Renate Braun
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Renate Braun (* 5. August 1952) ist Chefin der Sparkasse Passau. Sie hat keine Kinder und hat im Jahr 2006 geheiratet.
Leben & Wirken
Mit 16 Jahren verlässt Renate Braun die Handelsschule und geht zur Sparkasse Köln. Dort bleibt sie die nächsten 18 Jahre. Schon mit Ende 20 weiß sie, dass sie mal Vorstand werden will. Dies gelingt ihr mit dem Wechsel nach Grevenbroich. Dort wird sie mit 34 Jahren stellvertretendes Vorstandsmitglied. Vier Jahre später der nächste Karrieresprung. Zusammen mit einem Kollegen übernimmt sie die Sparkasse in Alzey. Die beiden sind das jüngste Vorstands-Duo in Rheinland-Pfalz und damit verantwortlich für mehr als 170 Mitarbeiter.
In der Folge sucht sie eine neue Herausforderung, ein größeres Haus. Dieser Wunsch sollte sich mit dem Job in Passau erfüllen: Als Renate Braun Ende der 1980er in der Sparkassen-Zeitung eine Anzeige las, dass die Passauer einen neuen Vorsitzenden suchen, bewarb sie sich. Zweifel, dass sie dieser Aufgabe nicht gewachsen wäre, hatte sie nicht. Gottvertrauen und Selbstvertrauen tragen Renate Braun. Im Rückblick sei sie mit dem notwendigen Glück zum richtigen Zeitpunkt auch immer am richtigen Platz gewesen, sagt Braun. Und für die meist älteren männlichen Mentoren bricht sie eine Lanze: Die haben ihr auf dem Weg nach oben keine Steine in den Weg geworfen, sondern viele Wege erst ermöglicht.
Dennoch verläuft das erste Telefonat mit dem zuständigen Personal-Berater unerfreulich. Sinngemäß gab er ihr zu verstehen, dass sie nicht gerade dem Anforderungsprofil für Passau entspreche. Der neue Vorstandsvorsitzende sollte nämlich ein Bayer sein, von einem größeren Institut kommen und vor allem ein Mann sein. Zwei Wochen später rief der Personalberater wieder bei ihr an und fragte, ob sie sich die Sache nicht nochmal überlegen wolle? Für Renate Braun gab es nichts zu überlegen. Nach einem Auswahlverfahren entschied sich der Verwaltungsrat nun doch für eine Frau. So zog sie in die Dreiflüssestadt, um ein Haus zu übernehmen, das „damals echte Probleme hatte“, wie sie sagt. Heute steht die Sparkasse, dank der Arbeit vieler, wieder sehr gut da.
Auf dem Parkett der Passauer Gesellschaft gibt es fast keinen Termin ohne die Frau von der Sparkasse. „Als Person des öffentlichen Lebens bin ich praktisch immer im Dienst“, sagt sie. Der Übergang zwischen Vorstandschefin und Privatperson ist fließend. Auch wenn sie ins Stadttheater geht, sprechen sie fremde Leute wegen einer Bank-Sache an. Diese lokale Prominenz ist Fluch und Segen zugleich. Unterm Strich ist es mehr Segen. „Sonst dürfte ich nicht all die wunderbaren Menschen ganz nah erleben“, sagt sie. Persönlichkeiten wie Helmut Schmidt, Shimon Peres, Königin Silvia oder André Kostolany, den berühmten Finanzexperten.
Als ausgewählte „Botschafterin Niederbayerns“ engagiert sich Renate Braun für die lokale Kunst- und Kulturszene. Sie sitzt in Gremien der Industrie- und Handelskammer oder der Universitätsstiftung Passau. Eine Reihe Ehrenämter kommt hinzu. Vor ein paar Wochen hat sie deshalb das Bundesverdienstkreuz bekommen.
Renate Braun ist das „klassische Arbeiterkind, das Karriere gemacht hat“, sagt sie über sich selbst. Das ist wohl mit ein Grund, weshalb sie „liebend gerne“ Kinder mit Migrationshintergrund einstellt. „Diese jungen Leute haben Biss und den Willen, die Dinge zu verändern“. Auch ihr wurden die Weichen für ihren Werdegang daheim in Remagen einst nicht in die Wiege gelegt.
Auszeichnungen
- Bundesverdienstkreuz (2010)
Literatur
- Elke Zanner: Die Frau, die zählt. In: Passauer Neue Presse vom 15. Mai 2010 (S. 32)
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