Viechtach
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| Viechtach
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| Basisdaten
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| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern |
| Landkreis: | Regen |
| Höhe: | 450 m |
| Fläche: | 62,48 km² |
| Einwohner: | 8.231 (30. Juni 2011) |
| Postleitzahl: | 94234 |
| Vorwahl: | 09942 |
| Kfz-Kennzeichen: | REG |
| Website: | www.viechtach.de |
| Erster Bürgermeister: | Georg Bruckner (SPD) |
Viechtach ist die drittgrößte Stadt unter den drei Städten des niederbayerischen Landkreises Regen. Sie ist als Mittelzentrum in der Region Donau-Wald ausgewiesen.
Inhaltsverzeichnis |
Lage
Die Stadt liegt an einer Talschleife des Schwarzen Regens zwischen zwei Hauptkämmen des Bayerischen Waldes, die sich im Norden und Süden aufbauen.
Ortsteile
Das Stadtgebiet umfasst die Ortsteile Amesberg, Angerhäuser, Bachlern, Bärndorf, Bärnloch, Baumgarten, Blossersberg, Böhmerlhäusl, Brücklwies, Buchberg, Bühling, Dürrfeld, Eben, Ebenholz, Eging, Eichbühl, Enzleinsgrub, Fernöd, Fischaitnach, Gmeinholz, Gröllerhaus, Grossenau, Grubhof, Gscheidbühl, Gstadt, Gumbach, Haid, Harnberg, Hartbühl, Haselbach, Heinzlhof, Heitzenzell, Hinkhof, Hohenleithen, Höllenstein, Huttersberg, Irlach, Irlseign, Kager, Kaltenbrunn, Kastlmühle, Kreuzbuche, Kreuzstiegl, Kronberg, Kronberghäng, Lammerbach, Lerchenfeld, Leuthenmühle, Lindl, Moosleuthen, Nebenweg, Neunußberg, Oberbrettersbach, Oberhöfen, Penzrain, Pfaffenzell, Pfahl, Pignet, Pirka, Plöß, Poppenzell, Rannersdorf, Rattersberg, Rauhbühl, Reibenmühle, Reilbrunn, Reilhäng, Reilhof, Reilwies, Reiserberg, Riedmühle, Ries, Rittmannsberg, Rothenbühl, Rugenhof, Rugenmühle, Sägmühle, Schlatzendorf, Schmidweide, Schnitzhof, Schnitzmühle, Schönau, Schwalstein, Schwibleinsberg, Stein, Stockhof, Stockwiese, Unterbrettersbach, Viechtach, Weigelsberg, Wiesing, Wurz, Zieglhütte und Zießelsberg.
Geschichte
Vorgeschichte
Verschiedene Bodenfunde weisen darauf hin, dass hier in vorgeschichtlicher Zeit eine Siedlung von Fischern und Jägern bestanden haben dürfte. Die erste geschichtliche Besiedelung erfolgte doch zur Bayuwarenzeit. Hier war ein wichtiger Verkehrskonotenpunkt, weil der Bayerweg eine Furt besaß. Im 12. Jahrhundert übernahmen die Grafen von Bogen die Besiedlung des noch ungerodeten Waldgebietes.
Urkundliche Erwähnung
Die erste urkundliche Erwähnung fällt in das Jahr 1104. Adelheid, die Gattin des Dompropstes Friedrich III. von Regensburg, schenkte einen halben Mansus bei Viechtach an das von den Grafen von Bogen neugegründete Kloster Oberalteich. Viechtach war Ministerialensitz, mit Oudalrici de Viechta und Bernhard de Viechta sind auch einige Namen überliefert.
Der Ortsname ist ursprünglich ein Gewässername, zusammengesetzt aus althochdeutsch „fietha“, „fieta“ bzw. mittelhochdeutsch „viehte“ (=Fichte) und althochdeutsch „aha“ (=Wasser, Fluss). Zur Unterscheidung vom oberpfälzischen Ort Oberviechtach wurde Viechtach auch häufig als Unterviechtach bezeichnet.
Herzoglicher Besitz
Nach 1242 war Viechtach herzoglicher Besitz geworden. 1272 wurde Viechtach erstmals als Markt urkundlich erwähnt. Viechtach war Sitz eines Landgerichts, dessen Gebiet bis an den Großen Arber reichte und auch das spätere Gericht Regen unfasste. Das Landgerichtsgebiet wurde Viechtreich genannt. Viechtach wurde später vor allen durch seine Viehmärkte bekannt.
