59. Europäische Wochen

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Der gelbe Engel, das Logo der EW.

Die 59. Europäischen Wochen im Jahr 2011 standen unter dem Thema „À Dieu – In Zeiten spiritueller Unruhe“ und nahmen damit Bezug auf den Abschied des langjhrigen Intendanten Dr. Pankraz Freiherr von Freyberg. Vom 23. Juni bis zum 31. Juli umfasste das Programm insgesamt über 80 Veranstaltungen aus diversen Bereichen, wie beispielsweise Musik, Theater, Lesungen, Filme, Vorträge und Ausstellungen.

Schirmherr der 59. Europäischen Wochen war Dr. h.c. Joachim Gauck, der Vorsitzende der bundesweiten Vereinigung Gegen Vergessen.

Für weitere Informationen siehe: Festspiele Europäische Wochen Passau.

Über die 59. Europäischen Wochen

Thema

Die Festspiele standen in diesem Jahr unter dem Motto „À Dieu – In Zeiten spiritueller Unruhe“. Übersetzen wolle er die französischen Worte mit „Dank an den lieben Gott“, so Intendant Dr. Pankraz Freiherr von Freyberg, „Dank, dass ich seit 1995 das Programm in voller Freiheit gestalten durfte.“ Nach 17 Jahren und weit über 1.000 Veranstaltungen wird Freyberg nach diesen Festspielen seinen Posten abgeben. Passend zum Motto war ein Schwerpunkt der Europäischen Wochen die Musik von Johann Sebastian Bach, der wie kein anderer Komponist so komprimiert Spiritualität in seiner Musik transportiere, so Freyberg.

Im Vorfeld

Bei einer Prominenten-Spezialausgabe der RTL-Show „Wer wird Millionär?“ mit Günther Jauch vom 30. Mai 2011 half EW-Intendant Dr. Pankraz Freiherr von Freyberg der Moderatorin Barbara Schöneberger als Telefonjoker zu einem Gewinn von einer Million Euro für soziale Zwecke. Im Nachklang der Show wurde im EW-Büro mittels eines Medienbeobachtungsdienstes ein überwältigendes Medienecho registriert. Demnach erschienen nahezu 300 Online-Artikel und weit über 50 Berichte in Zeitungen und Zeitschriften flächendeckend in ganz Deutschland. „Dies ist eine unglaubliche Werbung für die Europäischen Wochen, die Stadt Passau und die Region, die eigentlich unbezahlbar ist“, zeigte sich von Freyberg ob dieser unverhofften Präsentationsmöglichkeit hocherfreut.

Bei der Show hatte Schöneberger außerdem versprochen, einen Betrag an die Festspiele Europäische Wochen Passau zu spenden. Dieses Versprechen löste sie bereits kurz darauf ein: Pünktlich zum Auftakt der diesjährigen Festspielsaison spendete sie dem Festival 20.000 Euro aus ihrer Privatschatulle. Mit dem Geld konnte unter anderem das begrenzte Fünf-Euro-Karten-Kontingent für Kinder unter zwölf Jahren und ganze Schulklassen aufgestockt werden.

Programm

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Eröffnung

Am 24. Juni 2011 wurden die 59. Europäischen Wochen vor fast 700 Gästen von Wolfgang Heubisch, bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, im Passauer Rathaussaal eröffnet. Der Minister stufte die Festspiele als bedeutendes europäisches Kulturfest ein, das sich von Anfang an dem Europa-Gedanken verschrieben hat. „Seit dem Jahr 1952 hält man fest an der Vision einer grenzüberschreitenden Kultur-Veranstaltung – trotz zeitweise sehr schwieriger Bedingungen.“ Der Minister machte dem scheidenden Intendanten, Dr. Pankraz von Freyberg, der 16 Jahre lang die EW künstlerisch geleitet hat, das Kompliment, „die Festspiele sowohl vom Erscheinungsbild als auch inhaltlich einen gewaltigen Schritt nach vorne“ gebracht zu haben.

Im Anschluss daran beeindruckte Schirmherr und Festredner Joachim Gauck durch brillante Rede. Der Mitinitiator des kirchlichen und öffentlichen Widerstands gegen das SED-Regime in der DDR machte „Vertrauen gewinnen“ zum Thema seiner Rede. Das Motto „À Dieu“ habe ihn veranlasst, die Einladung anzunehmen. „Die Festspiele mit Gott zusammenzubringen, das kommt nicht jeden Tag vor. Da hat einer in eine Tiefe geschaut, die mich interessiert“, so Gauck. Er erzählte aus seiner Biografie, in der „der Glaube ein machtvolles Hilfsmittel war für das Überleben der Seele in der Unkultur der Diktatur“. Der Festredner rief dazu auf, an sich selbst als ein Individuum zu glauben, das vertrauensfähig sein könne – trotz aller gegenläufigen Prägungen. Er forderte auch, der „Verdrusskultur“ entgegenzutreten. Joachim Gauck mahnte zurückzublickend, als es 1952, zur Zeit der Gründung der Europäischen Wochen, darum ging, verloren gegangenes Vertrauen bei den Amerikanern wieder zurückzugewinnen: „Vertrauen in eine Gesellschaft zu haben und Ja zu ihr zu sagen, bedeutet nicht, dass alles hundertprozentig ist, sondern dass Werte sichtbar und einklagbar sind für die Mehrheit der Menschen“, so der Festredner.

Die Veranstaltung wurde musikalisch von Franz Wagnermeyer (Trompete) und Klaus Oberleitner (Klavier) umrahmt. Nach der Eröffnung begab sich die Festgesellschaft zum Staatsempfang der bayerischen Regierung ins Glasmuseum Passau. Rund 500 Gäste erlebten am Abend das Eröffnungskonzert in der Studienkirche St. Michael.

Bilanz

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Literatur

Weblinks


Festspiele Europäische Wochen Passau

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