Töging am Inn
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| Töging am Inn
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| Basisdaten
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| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Oberbayern |
| Landkreis: | Altötting |
| Höhe: | 398 m |
| Fläche: | 13,66 km² |
| Einwohner: | 9.047 (30. Juni 2011) |
| Postleitzahl: | 84513 |
| Vorwahl: | 08631 |
| Kfz-Kennzeichen: | AÖ |
| Website: | www.toeging.de |
| Erster Bürgermeister: | Horst Krebes (SPD) |
Töging am Inn ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Altötting.
Inhaltsverzeichnis |
Lage
Die Stadt Töging a. Inn liegt im Westen des oberbayerischen Landkreises Altötting. Verkehrsmäßig ist die Stadt erreichbar über die Bahnstrecke München-Simbach und über die Bundesstraßen B 12 und B 299. Von schicksalhafter Bedeutung ist für Töging a. Inn ebenso wie für die ganze Region die baldige Fertigstellung der Autobahn A 94 mit einem Anschluss innerhalb des Stadtgebietes.
Ortsteile
Ortsteile der Stadt sind Aresing, Dorfen, Engfurt, Feichten, Höchfelden, Hubmühl, Töging a.Inn, Westerham und Wildmann.
Geschichte
Wenn wir einen Blick zurück in die Töginger Geschichte werfen, so stellen wir eine über Jahrtausende reichende, fast ununterbrochene Besiedelung fest. An beiden Ufern des Inns und im Innbett wurden zahlreiche Funde aus Stein-, Bronze- und Eisenzeit gemacht. Kelten, Römer und Bajuwaren waren neben einer Vielzahl germanischer Stämme die Bewohner auf Töginger Gemeindeflur, die das Gebiet am stärksten geprägt haben. Töging ist ein sogenannter "-ing-Ort" mit einem Personen- bzw. Sippennamen davor, typischer Hinweis auf eine germanisch-bajuwarische Ansiedlung. Im Salzburger Urkundenbuch ist 1050 ein Ort "Teginingun" bezeugt, doch ist nicht gesichert, ob es sich dabei um das heutige Töging handelt. Die erste Urkunde, die sich mit Sicherheit auf Töging bezieht, findet sich im Salbuch Herzog Heinrichs XIV. von Niederbayern und stammt aus dem Jahre 1300.
Über Jahrhunderte hinweg verharrte Töging in seiner Eigenschaft als Bauerndorf, das vor größeren Katastrophen verschont geblieben zu sein scheint. Erst die Industrialisierung zu Beginn dieses Jahrhunderts hat die Entwicklung Tögings entscheidend vorangebracht. Ausschlaggebend für die Ansiedlung der Industrie waren allein die vorhandene Wasserkraft des Inns und die natürliche Geländestufe, die optimale Voraussetzungen für die Gewinnung von Energie boten. So wurde im Jahre 1917 die Innwerk AG gegründet, die von 1919 bis 1924 ein Kanalkraftwerk errichtete. Von vornherein war als Abnehmer der gewonnenen elektrischen Energie eine Aluminiumhütte geplant, die gleichzeitig errichtet wurde und 1924 mit einem für eine Jahresproduktion von 10.000 t ausgelegten Ofenhaus in Betrieb ging. Im Laufe der Jahrzehnte wurden weitere Ofenhäuser errichtet und die Jahresproduktion zeitweise auf 90.000 t Aluminium erhöht, womit das Töginger Werk an der Spitze aller Aluminiumhütten Deutschlands lag.
In der Nachkriegszeit haben viele Heimatvertriebene und Flüchtlinge in Töging a. Inn eine neue Heimat gefunden. Die industrielle Bedeutung, die hohe Bevölkerungszahl mit zwischenzeitlich über 8.500 Einwohnern und die vorbildliche strukturelle Entwicklung fanden schließlich 1972 in der Erhebung Tögings zur Stadt ihre Würdigung.
Die Hausbesetzung von Töging 1972 war eine der ersten Hausbesetzungen Deutschlands und wohl die erste im Freistaat Bayern. Der zunächst lokale Hintergrund dehnte sich zeitweilig auf überregionale politische Themen aus. Die Hausbesetzung endetet im Winter 1972/1973, da die Heizanlage des besetzten Hauses nicht funktionierte.