Kirche und Pfarrei
Bereits im 12. Jahrhundert sind Kirche und Pfarrei als Eigenkirche der Bogener nachgewiesen. 1233 wurden Kirche und Pfarrei an das Kloster Windberg übergeben, das bis 1617 das Patronatsrecht ausübte. Bereits im Mittelalter umfasste die Pfarrei an die 7.000 Seelen. Wegen der großen Ausdehnung und der vielen Priester (bis zu zwölf) wurde die Pfarrei das Bistum des Bayerischen Waldes genannt.
Wappen
Der Wappenbrief wurde am 20. Mai 1437 von Herzog Ernst ausgestellt
Siehe Hauptartikel: Wappen (Viechtach)
Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert
Nach dem Böcklerkrieg und dem Dreißigjährigen Krieg hatte Viechtach besonders 1703 und 1704 im Spanischen Erbfolgekrieg zu leiden. Im Österreichischen Erbfolgekrieg verwüsteten die Panduren Viechtach. 1729 brannte die Pfarrkirche ab, an ihrer Stelle entstand 1757 bis 1765 die jetzige Rokokokirche.
Erhebung zur Stadt
1808 wurde der Markt politische Gemeinde. Am 3. April 1952 wurde Viechtach zur Stadt erhoben. Bis 1972 war Viechtach Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises, der dann in den Großlandkreis Regen überging.
Eingemeindungen
Die Stadt profitierte aber von den Eingemeindungen im Zuge der Bayerischen Gemeindegebietsreform. Am 1. Juli 1971 kamen die ehemals selbständigen Gemeinden Blossersberg (1.676 ha Fläche, 1.360 Einwohner) und Schlatzendorf (960 ha Fläche, 970 Einwohner) zur Stadt Viechtach. Zum 1. Mai 1978 wurden die ehemaligen Gemeinden Schönau (1.437 ha Fläche, 530 Einwohner), Wiesing (1.169 ha Fläche, 440 Einwohner) und eine Teilfläche der Gemeinde Wettzell mit 567 ha Fläche und 50 Einwohnern in die Stadt Viechtach eingemeindet.
Politik
Bürgermeister
- 1. Bürgermeister ist Georg Bruckner (SPD). Er ist seit 1. Mai 1996 im Amt.
- 2. Bürgermeisterin ist Birgit Nistler (CSU).
- 3. Bürgermeister ist Anton Alt (Unabhängige Viechtach – Schlatzendorf e.V).
Stadtrat
Der Stadtrat hat 20 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:
- SPD: 7 Sitze (+ 1. Bürgermeister)
Manfred Augustin, Heinrich Baumgartner, Ludwig Ernst, Christian Pinzl, Helmut Preiß, Walter Weihmann, Reiner Wühr - CSU: 6 Sitze
Stefan Ebner, Siegfried Niedermayer, Birgit Nistler, Alois Pinzl, Edwin Schedlbauer, Karl-Heinz Schmelmer - Unabhängige Viechtach-Schlatzendorf e.V. (Unabhängige): 4 Sitze
Anton Alt, Monika Müller, Walter Schlicht, August Wanninger - Freie Wähler Viechtach (FW Viechtach): 3 Sitze
Georg Hirtreiter, Belinda Kufner, Monika Tremmel
Beschlüsse
- Der Beschluss 487 sorgte in Viechtach über Jahre hinweg für Furore.
Verdiente Persönlichkeiten
- Helmut Grotz gehört zu den Viechtacher "Urgesteinen", er war lange Zeit 2. Bürgermeister von Viechtach.
- Karl Klingelhöfer war von 1973 bis 2009 ein hochgeschätzter und allseits beliebter Lehrer an der Staatlichen Realschule Viechtach.
- Johannes Andreas Eisenbarth (* 27. März 1663 in Oberviechtach; Oberpfalz † 11. November 1727 Hann. Münden) war ein Augenarzt, Stein- und Bruchschneider, vom dem man lange glaubte, er sei in Viechtach geboren. Er hat das Viechtacher Kulturleben nachhaltig bewegt.
- Anatol Donkan ist ein Künstler und Gründer des Amur Art Museums in Viechtach.
- Anna Thamm (1912-2004) war Flüchtling und Mutter. Ihre Tochter verfasste ein Buch über ihre Lebensgeschichte.
