Sankt Englmar

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Sankt Englmar
Das Wappen von Sankt Englmar


Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 808 m
Fläche: 36,85 km²
Einwohner: 1.514 (30. Juni 2013)
Postleitzahl: 94379
Vorwahl: 09965
Kfz-Kennzeichen: SR
Website: www.sankt-englmar.de
Erster Bürgermeister: Anton Piermeier (CSU)

Sankt Englmar ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen und staatlich anerkannter Luftkurort.

Blick auf Sankt Englmar, oben im Hintergrund Hotelbauten
Die Pfarrkirche St. Engelmar
Die Kapelle St. Leonhard

Lage

Sankt Englmar liegt in der Region Donau-Wald am Fuß der Berge Pröller und Predigtstuhl im Vorderen Bayerischen Wald. Der Dorfkern befindet sich klimatisch günstig am Südhang in der Quellmulde des Grünbaches.

Ortsteile

Ortsteile sind Ahornwies, Glashütt, Großwiese, Grün, Grünmühl, Haidberg, Hilm, Hinterwies, Hof, Hügelhof, Klinglbach, Klingldorf, Kolmberg, Loderwinkl, Maibrunn, Markbuchen, Meinstorf, Mitterberg, Münchszell, Oberhaag, Prellerhaus, Reisach, Rettenbach, Sankt Egidi, Sankt Englmar, Staudenau, Unterhaag, Zellwies.

Geschichte

Der Name des Ortes geht auf den Einsiedler Engelmarus zurück, der um 1094 als Einsiedler eine Klause in der Waldwildnis erbaute. Er wurde im Winter des Jahres 1100 von seinem Diener mit einem Beil erschlagen und unter Reisig und Schnee verscharrt. Im Frühjahr des nächsten Jahres fand man seinen Leichnam. 1125 erhielt er eine steinerne Ruhestätte, 1188 wurde Engelmarus selig gesprochen.

Ob die Ortschaft, die 1183 als apud sanctum Engelmarum in einer Urkunde des Klosters Windberg erstmals erwähnt wird, aus der Niederlassung des Einsiedlers hervorging, ist nicht eindeutig nachweisbar. Nach Errichtung einer Pfarrei 1296 entwickelte sich Sankt Englmar zum Wallfahrtsort. Bis heute wird der Brauch des Englmari-Suchens am Pfingstmontag gepflegt.

Die Pfarrei war dem Kloster Windberg inkorporiert. Während des Dreißigjährigen Krieges brannten 1634 die Schweden das Dorf und die Kirche nieder. Abt Michael ließ danach die jetzige Pfarrkirche erbauen.

St. Englmar gehörte in kurbayerischer Zeit zum Landgericht Mitterfels und grenzte an das Landgericht Viechtach. Um 1840 bestand der Ort aus 30 Anwesen. 1899 kam Kaplan Hermann Plass von Regensburg nach Sankt Englmar und machte hier das Skifahren bekannt. Pfarrdorf und Gemeinde Englmar gehörten zum Bezirksamt Bogen, seit 1939 Landkreis Bogen. Am 1. Juni 1959 wurde das bisherige Englmar in Sankt Englmar umbenannt.

Noch 1966 unterschied sich die kleine, etwas isolierte Gemeinde mit 317 Gästebetten und 27.800 Übernachtungen kaum von anderen als „Sommerfrische“ dienenden Urlaubsorten im Bayerischen Wald. In den 1970er Jahren baute man den Ort zum Wintersportzentrum aus. Im November 1973 wurde von der Ferienpark am Predigtstuhl-Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG, St. Englmar, in über 900 m Höhe auf 52.000 m² Fläche ein 440 Appartements mit 1150 Betten umfassender Ferienpark mit zahlreichen Hotels, Ladenpassagen und Sportanlagen eröffnet, der von den Einheimischen den Namen „Schachterldorf“ erhielt. 1980 bot die Gemeinde eine Kapazität von 3123 Betten und zählte 486.949 Übernachtungen. Mit 34400 Übernachtungen auf 100 Einwohner erreichte Sankt Englmar in diesem Jahr hinsichtlich der Fremdenverkehrsintensität unter Bayerns Gemeinden den dritten Rang hinter Balderschwang und Bad Füssing.

