Triftern
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| Triftern
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| Basisdaten
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| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern |
| Landkreis: | Rottal-Inn |
| Höhe: | 391 m |
| Fläche: | 62,25 km² |
| Einwohner: | 5.208 (30. Juni 2011) |
| Postleitzahl: | 84371 |
| Vorwahl: | 08562 |
| Kfz-Kennzeichen: | PAN |
| Website: | www.triftern.de |
| Erster Bürgermeister: | Walter Czech (CSU) |
Triftern ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Rottal-Inn.
Inhaltsverzeichnis |
Lage
Der Markt liegt in typisch niederbayerischer Hügellandschaft in einem kleinen Seitental der Rott etwa 7 km südöstlich der Kreisstadt Pfarrkirchen, 12 km südwestlich von Bad Birnbach, 28 km westlich von Pocking, 17 km nördlich von Simbach am Inn bzw. 18 km von Braunau sowie 20 km östlich von Eggenfelden. Die nächst gelegene Bahnstation an der Bahnstrecke Passau-Neumarkt-Sankt Veit befindet sich im 5 km entfernten Ortsteil Anzenkirchen.
Ortsteile
Ortsteile sind Aiching, Anzenberg, Anzenkirchen, Bärnsham, Berndlberg, Bruck, Brunning, Diensthub, Dobl, Ecking, Ed, Elsling, Fichten, Figling, Frauenöd, Furth, Gansöd, Garham, Geiselsbach, Geretsham, Gindl, Gnadlöd, Godlsham, Grub, Gschaid, Gschwand, Gumping, Haag, Haidberg, Haselbach, Hennersberg, Hochholz, Hochreith, Hoisching, Holzhäusel, Holzhäusln, Hundshaupten, Immelsham, Irlham, Kagerl, Kauflanden, Kellberg, Köblöd, Lehndobl, Lengsham, Linding, Loderham, Loh, Mollnöd, Mollöd, Mühldobl, Nalling, Neukirchen, Niederleiten, Numberg, Nuppling, Nupplingerau, Oberpaikertsham, Oberplaika, Oberreitzing, Osten, Pechöd, Pelkering, Piering, Plaika, Prehof, Rabensham, Reslberg, Ringfüssing, Rohring, Ruhmannsaigen, Rumpelstein, Schablöd, Staudach, Staudenhäusl, Steinach, Steinbach, Thalham, Thalling, Thannöd, Triftern, Unterpaikertsham, Unterplaika, Unterreitzing, Vierling, Voglarn, Walksham, Weingold, Westen, Wiesing, Willing, Wilzing, Winhub, Winöd und Zieglaign.
Geschichte
Zahlreiche Funde im Markt Triftern und der engeren Umgebung, die der Steinzeit und der Bronzezeit zugeordnet werden, beweisen, dass diese Region schon tausend Jahre vor Christi Geburt bewohnt war. Auch der erstmals auftauchende Name des Ortes "TRUFTARA" kann nur der keltischen Sprache zugewiesen werden.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens "Truftara" taucht während der Regierungszeit des Bischofs Reginhar von Passau (818 - 838) auf. 1388 wurde Triftern das Marktrecht verliehen. Der Nachweis hierüber ist ein "Giltverzeichnis" von 1388, das als Urkunde den Nachweis über die Markterhebung bringt. Herzog Ludwig der Reiche bestätigte in einer Urkunde vom 26. März 1459 den Bürgern des Marktes ihre Freiheiten und Jahrmärkte. Er gestattete darin auch den Bau eines Gefängnisses zur Bestrafung geringer Frevel. Das führte im 17. Jahrhundert zu Streitigkeiten mit dem Pfleggericht Reichenberg. So beschwerte sich in einem Brief vom 20. April 1654 der Pfleger von Reichenberg über ein vierzigjähriges widerrechtliches Ausüben der Gerichtsbarkeit durch den Markt Triftern. Das hatte genaue Bestimmungen über die Zuständigkeiten des Marktes zur Folge.
Außer den bereits in der Urkunde von 1459 bestätigten Jahrmärkten am St.-Veits- (15. Juni) und am Martinstag (11. November) wurde Triftern 1486 die Abhaltung eines dritten Jahrmarktes am Sonntag nach St. Lorenz (3. August) zugestanden. 1509 wurde auch ein Wochenmarkt (Mittwoch) gewährt. Anfang des 17. Jahrhunderts hielten die Bürger von Triftern auch am Sonntag nach dem St. Ulrichstag einen Jahrmarkt ab (4. Juni).
Wie der Bericht über die am Dreikönigstag 1746 stattgehabte Ratswahl zeigt, gliederte sich der Rat des Marktes in einen inneren Rat aus vier Bürgern und einen äußeren Rat aus acht Bürgern. Die Wahlen waren nur mit Wissen und Zustimmung des Pfleggerichts gültig, was 1746 zu einem Konflikt führte. Ab 1774 musste die vollzogene Ratswahl lediglich der Regierung angezeigt werden.