- Sven Ochsenbauer ist ein Viechtacher Jazz-Pianist und Komponist.
- Karl Gareis (1906-1974), Bürgermeister von Viechtach und Erfinder der Eisenbarth-Spiele
- Josef Biller, aus Teisnach stammender Holzhändler. Erbaute im Sommer 1900 in der Nähe des Antonikirchleins eine Kapelle (Billergrotte). Namensgeber für die Billergasse in Viechtach, die früher den westlichen Ortsrand Viechtachs markierte.
- Joseph Anton Ritter von Mussinan (1766-1837) war ein am 13. Dezember 1766 in Viechtach geborener Historiker, Politiker und Jurist.
Tourismus
- Burgruine Neunußberg
- Der Pfahl, Quarzfelsenzug im Bayerischen Wald, dessen markantester Punkt ist der Große Pfahl bei Viechtach
Sehenswürdigkeiten
- Stadtpfarrkirche St. Augustinus, 1757 bis 1765 erbaute Wandpfeileranlage, mit Turm von 1795/1796
- Ehemalige Friedhofskapelle St. Anna, Schiff spätgotisch, Chor barock
- Ehemalige Spitalkirche Hl. Geist, im Kern gotisch und im 18. Jahrhundert verändert, heute profaniert.
- Historischer Troidkasten. Er befindet sich jetzt in der Gemeinde Kollnburg und beherbergt ein historisches Landwirtschafts- und Handwerksgerätemuseum.
- Das so genannte Penzkofer-Haus in der Linprunstraße ist ein im Kern aus dem 13. Jahrhundert stammendes Bürgerhaus, das unter Denkmalschutz steht, aber dem Verfall preis gegeben wird.
- Das ehemaligen Mädchenschulhaus am Stadtplatz, Bewerber für das Museum zur Bayerischen Geschichte
- Rathaus, zweigeschossiger Bau des 17. Jahrhunderts mit Türmchen des 18. Jahrhunderts
- Museum Viechtach. Das Heimatmuseum wurde 1999 von der Waldvereinssektion Viechtach eröffnet. Die drei Schwerpunkte haben die Bezeichnungen „Viechtach in alten Ansichten“, „Bilder und Zeichen der Volksfrömmigkeit“ und „Leinen: vom Samen zum Stoff“.
- Haus des Handwerks. Im eigenen Museum des Handwerkervereins wird ausschließlich originales Handwerkszeug präsentiert, das in den einzelnen Handwerken tatsächlich im Einsatz war.
- Kristallmuseum Viechtach. Das 1977 eröffnete und seit 1994 in der Linprunstraße 4 befindliche Museum der Familie Klingel präsentiert über 1000 Kristalle und Mineralien.
- Fischledermuseum. Das vom Verein Fischledermuseum e.V. geführte Museum beherbergt nicht nur Bekleidung aus Fischleder wie Hüte, Kleider und Handschue, hergestellt aus unterschiedlichen Fischarten wie Karpfen, Lachs, Wels etc., sondern auch zahlreiche Kult- und Gebrauchsgegenstände des sibirischen Urvolkes der Nanai.
- Nostalgiehaus. Das 1839 erbaute, vom jetzigen Eigentümer Michael Irlbeck renovierte und ausgestattete Gebäude beherbergt tausende Ausstellungsstücke von historischem Spielzeug bis hin zu sakralen Gegenständen und Schnitzereien. Das Kernstück des Hauses bildet eine fast komplett ausgestattete Druckereiabteilung. Ein Mauerdurchbruch führt in den „Schratzlkeller“, 6 Meter tief in der Erde.
- Gewölbe der Geheimnisse. Sie sind im ältesten Gebäude der Stadt untergebracht, dem 1432 erbauten ehemaligen Viechtacher Bürgerspital. 400 Replikate erwecken die Welt der alten Griechen und Ägypter wieder zum Leben. In der ehemaligen Spitalkirche hat Künstler Reinhard Schmid auf einem monumentalen Glaskunstwerk die Geschichte des Tarots dargestellt.
- Gläserne Scheune. Künstler Rudolf Schmid verwandelte eine alte Scheune in Rauhbühl in ein Gesamtkunstwerk.