Gemeindewappen

Das seit 1961 geführte Wappen zeigt in Blau einen silbernen Pfahl, darin auf grünem Berg eine grüne Tanne. Links davon ist eine silberne Märtyrerpalme, rechts ein senkrecht gestelltes silbernes Beil zu sehen.

Die grüne Tanne auf dem Berg beschreibt die Lage der Gemeinde inmitten des Bayerischen Waldes. Palmzweig und Beil nehmen Bezug auf den namengebenden Ortspatron, den seligen Englmar. Die Tingierung in Weiß und Blau verweist auf die Grafen von Bogen, zu deren Herrschaftsbereich das Gemeindegebiet bis zum Übergang an die Wittelsbacher im Jahr 1242 gehörte.

Politik

Bürgermeister

  • Erster Bürgermeister ist Anton Piermeier (CSU). Er wurde 2014 ohne Gegenkandidat mit 90,96 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.

Gemeinderat

Der Gemeinderat von Sankt Englmar hat 12 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und aufgrund der Kommunalwahl 2014 folgende Sitzverteilung:

  • CSU: 7 Sitze + 1. Bürgermeister (2008: 7)
  • SPD: 3 Sitze (2008: 3)
  • FW: 2 Sitze (2008: 2)

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche St. Engelmar, erbaut 1656. Die Reliquien des seligen Engelmar sind seit 1717 im Altar in einem Glasschrein untergebracht.
  • Kapelle St. Leonhard, ältestes Bauwerk des Ortes, 1480 eingeweiht. Empore und Deckenstuck stammen aus dem 18. Jahrhundert. Der Christuskörper am Kreuz an der Rückwand über dem Altar ist spätbarock. Die Kapelle enthält Votivtafeln aus dem 18. und 19. Jahrhundert.
  • Englmari-Brunnen am Kirchplatz, errichtet 1997, ein Werk des Künstlers Günter Mauermann.
  • Englmari-Suchen am Pfingstmontag. Das religiöse Schauspiel hat die Legende vom Tod und Auffinden des seligen Engelmars zum Inhalt. Es wird unter anderem von einem Umzug und einer Messe am Kapellenberg umrahmt.
  • Rauhnachtsparty am 28. Dezember am Kirchplatz
  • Nostalgie-Skirennen am Faschingsdienstag
  • Kirchweih Ende September
  • Waldwipfelweg Sankt Englmar

Tourismus

  • Die Urlaubsregion Sankt Englmar umfasst die Gemeinden Sankt Englmar, Haibach, Mitterfels, Neukirchen, Perasdorf, Rattenberg und Schwarzach.
  • Wintersportzentrum St. Englmar mit 13 Skiliften, 7 Flutlichtpisten, 10 Langlaufloipen und 5 Rodelhängen
  • Kurpark mit Erlebnishof Alte Mühle und Naturbadeweiher
  • Indoor-Spielplatz in Grün-St. Englmar
  • Waldwipfelweg in Maibrunn, eröffnet 2008
  • Längste Sommer-Rodelbahn im Bayerischen Wald

Bildung und Erziehung

  • Schule St. Englmar (Klassen 3 + 4) der Grundschule des Schulverbands St. Englmar-Perasdorf
  • Kindergarten St. Englmar

Vereine

  • Festspielgemeinschaft St. Englmar
  • Freiwillige Feuerwehr Sankt Englmar
  • Kath. Frauenbund Sankt Englmar
  • Wintersportverein Sankt Englmar
  • Trachtenverein Sankt Englmar
  • Tennisgemeinschaft TG 80
  • KVSK Sankt Englmar
  • Sportivo Sankt Englmar
  • KLJB Sankt Englmar
  • Handwerkerverein Sankt Englmar

Literatur

  • Ulrich Pietrusky, Günther Michler, Donatus Moosauer: Niederbayern – im Fluge neu entdeckt, Verlag Morsak Grafenau, 2. Aufl. 1982, ISBN 3-87553-135-3

Weblinks


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Wappen Landkreis Straubing-Bogen.png

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