Passau
Aus RegioWiki
| Passau
| |
|---|---|
| | |
| Basisdaten
| |
| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern |
| Höhe: | 294-447 m |
| Fläche: | 69,55 km² |
| Einwohner: | 50.582 (30. Juni 2009) |
| Postleitzahl: | 94032 |
| Vorwahl: | 0851 |
| Kfz-Kennzeichen: | PA |
| Website: | www.passau.de |
| Oberbürgermeister: | Jürgen Dupper (SPD) |
Passau ist eine Universitätsstadt in Ostbayern. Sie liegt an der Grenze zu Österreich, direkt am Zusammenfluss der Flüsse Donau, Inn und Ilz – weswegen sie auch „Dreiflüssestadt“ genannt wird. Wegen dem südländischen Ambiente, das in den Gassen der Stadt vorherrscht, ist die Stadt außerdem unter dem Beinamen „Bayerisch-Venedig“ bekannt. Politisch gesehen gehört Passau als kreisfreie Stadt zum Regierungsbezirk Niederbayern. Mit mehr als 50.000 Einwohnern ist die Stadt darüber hinaus das Oberzentrum der Region Donau-Wald.
Passau ist seit dem Jahr 781 Bischofssitz (Bistum Passau) sowie seit 1978 Universitätsstadt (Universität Passau), nachdem sie bereits seit 1622 Hochschulstandort war.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Die Stadt Passau liegt am Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz direkt an der österreichischen Grenze. Dieses sogenannte „Drei-Flüsse-Eck“, die Halbinsel zwischen Donau und Inn, ist weltweit die einzige Stelle, wo drei Flüsse aus drei Himmelsrichtungen kommend sich vereinen und gemeinsam in die vierte weiterfließen: von Norden die Ilz, von Westen die Donau und von Süden der Inn, als Donaustrom ziehen sie gegen Osten weiter.
Passaus Umgebung zeichnet sich durch die teilweise sehr dicht bewaldete, leichte Hügellandschaft des südlichen Bayerischen Waldes und ebenfalls zahlreiche Sehenswürdigkeiten aus.
Gliederung
Passau ist in acht Stadtteile gegliedert, die sich in ihren Grenzen vor allem den ehemaligen Gemeindegrenzen orientieren.
Wappen
Das Wappen von Passau ist der sogenannte „Passauer Wolf“. Es ist zurückzuführen auf Bischof Wolfger von Erla und stellt einen roten Wolf auf weißem Schild dar.
Siehe Hauptartikel: Wappen von Passau
Geschichte
Vorgeschichtliche und römische Zeit
Aus dem 8. bis 6. Jahrtausendend v. Chr. haben sich die ersten Funde aus dem nördlichen Passau und Umgebung erhalten. Dabei handelt es sich um Steinartefakte. Die Altstadt ist hingegen erst zwischen dem 3. und 1. Jahrtausend v. Chr. besiedelt worden, wie entsprechende Funde nahe legen. Die topographisch günstige Lage der Halbinsel zwischen Donau und Inn begünstigte eine Besiedlung in diesem Bereich, aber auch in der heutigen Innstadt.
Aus der Hallstadtzeit, zwischen 750 bis 500 v. Chr. finden sich wieder Anzeichen für eine Besiedlung. Im 2. bis 1. Jahrhundert v. Chr. lassen keltische Funde über eine entsprechende Siedlungsphase in Passau schließen. Erst Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. erhielt Passau, das am Rande der römischen Provinz Ratien lag, eine Provinzadministration und damit auch einen kleinen Militärposten, der sich im Bereich der Hl. Kreuz Kirche des Klosters Niedernburg befand.
