Schlossberg Julbach

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Keramikscherbe pnp.Photo:Jaeger
Burgstelle pnp.Photo:Jaeger
Fundament pnp.Photo:Jaeger

Auf dem Schlossberg Julbach , der in der gleichnamigen Gemeinde im Landkreis Rottal-Inn liegt, befand sich um 1140 eine große Burganlage der Grafen von Julbach. Der Adelssitz wurde 1504 im Niederbayerischen Erbfolgekrieg zerstört. Heute führt ein Wanderweg zum Schlossberg mit seinen unterirdischen Gängen.


Inhaltsverzeichnis

Ausgrabungen und Funde

Nach den Grabungskampagnen in den Jahren 2003 und 2005 wurde die Erforschung auf dem Burgstallgelände neu aufgenommen. Die Grabungen fanden an drei Ausgrabungsschnitten statt. Die Genehmigung wurde durch Dr. Joachim Zeune bei der Unteren Denkmalbehörde im Auftrag der Burgfreunde zu Julbach eingeholt. Unter der Leitung des Burgenforschers Dr. Joachim Zeune wurden weitere Funde am Burgstallgelände entdeckt. Ziel der Grabungen war es die bisher gewonnenen Erkenntnisse zu vertiefen, wie die Burg ausgesehen hat und wie alt sie war. Zudem sollten die bisher gefundenen Mauerstücke in ihrem Verlauf vervollständigt werden. Bei den Grabungen wurden u.a. drei Mauerzüge, Armbrustbolzen, Pfeilspitzen und Nägel entdeckt.

Bei Schnitt 1 am südwestlichen Eck, wo man im Jahr 2003 eine Steinmauer gefunden hatte, wurde die Mauer im Untergrund im kompletten Querschnitt erneut enteckt. Allerdings direkt an der Abbruchkante eines Schutthügels. Die Backsteinmauer hat eine Breite von 1,20 Metern und stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert und dürfte zu einem Torzwinger gehört haben.

Schnitt 2 brachte zwei Mörtelbetten, die in einem Meter Tiefe lagen, zum Vorschein. Sie gehörten zu ehemaligen Mauerzügen, die jedoch komplett abgebrochen waren. Derartige Mörtelbettungen waren nötig, um dem lockeren Mergel ein stabiles Fundament aufzusetzen. Der Verlauf der Mauer hat gezeigt, dass die südöstliche Fläche eine Terrasse aktuelleren Ursprungs ist.

Schnitt 3 wurde angelegt, um beim vermuteten Hauptturm in die Tiefe zu graben. Im Gegensatz zu zwei früheren Grabungen konnte diesmal tatsächlich ein Mauerfragment freigelegt werden. Es stammt vom Füllmauerwerk des Burgturms.

Mehrere Armbrustbolzen, Pfeilspitzen und Nägel kamen bei den Grabungen zum Vorschein. Hervorzuheben ist eine Keramikscherbe von einem hochmittelalterlichen Gefäß.

Besonderer Fund

In dem vermauerten Fragment im Schnitt 3 hat sich als ganz besonderer Fund das Teilstück eines spätmittelalterlichen Topfes erhalten. Dies lässt das Mauerwerk ins 15. Jahrhundert datieren. Das besagt, dass der Turm im Spätmittelalter erneuert worden sein muss.

Erkenntnisse

Die herausragenden Fundstücke werden gezeichnet und über die ganze Kampagne ein Grabungsbericht verfasst.

Als eine wichtige Erkenntnis hielt Dr. Zeune fest, dass die Topographie anders war und die Vorburg kleiner gewesen sein muss. Obendrein gab es im 15. Jahrhundert eine umfassende Umbau- und Neubauphase auf der Burgstelle, kurz vor der endgültigen Zerstörung im Jahr 1504.

Einsatz

Dr. Joachim Zeune, sein Mitarbeiter Franz Kraller und 35 Frauen, Männer und Kinder, die als "Hobbyarchäologen" bei den Grabungen mitarbeiteten, haben sich an zwei Tagen bei den Grabungen engagiert. Der Verein Burgfreunde Julbach sorgte für die Verpflegung.

Literatur

Weblinks

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