Stadtwappen
Im Wappen, das seit 1955 geführt wird, kommt die alte und neue Geschichte der Stadtgemeinde zum Ausdruck. Das Bronzeschwert verweist auf die reichen Funde aus der Bronze- und der Eisenzeit, darunter das 1954 entdeckte, besonders kunstvoll gefertigte Bronzeschwert aus der Hallstattzeit (um 1000 v. Chr.). Die zwei aus blauen Wellen aufzuckenden Blitze stehen für Wasserkraft, Stromerzeugung und Industrie und symbolisieren den großen Umbruch in der Geschichte der Gemeinde, der im Jahr 1921 mit dem Bau des Innkraftwerks und einer Aluminiumfabrik einsetzte und die kleine Landgemeinde in eine Industriegemeinde verwandelte. Die bayerischen Farben Silber und Blau spielen auf die Vergangenheit Tögings als herzogliche Hofmark an, die bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestand. Töging führt seit 1955 den Namenszusatz "a. Inn" und wurde 1972 zur Stadt erhoben.
Politik
Bürgermeister
- 1. Bürgermeister ist Horst Krebes (SPD).
- 2. Bürgermeister ist Bastian Höcketstaller (SPD).
Stadtrat
Der Stadtrat umfasst 20 Sitze (+ 1. Bürgermeister) und hat folgende Sitzverteilung:
- SPD (10 Sitze + 1. Bürgermeister): Elisabeth Auer, Hans-Werner Bauer, Brigitte Gruber, Heidi Harrer, Bastian Höcketstaller, Marianne Kirchhoff-Kasböck, Werner Lehner, Birgit Noske, Markus Staller, Günter Zellner
- CSU (8 Sitze): Stefan Grünfelder, Marcus Köhler, Waltraud Köhler, Renate Kreitmeier, Christian Ortmeier, Gerhard Pfrombeck, Heidi Schachtner, Dr. Tobias Windhorst
- FW (2 Sitze): Reinhold Eichelberger, Josef Neuberger
Wirtschaft
- ViscoTec Pumpen- und Dosiertechnik GmbH hat sich ist auf die Entwicklung und Fertigung von Dosieranlagen spezialisiert.
Sehenswürdigkeiten
- Pfarrkirche St. Johann Baptist. Sie wurde um 1500 errichtet und 1728 mit einem barocken Vorhaus versehen.
- Hochzeitsbrunnen am Rathausplatz. Er wurde von dem Eggenfeldener Bildhauer Joseph Michael Neustifter entworfen.
- Das Heimatmuseum Töging wurde am 4. Juni 2011 eingeweiht.
Patenschaft
1972 hat die Stadt Trostberg anlässlich der Stadterhebung die Patenschaft übernommen.
Projekte
- Die "obere" Isen wurde mit der "unteren" vernetzt, was Fischdurchgängigkeit und neue Lebensräume schafft. Kooperationspartner sind der Bäuerliche Zweckverband, Behörden und Triebwerksbesitzer.
- Funde aus der römischen Siedlung Sollerholz werden in einer Vitrine im Rathaus von Töging am Inn aufbewahrt. Seit dem 19. November 2009 werden die Raritäten der Öffentlichkeit präsentiert.
Bildung und Erziehung
- Regenbogen-Grundschule Töging a. Inn
- Comenius-Volksschule Töging a. Inn (Grund- und Hauptschule)
- Volkshochschule Alt-/Neuötting -Töging a. Inn e. V.
- Landwirtschaftsschule des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Töging a.Inn
- Stadtbücherei Töging a. Inn
- Städtischer Kindergarten "Löwenzahn"
- Kindergarten St. Johann Baptist
- Kindergarten St. Josef
- Spielstube des Deutschen Kinderschutzbundes
Vereine
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Persönlichkeiten
- Martin Götz (* 1911 in Neuötting; † 1942 im Kaukasus) war ein Priester aus Töging am Inn.
- Wilhelm Hoegner (* 1887 in München; † 1980 in München) war bislang der einzige bayerische Ministerpräsident, der der SPD angehörte. Hoegner verbrachte seine Jugendjahre in Töging am Inn.
- Wilhelm Hübsch (* 1914 in Karlsruhe; † 1975 in Augsburg), Sohn des gleichnamigen Vorstands der Innwerk und Aluminium AG, wuchs in Töging am Inn auf. Hübsch war einer der führenden Repräsentanten der bayerischen Wirtschaft nach dem 2. Weltkrieg. Nach ihm ist der Bildungspreis der IHK Schwaben benannt.
Siehe auch
Literatur
- PNP: Töging - bedeutend zur Römerzeit. In: Passauer Neue Presse vom 9. Januar 2010 (S. 22)
Altötting – Burghausen – Burgkirchen an der Alz – Emmerting – Erlbach – Feichten an der Alz – Garching an der Alz – Haiming – Halsbach – Kastl – Kirchweidach – Marktl – Mehring – Neuötting – Perach – Pleiskirchen – Reischach – Stammham – Teising – Töging am Inn – Tüßling – Tyrlaching – Unterneukirchen – Winhöring