Südlich des Inns, in der römischen Provinz Noricum, wurde Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. das Kastell Boiodurum errichtet, das bis zur Zerstörung Mitte des 3. Jahrhunderts durch die Alamannen den Limes sicherte. Nach der Zerstörung wurde die römische Grenzverteidigung neu organisiert und zum Teil erheblich reduziert. In Passau kam es zum Bau eines neuen Kastells, dem Boiotro, das weiter Flussaufwärts gebaut wurde und in dem sich heute das RömerMuseum Kastell Boiotro in der Innstadt in der Lederergasse befindet. Dieses wurde im 5. Jahrhundert von den Römern aufgegeben und in Teilen von dem Heiligen Severin genutzt.
Der Name Passau lässt sich von den altrömischen Bezeichnungen Batavis herleiten.
Mittelalter
- 476 zogen sich die Römer aus der Region Passau zurück.
- Auf Passaus Halbinsel erbauten die Bajuwaren eine Herzogsburg.
- 1010 wurde laut ersten Unterlagen, der "Goldener Steig", der wichtigste Weg für den Salztransport damals, gegründet.
- Schon im Jahr 739 war Passau Bischofssitz geworden, in dieser Zeit fand auch das Kloster Niedernburg seinen Ursprung. 1042 bis 1060 war Gisela von Bayern im Kloster Niedernburg Äbtissin.
- Das Kloster verlor seine Vorherrschaft, als der Kaiser 999 die weltliche Herrschaft über die Stadt dem Passauer Bischof Christian übertrug.
- Von 1100 bis 1150 hatte das Passauer Schmiedehandwerk eine große Bedeutung.
- 1225 erhielt Passau Stadtrechte.
- Passau wurde 1217 zum Fürstbistum, das dem Bischof von Friedrich I. Barbarossa geschenkte Kloster Niedernburg dessen Sitz. Es folgten einige Bürgeraufstände gegen die Herrschaft der Fürstbischöfe, die letzten 1367/68 - Jeder einzelne scheiterte. Währenddessen wuchs der Wohlstand des Bistums gewaltig und so entstanden wiederholt Wünsche bei den Nachbarn Bayern und Österreich.
Neuzeit
- Die Kernsammlung des Ausbunds, des ältesten noch bis heute bei den Amischen gebräuchlichen Liederbuchs, wurde zwischen 1535 und 1540 im Verlies der Passauer Burg von inhaftierten Täufern geschrieben. Einige der Gefangenen kamen schon in der Haft um, die meisten der Häftlinge starben im Anschluss an die Haftzeit den Märtyrertod. "Etliche schöne christliche Gesäng wie sie in der Gefengkniß zu Passau im Schloß von den Schweizer Brüdern durch Gottesgnad gedicht und gesungen warden. Ps. 139" ist die gedruckte Erstausgabe betitelt.
- 1552 wurde der Passauer Vertrag geschlossen, welcher einen Vorkämpfer für die Akzeptanz der religiösen Untergruppen im Augsburger Religionsfrieden darstellte.
- 1622-1633 wurde die Philosophisch-Theologische Hochschule Passau gegründet.
- 1662 wurde die Stadt durch einen großen Brand zerstört. Italienische Baumeister erneuerten die Stadt, wodurch sie ihr heutiges südlandisches und barockes Aussehen erhielt.
- 1668 begann der Bau des Doms – siehe hierzu auch: Italienische Künstler in Passau
- Die Hochzeit von Leopold I. und Eleonore von Pfalz-Neuburg, die sogenannte Kaiserhochzeit, fand 1976 statt.
- 1783 erhielt das Fürstbischöfliche Opernhaus sein heutiges frühklassizistisches Aussehen durch Fürstbischof Joseph Anton Graf Auersperg, der letzte bauliche Veränderungen vorgenommen hatte.
- 1786 erschien die erste Passauer Zeitung.
- 1803 ging die Stadt in das Kurfürstentum Bayern über.
- 1805 Belagerung der Stadt Passau durch napoleonische Truppen, kurzer Besuch Napoleons.
- 1806-1839 war Passau die Hauptstadt des Unterdonaukreises, der später zum Regierungsbezirk Niederbayern wurde.
- 1837 befuhr das erste Dampfschiff die Donau.