Neben dem Markt bestand in Triftern auch ein Adelssitz. 1443 sind die Dieperskirchner, 1494 die Lenberger auf Triftern nachweisbar. Die Lenberger hatten den Sitz bis zum Ende des 16. Jahrhunderts inne. Danach waren die Besitzverhältnisse oft kompliziert. Vorübergehend auch als Hofmark bezeichnet, ging der Besitz 1821 an Bürgerliche über.
1806 verlor der Markt Triftern die Justizgewalt, da die Kosten für ein eigenes Gericht nicht bestritten werden konnten. 1813 wurde der Markt Triftern samt dem Sitz gleichen Namens entsprechend dem Steuerdistrikt Triftern zu einer Munizipalgemeinde formiert. 1818 wurde diese Formation rückgängig gemacht, womit Triftern nur noch den Status einer Ruralgemeinde innehatte. Erst 1860 durfte die magistratische Verfassung wieder eingeführt werden. Im 19. Jahrhundert waren Schlittenrennen in Triftern sehr beliebt. Am 1. Juli 1902 wurde das Schlösschen Hoftriftern, das teilweise zur Gemeinde Lengsham gehörte, ganz der Gemeinde Triftern einverleibt.
Mit Beginn der Gemeindegebietsreform Anfang der 1970er Jahre änderte sich das Aussehen des Marktes grundlegend. Aus dem kleinen Markt Triftern mit rund 195 ha und 1.500 Einwohnern wurde durch die Eingliederung der damals selbstständigen Gemeinden Lengsham, Voglarn, Wiesing (zum 1. Januar 1971), Anzenkirchen (zum 1. Januar 1972) und Neukirchen (zum 1. Mai 1978) ein Kleinzentrum mit heute über 6.200 ha und mehr als 5.200 Einwohnern. Auch die Orte Anzenkirchen (Erste Erwähnung der "Kirche des Anzio" 1138) und Neukirchen (Erster Hinweis auf den Ortsnamen "Newenkirchen" 1333) können auf eine Jahrhunderte lange Tradition zurückblicken.
Gemeindewappen
Am 25. April 1486 erhielt der Markt Triftern von Herzog Georg dem Reichen das Recht, ein eigenes Wappen zu führen. Der bäuerlich gekleidete Mann mit dem "Triftern" (Getreidesieb, Reuter) ergibt ein volkssprachlich redendes Bild für den Ortsnamen. Tatsächlich ist der Ortsname jedoch von althochdeutsch "trufteren" (= hin- und herschwingen) abzuleiten und bezeichnet die "Männer, die das Holz treiben". Diese Bewegung, das Hin- und Herschwingen, passt aber auch gut zum Getreidesieben. Das zur Zeit der Wappenverleihung entstandene Marktsiegel ist durch Abdruck von 1514 erhalten und zeigt das Wappen im Tartschenschild. Das Wappen wurde in der Detailzeichnung und in den Farben vielfach abgeändert. In der Literatur des 19. Jahrhunderts wurde, basierend auf der Bürgermeistermedaille von 1819, der Mann unbekleidet dargestellt; statt dem Getreidesieb ("Triftern") hielt er einen Korb, wodurch der Sinnbezug zum Ortsnamen verloren ging. Das geschichtliche Wappen wurde nach der Gemeindegebietsreform 1972 von der neuen Gemeinde Triftern unverändert wieder angenommen.
Politik
Bürgermeister
- 1. Bürgermeister ist Walter Czech (CSU).
- 2. Bürgermeister ist Karl Altmann (WG Anzenkirchen).
- 3. Bürgermeister ist Andreas Resch (WG Umland).
Marktgemeinderat
Der Marktgemeinderat hat 20 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister) und folgende Sitzverteilung:
- CSU: 6 Sitze (+ 1. Bürgermeister)
- WG Anzenkirchen: 4 Sitze
- ödp: 4 Sitze
- WG Umland: 3 Sitze
- WG Neukirchen: 3 Sitze
Bildung und Erziehung
- Grund- und Hauptschule Triftern
- Kindergarten St. Stephan Triftern
- Freifrau Fleissner von Wostrowitz-Kindergarten Anzenkirchen
- Gemeindebücherei, hervorgegangen aus der vormaligen Pfarrbücherei
Sport
Die Sportschützin Barbara Lechner war Olympiateilnehmerin und lebt in Furth bei Triftern.
Vereine
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Weblinks
- Der Markt Triftern im Historischen Atlas von Bayern
- Der Sitz Triftern im Historischen Atlas von Bayern
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