Passauer Neue Presse

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Schriftzug „Passauer Neue Presse“.
Das Gebäude der VGP in Passau-Sperrwies.

Die Passauer Neue Presse (PNP) ist eine Tageszeitung der Verlagsgruppe Passau (VGP). Sie ist mit einer verkauften Auflage von 183.205 Exemplaren (Sa) (IVW III/08) (Druckauflage: 197.614) eine der größten bayerischen Tageszeitungen und wird vor allem in Südostbayern gelesen. Sie erreicht täglich rund eine halbe Million Leser. Hauptsitz des Verlages ist das 1996 bezogene Medienzentrum in der Sperrwies in Passau.

Chefredakteur ist seit 1. März 2009 der ehemalige stellvertretende Chefredakteur, Ernst Fuchs. Stellvertretender Chefredakteur ist Alexander Kain.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gegründet wurde die Passauer Neue Presse im Jahr 1946 von Dr. Hans Kapfinger, der bis 1933 als Chefredakteur beim Straubinger Tagblatt tätig war. Er erhielt 1946 von Oberst McMahon vom amerikanischen Nachrichtenkontrollamt in Bayern die Lizenz Nr. 16 zur Herausgabe der Zeitung. Am 5. Februar 1946 erschien die erste Ausgabe. Im selben Jahr wurde die Neue Presse Verlags-GmbH gegründet. In den nachfolgenden Jahren übernahm der Verlag zahlreiche kleine lokale Tageszeitungen, die noch heute unter den selben Titeln erscheinen.

Der künstlerische Schöpfer des Titels der PNP war Ruppert Stöcker.

Die Anfänge waren bescheiden: Das Betriebskapital betrug gerade einmal 5.000 Mark. Aus Papiermangel erschien die PNP zunächst nur dienstags und freitags mit vier bis höchstens acht Seiten. Die neue Zeitung war im Verlagshaus der „Passavia“ im Passauer Steinweg untergebracht. Gedruckt wurde sie auf den alten Maschinen der Donau-Zeitung, die die Nazis ein Jahrzehnt zuvor zerschlagen und zu einer Ausgabe ihres ostbayerischen Gaublattes gemacht hatten.

Dr. Kapfinger hatte die Lizenz für ein Gebiet erhalten, das neben der Stadt Passau etwa die heutigen Landkreise Passau, Freyung-Grafenau, Deggendorf und Rottal-Inn umfasste. Vier verschiedene Lokalseiten wurden gedruckt: Passauer Nachrichten, Vilshofener Nachrichten, Bayerwald-Bote, Rottaler Rundschau. Im Jahr 1949 entfiel der Lizenzzwang, viele der so genannten Altverleger versuchten nun, ihre Zeitungen wiederzubeleben. Manche schlossen sich gleich als Lokalausgabe der PNP an, andere gaben nach kurzer Zeit auf. Das Verbreitungsgebiet vergrößerte sich um die heutigen Landkreise Regen und Altötting und Teile des Landkreises Dingolfing-Landau. 1954 gab es 15 Ausgaben mit einer täglichen Auflage von 120.000 Exemplaren. Zum Vergleich: Die alte Donau-Zeitung hatte eine Auflage von etwa 12.000 Exemplaren – und war damit seinerzeit die größte Zeitung in der Region.

Nach dem Tod von Dr. Kapfinger im Jahr 1985 ging die Kontrolle über das Unternehmen auf zwei Gesellschaftergruppen über: auf den Sohn Heinz Kapfinger und die Witwe Edith Berger-Kapfinger sowie deren Tochter Angelika Diekmann. Seit 2002 werden alle Anteile von der Familie Diekmann gehalten.

1994 zog die Redaktion in das neue Druck- und Verlagszentrum am Stadtrand um, das Sitz der Verlagsgruppe Passau wurde. Die Öffnung der Grenzen ermöglichte die Übernahme von Medien in Tschechien (Verlagsgruppe Vltava-Labe-Press) und Polen (Polskapresse).

Die Passauer Neue Presse erscheint heute (2013) in einer verkauften Auflage von 165.000 Exemplaren. Herausgeberin ist Simone Tucci-Diekmann.

Zeitungen

Verbreitungsgebiet der Passauer Neuen Presse ist Niederbayern (ohne Stadt und Landkreis Landshut, Landkreis Kelheim und Landkreis Straubing-Bogen, sowie der Stadt Straubing) und der oberbayerische Landkreis Altötting.

Die PNP erscheint mit insgesamt 15 Lokalausgaben mit insgesamt 26 Lokal-Redaktionen (Altötting, Neuötting, Burghausen, Burgkirchen, Töging, Deggendorf, Osterhofen, Plattling, Freyung, Grafenau, Waldkirchen, Dingolfing, Landau, Passau-Land, Passau-Stadt, Hauzenberg, Vilshofen, Pocking, Bad Griesbach, Regen, Zwiesel, Viechtach, Eggenfelden, Pfarrkirchen, Simbach).

In Südostbayern gliedert sich die PNP in folgende Lokalzeitungen (Verbreitungsgebiet in Klammern):

Im Großteil ihres Erscheinungsgebietes ist sie die einzige Lokalzeitung. Im nordwestlichen Verbreitungsgebiet (Landkreise Dingolfing-Landau und Deggendorf) hat sie Konkurrenz von den Lokalausgaben des Straubinger Tagblatts sowie der Landshuter Zeitung. Im Landkreis Altötting gibt es außerdem die Lokalausgabe des Oberbayerischen Volksblatts (Münchner Merkur).