- 1919 zogen die Freikorps Passau zogen in den Kampf gegen die Sozialisten und die Räterepublik. Zum Einsatz kamen sie vor allem in Altötting, Mühldorf und Rosenheim.
- 1928 wurde das Donaukraftwerk Kachlet, das zu dieser Zeit das größte Wasserkraftwerk Deutschlands war, in Betrieb genommen.
- 1952 fanden zum ersten Mal die Festspiele Europäische Wochen Passau statt.
Die letzten 50 Jahre
- 1972 wurde das Gebiet im Zuge der Gebietsreform wesentlich erweitert.
- 1978 wurde die Universität Passau gegründet.
- 1980 wurde die Stadt Passau wegen hervorragender Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken mit dem Europapreis ausgezeichnet.
- 1982 eröffnete das Römermuseum Kastell Boiotro.
- 1985 wurde das Glasmuseum Passau durch Astronaut Neil Amstrong eröffnet.
- 1987 wurden das Galeriegebäude auf dem Oberhaus und das Passauer Spielzeugmuseum eröffnet.
- 1989 fand das 1. Passauer Bürgerfest statt.
- 1990 wurde das Museum Moderner Kunst in der Altstadt von Passau eröffnet.
- 1991 eröffnete das Kulturmodell Bräugasse. Außerdem wurde das Stadttheater Passau nach einer Generalsanierung wiedereröffnet.
- 1993 wurde Passau zum Oberzentrum der Region Donau-Wald
- 1994 erwarb Passau von der Bundesregierung das freigewordene Bundeswehrgelände mit einer Fläche von 71,5 ha
- 1995 fand das erste Passauer "Parockfest" statt.
- 1997 wurde dem damaligen Oberbürgermeister von Passau, Willi Schmöller, für den Reformprozess "Unternehmen Stadt Passau" ein Kreativpreis durch den Bund der Steuerzahler überreicht. Desweiteren wurden die Redoutensäle nach einer Generalsanierung erneut eröffnet.
- 1999 eröffnete das Passauer Erlebnisbad peb in Kohlbruck auf dem freigewordenen Bundeswehrgelände, das die Stadt 1994 erhielt.
- 2000 wurde die ungarische Stadt Veszprém zu Passaus siebter Partnerstadt.
- 2001 wurde die chinesische Stadt Liuzhou Passaus achte Partnerstadt.
- 2002 wurde Albert Zankl (CSU) zum Oberbürgermeister gewählt. Außerdem wurde die Stadt von einem Jahrhunderthochwasser mit dem Pegelstand der Donau von 10,81 m überrascht und Bundespräsident Johannes Rau eröffnete die 50. Festspiele Europäische Wochen Passau.
- 2003 die italienische Stadt Montecchio Maggiore wurde Passaus neunte Partnerstadt und der Messepark Kohlbruck wurde eröffnet.
- 2004 wurde die Nibelungenhalle abgerissen und die Dreiländerhalle eröffnet. Außerdem fand der erste Christkindlmarkt auf dem Domplatz statt.
- 2005 wurde das Hallenbad, welches zum PEB gehört, eröffnet und das peb somit zum ganzjährigen Erlebnisbad.
- Am 28. Juli 2008 sterben zwei Arbeiter bei einem tödliche Arbeitsunfall am Hauptbahnhof Passau.
- 2008 wird am 13. Dezember ein Mordanschlag auf den Passauer Polizeidirektor Alois Mannichl verübt, den er schwerverletzt überlebt.
- Am 17. Februar 2009 wird die erste Fassung des Innenstadtentwicklungskonzepts (IEK) 2030 im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt, das als Leitfanden für künftige Entwicklungen in Passau dienen soll.
Politik & Verwaltung
Bürgermeister
Amtierender Oberbürgermeister der Stadt Passau ist Jürgen Dupper (SPD). Er wurde 2008 zum Nachfolger von Albert Zankl (CSU) gewählt. Seine Stellvertreter sind Urban Mangold (ÖDP) und Dr. Anton Jungwith (FDP).