Saller-Haus
Im Sommer 2007 hat die Gemeinde das über 100 Jahre alte, geschichtsträchtige Saller-Haus im Riedbachtal gekaukft. Laut des Vorschlags des Vorsitzenden des Naturparks Bayerischer Wald, Heinrich Schmidt, sollte aus dem Haus ein Naturpark-Ranger-Camp werden. Allerdings fehlten der Gemeinde die dazu nötigen finanziellen Mittel.
Im Juni 2009 musste das zweistöckige Haus nun abgerissen werden. Im April war bereits der Dachstuhl des mehr als 100 Jahre alten und maroden Gebäudes eingestürzt, wenig später gab auch ein Teil der Außenfassade nach. Das Gebäude wurde zu einem Sicherheitsrisiko, denn obwohl das Gelände weiträumig abgesperrt war, hätten sich Personen dort aufgehalten.
Nachdem das Gebäude auf eventuelle Schadstoffe untersucht und als unbedenklich eingestuft wurde, konnten die Arbeiter und Bagger des Bauhofs mit der Arbeit beginnen.
Ob mit dem nun brachliegenden Gelände und der existierenden Zufahrt überhaupt noch etwas passiert, scheint laut Aussagen des Bürgermeisters unwahrscheinlich.
Bildung und Erziehung
- Staatliche Realschule Viechtach:
- Hier unterrichtete der beliebte Lehrer Karl Klingelhöfer bis zu seinem Tod im Januar 2009.
- Die Schüler der Realschule geben seit 1977 auf Initiative des Lehrerehepaars Charly und Franzi Klingelhöfer die Schülerzeitung "s´Woidschratzl" heraus und sind damit sehr erfolgreich. Schon mehrmals hat die Schülerzeitung Preise auf Bayern- und Bundesebene abgeräumt und gehört somit zu den besten Schülerzeitungen des Landes. Momentan arbeiten rund 50 Schüler an der Zeitung mit.
- Dominicus-von-Linprun-Gymnasium Viechtach
- Grundschule Viechtach
- Hauptschule Viechtach
- Staatliche Hotelberufsschule Viechtach
- Sonderpädagogisches Förderzentrum Viechtach
- Kindergarten St. Josef
- Städtischer Kindergarten
Wirtschaft
- Seit Juni 2008 ist die Forstwirtschaftliche Vereinigung Niederbayern in Viechtach ansässig.
- Linhardt Metallwarenfabrik GmbH & Co. KG
Kultur
- Das ostbayerische magazin lichtung beschäftigt sich seit seiner Gründung 1987 mit kulturellen Themen aus der Region.
- Das Amur Art Museum wird vom Verein zur Wiederbelbung der Kunst indigener Nordvölker e.V. betrieben.
- 1999 hat die Sektion Viechtach im Bayerischen Wald-Verein ihr „Museum Viechtach“ in der Regerstraße eröffnet und seither gibt es immer im Mai das Museumsfest, wo unter anderem die sehenswerte Sammlung „Viechtach in alten Ansichten“ gezeigt wird.
Vereine
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Einrichtungen
Seit 1998 hat der Jugendtreff All Stars geöffnet.
Literatur
- PNP: Museumsfest und Alt-Viechtach In: PNP Artikel vom 15. Mai 2009 S. 27
- Daniela Albrecht: "´s Woidschratzl" ist wieder spitze. In: Passauer Neue Presse vom 14. Mai 2009 (S.33)
- Diana Feuerer: Das Saller-Haus ist abgerissen. In: Passauer Neue Presse vom 18. Juni 2009 (S.31)
- Eva Bauernfeind: Die Billergasse war früher der westliche Ortsrand. In: Passauer Neue Presse vom 17. Juli 2010 (S.38)
- Ulrich Pietrusky, Donatus Moosauer: Der Bayerische Wald − im Fluge neu entdeckt, Verlag Morsak Grafenau, 1985, ISBN 3-87553-228-7
- Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon der bayerischen Ortsnamen, Verlag C. H. Beck, München 2006, ISBN 3 406 55206 4
Achslach – Arnbruck – Bayerisch Eisenstein – Bischofsmais – Bodenmais – Böbrach – Drachselsried – Frauenau – Geiersthal – Gotteszell – Kirchberg im Wald – Kirchdorf im Wald – Kollnburg – Langdorf – Lindberg – Patersdorf – Prackenbach – Regen – Rinchnach – Ruhmannsfelden – Teisnach – Viechtach – Zachenberg – Zwiesel
