ScharfrichterHaus Passau
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Das ScharfrichterHaus Passau ist ein bekanntes Kleinkunst- und Kabarett-Theater in Passau mit überregionaler Bedeutung. Es befindet sich in der Milchgasse.
Das ScharfrichterHaus ist einer der wichtigsten überregionalen Werbeträger für die Stadt und die Region Passau. Laut dem Chef des Hauses, Walter Landshuter „[betrachtet sich] das Scharfrichterhaus [...] prinzipiell als außerparlamentarische Opposition.“
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Namensgebung
Seinen Namen verdankt das Haus unter anderem einer Legende, derzufolge dort früher der Scharfrichter von Passau gewohnt haben soll. Diese Legende wurde vor allem dadurch genährt, da sich vom 13. Jahrhundert bis ins Jahr 1443 hinein in dem Gebäude das gefürchtete Prislig-Gefängnis befand.
Geschichte
Als die Stadt Passau in den 1970ern unter starkem Einfluss konservativer Kräfte stand, hier sind zu nennen die CSU, die Kirche, sowie die Passauer Neue Presse, formierte sich eine Gegenkultur, in Form von politischem Kabarett. An der Spitze dieser Bewegung standen Bruno Jonas und Siegfried Zimmerschied, die von Anfang an von den konservativen Kräften diskreditiert wurden. Als Beispiele dafür können die von der Stadt Passau verhängten Auftrittsverbote, die vom Bistum Passau erstattete Anzeige wegen Gotteslästerung und die von der PNP verhängte Nachrichtensperre über Veranstaltungen des Scharfrichterhaus genannt werden.
Trotzdem wurde 1977 von Walter Landshuter und Edgar Liegl das Scharfrichterhaus offiziell gegründet. Es entwickelte sich schnell zu einer bedeutenden Kabarettbühne, deren Einfluss über ganz Deutschland reicht und die viele bekannte Künstler hervorbrachte, zum Beispiel Ottfried Fischer. 1979 feierten die Passauer Kabaretttage, ein Festival für Kleinkunst, Theater, Musik und Kabarett, ihren Start und seit 1983 wird vom Scharfrichterhaus, in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk und der Münchener Abendzeitung, das Scharfrichterbeil verliehen, ein bedeutender Nachwuchspreis für Kabarettisten.
2002 zog sich der Gründer Edgar Liegl zurück und übergab das Scharfrichterhaus an den neuen Inhaber Matthias Ziegler, der das Haus schon 1996 gekauft und im Laufe der Zeit entschuldet hatte.
Mittlerweile sind die Auseinandersetzungen zwischen Stadt, Kirche, Presse und dem Scharfrichterhaus beigelegt und es gilt als wichtiger Teil des Passauer Kulturlebens und als Sehenswürdigkeit.
Nur als eine logische Folge erscheint daher auch die versöhnliche Verleihung des Kulturellen Ehrenbriefs an Walter Landshuter. Dies hatte der Kulturausschuss Mitte Januar 2008 beschlossen. Landshuter allerdings ringt nun mit sich selbst, diesen Preis anzunehmen. „Die Entscheidung [zur Verleihung des Ehrenbriefs] ehrt mich natürlich sehr. Doch ich habe jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder bedanke ich mich bei der Stadt, dass ich nach 30 Jahren das höchste Ziel erreicht habe, das in Passau möglich ist. Oder ich teile mit, dass der Preis für mich nicht annehmbar ist.“
Finanzielle Situation
Aufgrund des überaus erfolgreichen Jubiläumsprogramms 2007 wurde unter anderem die Forderung nach mehr Zuschüssen laut. Immerhin erhalte das ScharfrichterHaus gerade einmal ein Zehntel der Föderung der Europäischen Wochen. „Dabei haben wir größere Resonanz und mittlerweile auch mehr Besucher,“ so der Chef des ScharfrichterHauses, Walter Landshuter. Er wolle die Europäischen Wochen zwar keineswegs abtun, aber er stellt klar, dass 25.000 Euro an Fördergeldern einfach zu wenig sind. Im Kontext einer möglichen Verleihung des Kulturellen Ehrenbriefs an Landshuter, stellt dieser fest: „Wir brauchen keine Preise, wir brauchen Geld.“
Öffnungszeiten
Veranstaltungen
Galerie
Die Gedenktafel |
Kontakt
ScharfrichterHaus
Milchgasse 2
94032 Passau
Telefon: 0851/35900 (auch Kartenreservierungen möglich)
Fax: 0851/2635
E-Mail: info@scharfrichter-haus.de
Internet: www.scharfrichter-haus.de
Literatur
- Stefan Rammer: „Wir bekommen zu wenig Zuschüsse.“ In: Passauer Neue Presse vom 15. Januar 2008 (S. 28)
- Martin Reitmeier: Wirbel um den Scharfrichter: Lehnt Landshuter Ehrung ab? In: Passauer Woche vom 16. Januar 2008 (S. 5)
- Sebastian Daiminger, Michael Koch: „Ich weiß von nichts.“ In: Am Sonntag vom 20. Januar 2008 (S. 6)
