Schloss Neuburg am Inn
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Das Schloss Neuburg am Inn ist ein Schloss in Neuburg am Inn im Landkreis Passau. Es thront hoch über dem Inntal an der Grenze zu Österreich.
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Geschichte
Frühe Geschichte
Das Schloss war der Sitz der Grafschaft Neuburg. Es wurde 1050 von den Grafen von Vornbach erbaut. Nach deren Aussterben kam die Burg 1158 an die Grafen von Andechs. 1248 kam die Burg an Bayern. Ab September 1309 wurde die Burg von Herzog Otto von Bayern belagert. Dieser verteidigte mit etwa 500 Soldaten die Burg bis zum 06.01.1310. Da wurde durch Mineure (Bergleute) die Burgmauer zum Einstürzen gebracht, so dass sie dann erobert werden konnte. Der heutige Baubestand stammt großenteils vom Wiederaufbau danach. Das Schloss wurde im Auftrag von Graf Niklas II. von Salm 1529 durch den Passauer Baumeister Wolf Huber im Renaissancestil umgebaut. Die Grafen von Salm hielten die Burg bis 1654 in ihren Besitz. 1654 wurde sie vom neuen Besitzer Georg Ludwig Graf von Sinzendorf (bis 1680) im Barockstil umgestaltet. Nach mehreren weiteren Besitzerwechseln gehörte die Burg von 1730 bis zu dessen Säkularisation 1803 zum Fürstbistum Passau. Danach gehörte sie wechselnden privaten Besitzern und Vereinen. 1810 wurde sie durch Brand schwer beschädigt.
Burgherren
- 1050 bis 1158: Grafen von Vornbach
- 1158 bis 1248: Grafen von Andechs
- 1248 bis 1283: Herzöge von Bayern
- 1283 bis 1309: König Rudolf von Habsburg
- 1309 bis 1310: Herzog Otto von Bayern (Belagerung)
- 1310 bis 1389: Herzog Friedrich der Schöne von Österreich
- 1389 bis 1463: zahlreiche Verpfändungen und Besitzerwechsel
- 1463 bis 1528: Hanns von Rohrbach (Kammerherr Kaiser Friedrichs III.), später: Sigmund von Niederthor
- 1528 bis 1654: Grafen von Salm
- 1654 bis 1680: Grafen von Sinzendorf
- 1680 bis 1698: Österreich
- 1698 bis 1719: Graf Jakob von Hamilton
- 1719 bis 1730: Carl Joseph Graf von Lamberg-Sprinzenstein
- 1730 bis 1803: Fürstbischof, Joseph Dominikus Graf von Lamberg, später: Fürstbistum Passau
- 1803 bis 1806: Königreich Bayern
- 1806 bis 1908: mehrere Privatpersonen, zueltzt: Brauer Johann Roas
- 1908 bis 1922: Bayerischer Verein für Volkskunst und Volkskunde
- 1922 bis 1983: Künstlerunterstützungsverein München
- 1983 bis 1998: Bezirk Niederbayern
- seit 1998: Landkreis Passau
Umbau zu Hotel und Tagungszentrum
Ab 1982 stand die Burg leer und der Regierungsbezirk Niederbayern begann mit Sanierungsmaßnahmen. Von 1986 bis 1988 richtete der Landkreis Passau in der Vorburg im Ökonomiehof den Landkreissaal ein. 1989 baute der Verein Begegnungszentrum der Wissenschaft auf Schloss Neuburg a. Inn die alte Mälzerei als Unterkunftsgebäude um. 1996 wurde ein 4-Sterne Schlosshotel und ein Wirtshaus mit Biergarten eingerichtet. Seit 1998 gehört die Burganlage dem Landkreis Passau, nach umfangreichen Renovierungsarbeiten dient sie heute mit ihren historischen Räumen unter anderem als internationales Begegnungszentrum. Und es geht auch um einen Wirtschaftsfaktor: Die Schloss Neuburg GmbH beschäftigt derzeit 34 Mitarbeiter.
Heute dient Schloss Neuburg mit insgesamt 15 Tagungs- und Veranstaltungsräumen als Tagungsstätte für den Kreistag, als Galerie für Künstler aus dem Landkreis sowie als internationales Tagungs- und Begegnungszentrum für die Universität Passau. Es beherbergt den Landkreissaal sowie die Landkreisgalerie. Gast kann man im 4-Sterne-Hotel Hotel Schloss Neuburg werden. Auch der Töpfer-, Antik- und Weihnachtsmarkt lädt Besucher auf die Schlossanlage ein.
