Wolf Hirtreiter

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Wolf Hirtreiter zu seinem 90. Geburtstag 2012. Nach wie vor arbeitet er jeden Tag. (Foto: Kleinknecht)

Wolf Hirtreiter (* 6. März 1922 in Zwiesel) ist ein Bildhauer und Künstler. Er lebt seit 1959 im oberbayerischen Gröbenzell bei München.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Nach einer kaufmännischen Lehre musste der Sohn eines Metzgers und nebenberuflichen Zeichners und Malers von 1940 bis 1945 als Soldat am Zweiten Weltkrieg teilnehmen. Sein Onkel Hans war Bildhauer und regte seine künstlerische Laufbahn an.

Wolf Hirtreiter fand in Hermann Erbe-Vogel zudem einen Lehrer, der ihm schließlich zum Akademiebesuch riet. 1950 bestand er die Aufnahmeprüfung an der Akademie der Bildenden Künste in München und wurde Meisterschüler bei Anton Hiller und bei Heinrich Kirchner. Von 1950 bis 1956 studierte er zwölf Semester Bildhauerei. Ein großes Vorbild war für ihn dabei stets die Steinplastik der Gotik. 1955 schloss er sich der Donau-Wald-Gruppe an.

Sowohl in der Malerei als auch in seinem bildhauerischen Werk stellt der Künstler den Menschen in den Mittelpunkt seines Schaffens; er zeige den Menschen nicht wie er ist, sondern wie er sein könnte, hat er einmal im Gespräch mit der PNP gesagt. Das zweite große Bildthema ist die Natur. Als drittes großes Thema hat sich im Laufe der Jahrzehnte die sakrale Kunst herausgebildet. Wolf Hirtreiter hat nicht nur Themen der Bibel, des Heiligenlebens sowie liturgische Gegenstände bearbeitet, sondern auch das Raumkonzept für über 100 Kirchen in der Diözese Passau entworfen.

Zahlreiche seiner Skulpturen schmücken öffentliche Plätze und Einrichtungen, unter anderem der Kräutlmarktbrunnen vor dem alten Münchner Rathaus und das Portal zum Münchner Südfriedhof. Vor allem in den Kirchen des Bistums Passau hat Wolf Hirtreiter seine künstlerischen Spuren hinterlassen. Zu den frühesten Schöpfungen zählt die Ausstattung der Kirchen in Jandelsbrunn (19631965) mit bemerkenswerter Altarstuckwand und in Emmerting 1967 inkl. Kirchenportal. 1972 und 1975 hat er den Sakralräumen in Pfarrkirchen und Wegscheid sein Gepräge gegeben und 1997/98 die dem Jugendstil nachempfundene Raumgestaltung von Schalding l.d.D. geschaffen. Zum Ende des Jahrtausends ließ er die Abteikirche von Kloster Schweiklberg in Vilshofen und die Kirche des Klosters Neustift bei Vilshofen in neuem Glanz erstrahlen. Nebst Leopold Hafner hat kein anderer Bildhauer in der Diözese Passau so viele Sakralräume gestaltet wie Wolf Hirtreiter. In mehr als 107 Kirchen des Bistums Passau hat er Altäre und Tabernakel errichtet, Marienorte und Kreuzwege geformt, so in Lindberg, Klingenbrunn und Winzer.

Im Bayerischen Wald hat er seine Themen und Motive gefunden: Mensch und Landschaft. Und er hat sich nach dem Krieg mit anderen Künstlern wie Georg Philipp Wörlen, Hermann Erbe-Vogel, Heinz Theuerjahr und Otto Sammer hier zusammengeschlossen und die legendäre Donau-Wald-Gruppe gegründet. Er ist der letzte Überlebende dieser offenen Künstlervereinigung, die sich 1990 auflöste und bis dahin europaweit rund 100 Ausstellungen gezeigt hat.

Ausstellungen

Zum 85. Geburtstag

Alters bedingt hat sich Hirtreiter aufs Zeichnen und Malen verlagert. Aktstudien, südfranzösische Landschaften, und Bäume haben es ihm angetan und lassen diesen Grandseigneur der Künstlerzunft auch mit 86 Jahren nicht ruhen. Die Künstlerseelsorge im Bistum Passau hat ihm 2007 eine „Hommage“ zum 85. Geburtstag in Form einer Ausstellung gewidmet.

Zum 90. Geburtstag

Das Spital Hengersberg im Landkreis Deggendorf, das eine umfangreiche Sammlung zur Donau-Wald-Gruppe in Dauerausstellung zeigt, widmete Wolf Hirtreiter 2012 eine Ausstellung zu seinem 90. Geburtstag: „Wolf Hirtreiter – Künstler mit Leib und Seele“ mit rund 60 Werken von mehreren privaten Leihgebern. Was den besonderen Reiz der Ausstellung ausmacht: Sämtliche Techniken des großen alten Mannes der ostbayerischen Kunstszene sind vertreten.

Auszeichnungen

Literatur

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