Siehe Hauptartikel: Oberbürgermeister (Passau)
Stadtrat
Die 44 Sitze (+ Oberbürgermeister) des aktuellen Stadtrats verteilen sich nach der Stadtratswahl 2008 (Wahlbeteiligung: 54,45%) wie folgt:
- CSU: 16 Sitze
- SPD: 12 Sitze (+ Oberbürgermeister)
- ÖDP: 7 Sitze
- FDP: 3 Sitze
- Grüne: 3 Sitze
- FWG: 3 Sitze
Traditionell werden in Passau und Umgebung auch zahlreiche Politische Aschermittwoche abgehalten, unter anderem auch derjenige der CSU.
Stadtverwaltung
Die Stadtverwaltung der Stadt Passau ist die hiesige gesamtstädtische Verwaltungsbehörde. Der Oberbürgermeister und die einzelnen Bereichsleiter bzw. Referenten sind für die städtischen Belange zuständig und vertreten diese gegenüber dem Stadtrat.
Siehe Hauptartikel: Stadtverwaltung Passau
Bildung & Forschung
Bildung und Forschung haben in Passau eine lange Tradition. Bereits 1612 hatte Fürstbischof Leopold im hiesigen Jesuitenkolleg ein Gymnasium gegründet. Im Jahre 1622 wurde diesem durch den Jesuitenorden auch eine Hochschule (die spätere Philosophisch-Theologische Hochschule Passau) angegliedert, die vor allem der Heranbildung von Welt- und Ordensgeistlichen dienen sollte. Mit einer kurzen Unterbrechung von 1808/09 bis 1833 bestand diese Hochschule bis 1978, als sie in die neu gegründete Universität Passau eingegliedert und zur Katholisch-Theologischen Fakultät wurde.
Die Universität Passau ist heute eine der jüngsten und mit rund 8.000 Studierenden auch eine der kleinsten Universitäten Bayerns. Sie genießt aber trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – einen ausgezeichneten Ruf.
Davon abgesehen gibt es auch vier Gymnasien in der Stadt: das Adalbert-Stifter-Gymnasium (ASG), das Auersperg-Gymnasium Freudenhain, das Gymnasium Leopoldinum sowie das Gisela-Gymnasium Passau-Niedernburg. Ferner gibt es eine Volkshochschule, eine staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule, zwei Realschulen, drei Volksschulen, sechs Grundschulen, drei Förderschulen sowie 14 berufsbildende Schulen.
Gesundheitswesen
Die Stadt Passau verfügt mit dem Klinikum Passau und der Kinderklinik Dritter Orden Passau über eine ausgezeichnete medizinische Versorgung. Es gibt außerdem das KfH-Nierenzentrum Passau. Ihren Sitz in Passau hat auch die 1991 gegründete Radiologie- und Strahlentherapie-Praxisgruppe Radio-Log, welche Niederbayern im Bereich der Radiologie vernetzt.
Im Januar 2009 beschloss der Bezirksausschuss zudem die Einrichtung einer psychiatrischen Fachklinik in Passau.
Seit 1988 ist in Passau die Aidsberatungsstelle von Niederbayern.
Wirtschaft
In Passau sind zahlreiche Firmen ansässig. Die bekanntesten sind die ZF Passau GmbH (Zahnradfabrik) mit 4.000 Mitarbeitern, die Eterna Mode GmbH (Marktführer im Bereich bügelfreie Hemden und Blusen) oder die Verlagsgruppe Passau (einer der größten Herausgeber regionaler Tageszeitungen in Europa). Es gibt in Passau darüber hinaus vier Brauereien: die Brauerei Hacklberg, die Innstadt Brauerei, die Löwenbrauerei Passau und die Weizenbrauerei Andorfer. Bis 2008 gab es außerdem noch die Brauerei E.F.Peschl, die auf das Jahr 1259 zurück ging und zu den hundert ältesten deutschen Unternehmen zählte.