Insolvenz
Während die Burganlage Eigentum des Landkreis Passau ist, lagen die Erbbaurechte bei der Kraus und Wimmer GmbH, die so das Hotel Schloss Neuburg und die Hoftaferne betreiben durfte. Seit der Insolvenz von Kraus und Wimmer 2010 wird durch die Münchener Kanzlei Gleichenstein & Breitling um die Zukunft der Schlosseinrichtungen gerungen, unter anderem mit der Suche nach Investoren. Ziel ist es, die Schließung von Hotel und Taferne zu vermeiden. Allerdings hängt dieses Ziel weiterhin in der Schwebe, da die potentiellen Co-Investoren, unter anderem Hans-Jürgen Haas von der Haas-Gruppe, nach Streitigkeiten mit der Kraus und Wimmer GmbH und nach Uneinigkeit über Sanierungsmaßnahmen vom Vorvertrag Abstand genommen haben. Auch die zwischenzeitliche Pächterin Brunhilde Bonsack, die den vorherigen Pächter, Angelo Valenzano abgelöst hat, hat kein Glück mit der Neuburg. Die finanzielle Zukunft von Hotel Schloss Neuburg und der Hoftaferne ist nun weiterhin ungewiss.
Verkauf
Seit Mitte August 2012 wird Schloss Neuburg im Internet über eine Immobilienfirma angeboten. Der Landkreis Passau erwägt einen Verkauf der Anlage unter der Vorraussetzung, dass diese öffentlich zugänglich bleibt. Der Verkauf für den symbolischen Euro wird ebenso wenig ausgeschlossen wie für sechs Millionen Euro.
Anlage
Bestand
Das Schloss gliedert sich in die Vorburg, die Hauptburg mit Sälen und Söller und die Hoftaverne.
Der Weg zur Vorburg führt von Norden durch den Blumengarten mit Grotte. Die Burg ist von einer Ringmauer umgeben, die mit drei Ecktürmen und einem Torturm bewehrt ist. Ihre ursprüngliche Höhe reduzierte man später und beließ nur den nordöstlichen Turm aus der Zeit um 1400. 1985 bis 1988 wurden die anderen Türme wieder aufgebaut. Im Innenhof befinden sich Wirtschaftsgebäude von 1599, die 1738 erhöht wurden.
Über eine Brücke aus dem Jahr 1707 gelangt man in die Hauptburg. Der Torbau entstand laut Inschrift 1484. Darüber erhebt sich der Bergfried. Die gotische Burgkapelle stammt aus dem 14. Jahrhundert. Das Renaissanceportal, das der Eingang zu den sogenannten Schönen Sälen ist, zeigt den ältesten Renaissance-Dekor nördlich der Alpen. Im Salettl sind Fresken von Fritz Seitz von 1537 erhalten. Weitere Säle sind der Große Rittersaal, Weißer Marmor-Saal und Roter Marmor-Saal.
Im Barockgarten aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts befinden sich mehrere Callot-Figuren, sogenannte Salzburger Zwerge. Der Garten-Pavillon mit Muschel-Grotte von 1664 ist das Werk von Batista Carbone und Giovanni Sforzza. Um die Burganlage herum gibt es einen Rundweg durch den Wald.
Sanierungsmaßnahmen
Im Jahr 2009 soll ein Gesamtkonzept für die Sanierung von Teilen der in schlechten Zustand befindlichen Hochbauten und der Außenanlage erstellt werden. Die Kosten für die umfangreiche Sanierung sind allerdings noch unklar. Mit der Instandsetzung wurde ein Statik- und ein Landschaftsbüro beauftragt.
Das Sanierungs-Gesamtkonzept soll den Schlossgarten mit Grotte, den Rundweg, die Treppenanlagen, die Brücke im Schlosshof, den Prakplatz und die Weiheranlagen umfasssen. Konkrete Kostenvoranschläge können erst nach einer Voruntersuchung der Anlage gemacht werden.
Veranstaltungen
Galerie
Literatur
- Dr. Heinrich Wimmer: Dommelstadl, Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit, ISBN: 3-89643-534-5
- Stefan Dorner: Die Fassade der Neuburg bröckelt. In: Passauer Neue Presse vom 10. Dezember 2008 (S. 27)
- Carmen A. Laux: Eine Kaiserhochzeit wie vor 333 Jahren. In: Passauer Neue Presse vom 24. Januar 2009 (S. 39)
- Werner Windpassinger: Die Neuburg bleibt Hotel- und Gastrostandort. In: Passauer Neue Presse vom 2. September 2009 (S. 27)
- Carmen A. Laux: Trotz Insolvenz: Betrieb auf Neuburg geht weiter. In: Passauer Neue Presse vom 3. Dezember 2010 (S. 22)
- Carmen A. Laux: Happy End für die Neuburg? In: Passauer Neue Presse vom 19. Januar 2011 (S. 22)
- Carmen A. Laux: Schloss Neuburg GmbH: Käufer springt ab. In: Passauer Neue Presse vom 23. März 2012 (S. 23)
- Carmen A. Laux: Neues Kapitel in der Geschichte der Neuburg. In: Passauer Neue Presse vom 22. März 2011 (S. 37)
- Regina Ehm-Klier: Schloss Neuburg zu verkaufen. In: Passauer Neue Presse vom 14. August 2012 (S. 1)
