Produzentengalerie Passau
Aus RegioWiki
Die Produzentengalerie Passau wurde 1990 zunächst unter dem Namen ARGE 83 von einer Reihe niederbayerischer Künstler gegründet und ist zu einem festen Bestandteil der Kunstszene Ostbayerns geworden.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Gründung
Federführend war Hubert Huber, Künstler und seit 1987 Erster Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler Niederbayern. Er gründete die ARGE 83 und benannte sie nach der damaligen Postleitzahl von Niederbayern. Die ARGE 83 war eine große und lose Gruppe und ist auch aus den Aktivitäten der Passauer Höllgassen-Künstler hervorgegangen. Die 1980er Jahre, das war die Zeit der Arbeitsgemeinschaften, kurz ARGE genannt. Jede Interessensvereinigung gründete praktisch eine. So auch die niederbayerischen Künstler. So hatte die Produzentengalerie zwei Jahre ihre Heimat in der Höllgasse. Als 1992 das Ladenlokal Ecke Jesuitengasse/Bräugasse frei wurde, haben Hubert Huber und einige Künstler ihren Traum wahrgemacht und eine Galerie gegründet, die sie Produzentengalerie nannten. Produzenten deshalb, weil sie alle Kunst herstellen und die Unkosten der Galerie selbst bestreiten.
Grundvoraussetzung war, dass man sich einig über Qualitätsfragen war. Sechs Produzenten teilten sich das Jahr: Jeder hat zwei Monate, seine Kunst auszustellen oder jemand dazu einzuladen. Dass der Versuch 20 Jahre lang gehalten hat – darüber wundert sich Huber heute selbst. Ein Drittel der Künstler hat durchgehalten. Sie sind organisiert wie eine Firma. Jeder Produzent hat quasi einen Anteil und regelt seine zwei Monate selbst, aber er hat die Pflicht, die anderen zu informieren. Oberstes Gesetz ist, dass die Qualität stimmen muss.
Jubiläum 2010
Das Jubiläumsjahr 2010 wurde mit Ausstellungsgästen wie Alto Hien, Fabio Guerra (Italien), Jan Hendrych (Tschechien), Veronica Romero (Spanien) und Ernst Kraft (Niederlande/Spanien) begangen. Die Beteiligung an der Kunstnacht in der Passauer Altstadt seit 2000 ist ein fixer Termin im Kalender der Produzenten. Im Jahr 2010 wird die Veranstaltung am 16. und 17. Juli unter dem Motto „20 + Donau“ gefeiert. „20 + “ ist schließlich auch der Titel der letzten Ausstellung des Jubiläumsjahres, in dem alle aktuellen und bisherigen Mitglieder der Produzentengalerie mit mindestens einem Werk vertreten sein werden.
Tätigkeitsfeld
Im Laufe der Jahre hat die Produzentengalerie ihre Tätigkeiten ausgeweitet. Sie veranstaltet nicht nur Ausstellungen, sondern auch Lesungen und Jazzfeste. Außerdem gehen die Produzenten auch raus aus ihrer Galerie. 1991 war ein Jahr, in dem man sehr aktiv war. „Nord sued“-Kunst wurde im Kastenhof in Landau/Isar gezeigt; einen regen Austausch gab es mit der Galerie des Westens in Bremen und eine Beteiligung bei der Kunstmesse „art“ in Nürnberg. 1994 haben die Produzenten in Wiesenfelden beim Bund Naturschutz ausgestellt unter dem Thema „Wie viel Erde braucht der Mensch?“. Ausstellungen in Pontevedra in Spanien, in Salzburg, in Oberbayern beim Künstlerbund Garmisch-Partenkirchen, bei den Jazztagen in Burghausen und Jazz an der Donau in Vilshofen. Die jüngsten Ausflüge führten die Produzenten z. B. in die Stadtgalerie Prachatice/Tschechien. Auch auf der „Art Swap Europe“ in Berlin, Plattform für den europäischen Austausch von artist-run initiatives, war die Passauer Galerie vertreten.
Mitglieder
- Waltraud Danzig
- Gabriele Fiebig (Sankowski) (ausgetreten 1997)
- Hubert Huber (Begründer)
- Wolfgang Kretzer
- Anja Kutzki
- Tonie Meilhamer († 2006)
- Stefan Meisl
- Otto Müller
- Janna Riabowa-Leitl (1995-2000)
- Theo Scherling (ausgetreten 2004)
- Cri Smolka (ausgetreten 2008; † 2012)
- Verena Schönhofer
- Helmut Walter (ausgetreten 1992)
- Karin von Wangenheim (ausgetreten 1991)
- Ernst Zahnweh
Literatur
- Edith Rabenstein: Wo Kunst wie eine Firma organisiert ist. In: Passauer Neue Presse vom 25. Februar 2010 (S. 8)