Die PNP gilt trotz ihres starken regionalen Bezuges als eine Tageszeitung von bundesdeutscher Relevanz. Grund: Sie ist eine der am meisten zitierten regionalen Tageszeitungen in Deutschland.

Seit April 2004 kann man die PNP und ihre 15 Lokalausgaben auch als E-Paper im Internet lesen. Die Neue Presse Verlags-GmbH startete zugleich eine umfassende Dezentralisierungsoffensive, um die Nähe der Regionalausgaben zu Lesern und Anzeigenkunden zu erhöhen und neue Möglichkeiten der Qualitätsverbesserung zu eröffnen: Die Lokalausgaben des Verbreitungsgebietes wurden in fünf eigenständige GmbHs gegliedert: Bayerwald-Presse-GmbH, Donau-Isar-Presse-GmbH, Donau-Wald-Presse-GmbH, Oberbayern-Presse-GmbH und Rottaler-Presse-GmbH. 2007 wurden die Bayerwald-Presse-GmbH und die Donau-Isar-Presse-GmbH zur Donau-Isar-Bayerwald-Presse-GmbH fusioniert.

Soziales Engagement

Jahr für Jahr richtet die Passauer Neue Presse eine PNP-Spendenaktion zu Weihnachten aus, die in den Anfangsjahren zu Gunsten von UNICEF, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, und mittlerweile zu Gunsten des UNESCO-Programms „Bildung für Kinder in Not“ stattfindet. Seit 1992 leuchtet in den Wochen vor Weihnachten „Ein Licht im Advent“, insgesamt über 8,5 Millionen Euro sind bis 2006 für verschiedene Projekte rund um den Globus zusammengekommen. Eine Hilfsaktion einer regionalen Tageszeitung, die ihresgleichen in Deutschland sucht. Weihnachten 2005 haben die Leser über 600.000 Euro für Kinder in Kiew gespendet. Mit dem Geld aus Ostbayern wurde ein Projekt unterstützt, das sich der Straßenkindern annimmt.

Ebenfalls jedes Jahr sucht die Passauer Neue Presse ein oder mehrere Projekte auf dem Erdball aus, die auf fremde Hilfe dringend angewiesen sind. Auslöser war 1992 das schreckliche Leid der vielen Kinder in Jugoslawien, gleich zwei Jahre hintereinander spendete Ostbayern für die unschuldigen Opfer des Bürgerkriegs – mit durchschlagendem Erfolg: 1,9 Millionen Euro kamen damals zusammen. 1994 war das Thema etwas globaler: Gesammelt wurde für „Mädchen in Not“ – ob für jugendliche Prostituierte in Brasilien, Mädchen ohne Schulbildung in Nepal oder von Beschneidung bedrohte junge Frauen in Afrika. In den darauf folgenden zwei Jahren lag der Fokus auf Afrika. In Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, konnte mit PNP-Hilfe ein Waisenhaus gebaut werden, in Zaire wurden mit den Spenden aus Ostbayern Flüchtlingskinder vor dem sicheren Tod bewahrt. Vor allem in Krisenherden will die PNP mit ihrer Weihnachtsaktion helfen. So galt „Ein Licht im Advent“ 1997 den Minenkindern von Sarajewo, 2002 wurde für Kinder in der vom Krieg heimgesuchten afghanischen Hauptstadt Kabul gesammelt, 2003 für die hilflosen Opfer der militärischen Auseinandersetzung im Irak. Aber auch in von der Weltgemeinschaft vergessenen Gebieten setzt die PNP ein Zeichen. So unterstützte sie 1998 die vergessenen Kinder des Dalai Lama in Tibet, ein Jahr später Straßenkinder in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro, für die Häuser gebaut und Ersatzfamilien gesucht wurden. Im Jahr 2000 rückte wieder ein afrikanisches Projekt ins Blickfeld der Aktion. Mit Hilfe der Leser konnte im Senegal ein Kinderkrankenhaus ausgebaut und mit den wichtigsten medizinischen Geräten ausgestattet werden. Die Weihnachtsaktion 2004 konzentrierte sich auf das Aids-Elend im Urlauberparadies Thailand – dank der Spenden wurde das Kinderdorf „Baan Gerda“ erweitert und ein neues Zuhause für Aids-Waisen geschaffen, die abseits der Touristen-Hochburgen ein elendes Dasein fristen. 2001 war das Ziel der Weihnachtsaktion ein Projekt in Europa. In Polen unterstützte die PNP unter anderem ein Straßenkinder-Projekt und das Blindenzentrum Laski, in dem behinderte Kinder zur Schule gehen und in einem Heim untergebracht werden können. Mit der Aktion in Kiew wurde der Schwerpunkt erneut auf Europa gelegt.

Von der Passauer Neuen Presse wurde auch die „PNP-Spendenaktion 1959“ gestartet. Mit diesem Spendenaufruf konnte fünf Kindern der Region eine Operation in den USA ermöglicht werden. Außerdem vergibt die PNP-Stiftung seit 2013 jährlich den Von-Mensch-zu-Mensch-Sozialpreis.

Literatur

Veranstaltungen

Kontakt

Neue Presse Verlag GmbH
Medienstraße 5
94036 Passau

Telefon: 0851/802-0
Fax: 0851/802-256

E-Mail: red.online@pnp.de
Internet: www.pnp.de

Weblinks


Lokalredaktionen der Passauer Neuen Presse
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