil Brichta haben sich die Nachfolger Hans Hösl und Willi Schmöller sofort nach ihrem OB-Amt aus der Stadtpolitik zurückgezogen. Bei allen dreien kamen sofort nach ihrem Ausscheiden die entsprechenden Anträge aus den Fraktionen. Bei Zankl war dies bis dato nicht der Fall.

Das Rathaus stellte dazu fest, dass als Grundlage das Kommunale Wahlbeamten-Gesetz gilt. Danach können alle früheren kommunalen Wahlbeamte, wie dies auch ein Oberbürgermeister ist, sofort nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt mit dem Ehrentitel Alt-OB ausgezeichnet werden. Nötig zur Verleihung der Ehrenbezeichnung, die mit keinerlei Rechten und Pflichten verbunden ist, ist lediglich ein Antrag im Stadtratsplenum. Viele Stadtratsmitglieder sind jedoch der Annahme aus, dass eine solche Auszeichnung erst nach dem Ausscheiden aus der Kommunalpolitik sinnvoll sei.

SPD-Fraktions-Chef Markus Sturm betonte etwa, dass ein solcher Ehrentitel „ja in gewisser Weise, abschließend was würdigen soll“. Und er hielt fest, dass man sich bei der SPD noch nicht aufgerufen sehe, das zu beantragen. Dabei wäre die SPD eigentlich wieder an der Reihe mit dem entsprechenden Vorschlag – wenn man einen Blick auf die jüngere Lokalhistorie wirft. Vor ein paar Jahren hatte sich die CSU amüsiert, dass die SPD ungewöhnlich lange brauche, um „ihren“ abgewählten OB Willi Schmöller für den Ehrentitel „Alt-OB“ vorzuschlagen. Damals machten sogar Gerüchte die Runde, dass dies dann kollegialerweise die CSU-Fraktion übernommen hätte. Gerüchte, die der damalige SPD-Fraktions-Chef und jetzige OB Jürgen Dupper mit der Feststellung konterte, dass es 1990 ausgerechnet Willi Schmöller es war, der seinen CSU-Vorgänger Hans Hösl als Kandidaten für den „Alt-OB“ vorschlug.

Ende Januar 2012, gut eineinhalb Jahre nach Zankls Ausscheiden aus dem Stadtrat, hat der Verwaltungsausschuss auf Antrag der CSU-Fraktion einstimmig in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, Zankl mit dem Ehrentitel auszeichnen zu wollen. Nach der einstimmigen Bestätigung durch den Gesamtstadtrat wurde Zankl der Titel am 10. Mai 2012 bei einem Festakt im Großen Rathaussaal verliehen.

Auszeichnungen

Weitere Bilder

Literatur

Weblinks