Aigen am Inn

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Die Pfarrkirche St. Stephanus
Der Pflegerkasten

Aigen am Inn ist ein Ortsteil der Gemeinde Bad Füssing im Landkreis Passau und ein bedeutender Wallfahrtsort. Bis 1972 war Aigen am Inn eine selbständige Gemeinde.

Geschichte

Der Ort Aufhofen kam 1010 als Schenkung Kaiser Heinrichs II. an das reichsunmittelbare Kloster Niedernburg. Als dessen Besitz wurde er 1161 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa dem Hochstift Passau geschenkt. 1470 wurde der Ort zur Hofmark erhoben. Erst um 1700 setzte sich der Name Aigen (Eigentum des Hochstifts) durch. Mit einigen umliegenden Orten bildete Aigen bis zur Säkularisation im Jahr 1803 als Herrschaft Riedenburg eine fürstbischöfliche Enklave im Kurfürstentum Bayern. Die Gemeinde Aigen gehörte zum Landkreis Griesbach. Im Zuge der Gebietsreform wurde sie am 1. Januar 1972 an die Gemeinde Bad Füssing angeschlossen.

Über die Wallfahrt

Die Wallfahrt zum Heiligen Leonhard geht Berichten zufolge auf eine vom Inn angeschwemmte hölzerne Leonhardifigur zurück. Zu Ehren des Heiligen, der schon im 9. und 10. Jahrhundert in Bayern als Schutzpatron des Viehs verehrt wurde, erbaute man um 1270 eine romanische Kirche. Der größte Teil der heutigen Wallfahrtskirche St. Leonhard stammt aus der Zeit um 1500.

Die Leonhardiwallfahrt von Aigen ist die älteste in Bayern neben der von Inchenhofen. Zahlreiche Votivgaben im Untergeschoß des Südturms veranschaulichen die Bedeutung der Wallfahrt. Gespendet wurden hauptsächlich kleine eiserne Opfertiere. Besonders auffällig sind die fünf, ursprünglich sechs „Würdinger“, Eisenklötze, die an menschliche Gestalten erinnern. Die größte Figur ist 78 Zentimeter hoch und 145 Kilogramm schwer. Sie anzuheben, galt als Brauch und besondere Leistung zum Schutz vor Krankheit. Der heilige Konrad von Parzham pilgerte von 1840 bis 1849 fast jede Woche nach Aigen. Am Sonntag nach dem Festtag des heiligen Leonhard (6. November) findet alljährlich ein Leonhardiritt statt, der in den 1970er Jahren wieder belebt wurde.

Die Pfarrkirche St. Stephan entstand 1161. Die heutige Gestalt erhielt sie 1470 bis 1518. Danach wurde sie noch mehrmals verändert. Aigen war auch Sitz eines fürstbischöflichen Pflegers, woran noch das in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaute Kastengebäude erinnert. In den unteren Geschossen befanden sich Wohn- und Gerichtsgebäude, die oberen Geschosse waren Getreidespeicher.

Sehenswürdigkeiten

  • Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt zu St. Leonhard, zweischiffige Hallenkirche mit 60 Meter hohem Westturm und Vorhalle im Süden. Teile der romanischen Kapelle sind in den gotischen Tuffsteinquaderbau von 1460 integriert. Inneres mit frühbarockem Hochaltar von 1646 und Seitenaltären aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
  • Pfarrkirche St. Stephan, 1470 bis 1518 erbauter Tuffsteinbau, mit Seitenkapelle von 1775
  • Kastengebäude, Tuffsteinbau aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, ehemals Sitz des Pflegamtes mit Wohnung, Gerichtsräumen und Getreidespeicher
  • Bischöfliches Schloss, kubisches Bauwerk von 1704, seit Mitte des 18. Jahrhunderts Jagdschloss der Passauer Fürstbischöfe, das dritte Geschoss wurde nach Brand 1810 entfernt.
  • Leonhardiumritt am Sonntag nach Leonhard (6. November)
  • Leonhardimuseum Aigen a. Inn
  • Europäisches Wappenmuseum

Bildung

Vereine

  • DJk Tennisclub Aigen
  • Freiwillige Feuerwehr Aigen am Inn
  • Gartenbauverein Aigen am Inn
  • Krieger- und Soldatenkameradschaft Aigen
  • Sportverein Aigen
  • Forum Aigen am Inn e.V.
  • Eisstock-Club DJK Aigen am Inn
  • Christlicher Frauenverein Aigen am Inn

Siehe auch


Weblinks