Wildpark Ortenburg
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In der Marktgemeinde Ortenburg gibt es mit dem Wildpark beim Schloss und dem Vogelpark Irgenöd gleich zwei Attraktionen für Tierfreunde und Familien. In den beiden weitläufigen Anlagen lassen sich eine Vielzahl von Tieren in unmittelbarer Nähe unbefangen beobachten, wobei einheimische Arten wie Hirsche, Wildschweine, Luchse oder Weißstörche ebenso zu finden sind wie Lamas, Yaks, Flamingos oder Pelikane aus fernen Ländern. Der Wildpark befindet sich im Ortenburger Ortste Vorderschloss. Die gesamte Anlage ist zudem Teil des Landschaftsschutzgebietes Schloss Ortenburg.
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Geschichte
1974 wurde der Ortenburger Wildpark von Graf Alram zu Ortenburg eröffnet. Aus der Leidenschaft für das Jagen entstand bei Graf Alram die Idee zur Gründung eines Wildparks. Der Ortenburger Wildpark war, nach dem Wildpark Tambach bei Coburg, sein Zweiter. Nach der Eröffnung des Ortenburger Wildparks setzte ein wahrer Besucheransturm ein. Durch die Besuchermassen, aber auch durch die Witterung kam es zur Verwitterung der Volieren, Zäune, Hütten, Wege und Wasserleitungen. Es war für die gräfliche Familie, die in Tambach bei Coburg noch einen weiteren Wildpark betrieben nicht möglich beide Anlagen gleichwertig instand zu halten. So stand der Wildpark 1987, nach Ankündigung der Betreiberfamilie, kurz vor der Schließung. Um seinen Erhalt zu gewährleisten, wurde in jenem Jahr der Förderkreis Bereich Schloss Ortenburg gegründet. Spontan traten 57 Mitglieder bei und spendeten bei der Gründungsversammlung 14.000 DM. Bald darauf erhöhte sich das Kapital auf 33.000 DM. Die Gemeinde Ortenburg gab 18.000 DM, die Regierung von Niederbayern eine Investitionshilfe von weiteren 25.000 DM. Damit war die Generalsanierung des Wildparks gesichert. Auf Vermittlung der Gemeinde übernahm Erich Familie Schobesberger den Wildpark als Pacht. Ein Jahr später folgte die Eröffnung des Vogelparks bei Irgenöd. 1992 veräußerte Graf Alram schließlich den Wildpark endgültig an die Familie Schobesberger.
Allein der Wildpark wird jedes Jahr während der Öffnungssaison von Anfang April bis Ende Oktober von etwa 45.000 Gästen besucht.
Konzept
Den Ortenburger Tierparks liegt ein gemeinsames Konzept zu Grunde: So legt Familie Schobesberger besonderen Wert auf die liebevolle und artgerechte Haltung der Tiere. Dazu gehören das möglichst naturbelassene Gelände mit dichtem Baumbestand und großzügige Gehege und Volieren. Dass sich Vögel und Vierbeiner in ihrem Umfeld wohl fühlen, zeigen die Zuchterfolge, die der Vogelpark Irgenöd und der Wildpark Ortenburg Jahr für Jahr aufweisen können.
Schlossanlage
Der Wildpark Ortenburg erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 25 Hektar gleich neben dem Renaissance-Schloss, dem Wahrzeichen der Marktgemeinde Ortenburg. Auf dem Gelände des ehemaligen Tiergeheges und der französischen Gartenanlage der Grafen von Ortenburg lassen sich noch immer Spuren aus der Vergangenheit finden. So konnten Archäologen vor einiger Zeit die Fundamente eines Pomeranzenhauses aus dem 17. Jahrhundert freilegen, in denen sich Zitrusfrüchte und mediterrane Pflanzen überwintern ließen. Heute begrüßt an dieser Stelle eine zutrauliche Schar Damhirsche die Besucher.
Einheimische Tiere
Angelockt vom reichhaltigen Futterangebot und dem weitgehend naturbelassenen Gelände haben auch viele einheimische, zum Teil seltene Vogelarten eine Heimat gefunden.
Das zahme Damwild, sowie Ziegen, befinden sich in einem riesigen Freigehege und können gefüttert werden, ebenso wie die Esel, Wildschweine, Steinböcke und Mufflons auf dem 25 Hektar großen Gelände. Eine Augenweide für Besucher sind auch die Luchse: Mit etwas Glück kann man diese faszinierenden Tiere beobachten, wenn sie direkt am Zaun entlangflanieren.
Überraschungen
Für Kinder und Erwachsene hält der Wildpark jede Menge Überraschungen bereit: Neugierige Waschbären und Meerschweinchen wuseln herum. Anhängliche Bergziegen, Ponys und Schafe lassen sich streicheln. Gut genährte Hängebauchschweine und zufriedene Wildschweine mit ihren quicklebendigen Frischlingen wühlen sich durchs Gelände. Nur beim Luchsgehege braucht der Besucher ein wenig Glück. Die scheue Wildkatze ist im dichten Unterholz nicht leicht auszumachen.
Literatur
- Christiane Straßer: Zu Besuch bei Kakadu & Co. In: Passauer Neue Presse vom 14. August 2008 (S. 25)
- Sandra Semmelmayr: Tiere aus nächster Nähe erleben. In: Passauer Neue Presse vom 10. Mai 2010 (S. 33)
- Barbara Bauer: Wildpark vor Schließung bewahrt. In: Vilshofener Anzeiger vom 10. November 2007 (S. 33)
- Elke Fischer: Der Gründer des Wildparks ist tot. Vilshofener Anzeiger vom 15. August 2007 (S. 32)