Zu den bekannteren Firmen weit über die Region hinaus zählen außerdem das Start-up-Unternehmen mymuesli, das schon mit mehreren Gründerpreisen ausgezeichnet worden ist und die IT-Firma msg systems, die innerhalb von nur zehn Jahren von sechs auf 360 Mitarbeiter gewachsen ist. Ebenfalls mit mehreren Gründerpreisen ausgezeichnet wurde der IT-Dienstleister Step2e, der sich auf Software-Komplettlösungen für Fernseh- und Radiosender spezialisiert hat und damit Marktführer im Bundesgebiet ist.
Infrastruktur
Im innerstädtischen Verkehr Passaus verkehren von der Verkehrsbetriebsgesellschaft Passau (einer 100%igen Tocher der Stadtwerke) betriebene Busse auf zwölf Haupt- und vier Nebenlinien sowie einer City-Linie. Seit Januar 2007 verfügt Passau auch über einen überdachten Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) im Herzen der Stadt in der sogenannten „Neuen Mitte“.
Eisenbahn
Durch Passau führt die Bahnstrecke Wien-Nürnberg, welche vorallem für den Güterverkehr eine wichtige internationale Fernverbindung nach Osteuropa darstellt. Desweiteren beginnt in Passau die Rottalbahn ins Bäder- und Chemiedreieck. Am Hauptbahnhof Passau besteht in regelmäßigen Zeitabschnitten Zustiegsmöglichkeit zu Regionalzügen nach Plattling, nach München, nach Mühldorf und nach Linz. Die beiden ehemaligen Bahnstrecken nach Freyung (Ilztalbahn) und Hauzenberg (Hauzenberger Bockerl) sind leider stillgelegt. Es existieren aber Reaktivierungspläne.
Der 1860 errichtete Hauptbahnhof Passau ist heute ein Grenzbahnhof zwischen den Netzen der Deutschen Bahn und der Österreichischen Bundesbahnen. Sowohl Nah- als auch Fernverkehrszüge, seit 1998 auch der ICE, halten in Passau.
Auto
Passau ist mit der Autobahn A 3 sowie den Bundesstraßen B 8, B 12, B 85 und B 388 an das Bundesfernstraßennetz angebunden. Zahlreiche Staats- und Kreisstraßen ergänzen das übergeordnete Straßennetz.
Der Autoverkehr ist in Passau allerdings ein Problem, das sich nie befriedigend lösen lassen wird. Das liegt an der Topografie – eingeengt zwischen drei Flusstälern ist kein Platz für Straßen, die dem Verkehr gewachsen sind. Hinzu kommen Brücken über die Flüsse, die nicht selten wie ein Nadelöhr wirken. Die enorme Belastung der Brücken bleibt nicht ohne Folgen. Sobald Brücken saniert und somit für den Verkehr gesperrt werden müssen spitzt sich die Situation zu. Im Stadtrat wird deshalb seit Jahren diskutiert, ob eine neue Brücke über die Donau gebaut werden soll – um die Marienbrücke zu entlasten.
Die Bürgerinitiative Zukunft-ohne-Passau-Stau will für eine Verbesserung der permanenten Stausituation in und um Passau kämpfen und fordert eine Stadt-Umgehung sowie ebenfalls eine weitere Donaubrücke.
Seit Anfang Oktober gilt in Passau die Semmeltaste, die es Autofahrern ermöglicht, in vielen Zentrumsbereichen 30 Minuten kostenlos zu parken.
Schiff
Von den drei Flüssen in Passau ist nur die Donau schiffbar. Diese ist Teil der Europäischen Schifffahrtslinie von Rotterdam bis zum Schwarzen Meer. Von den Anlegestellen an der Donaulände bestehen Schifffahrtsanbindungen nach Linz und Deggendorf durch die Reederei Wurm & Köck. Außerdem bieten verschiedene Reederein Donau-Kreuzfahrten ab Passau mit Reisezielen in Osteuropa, teilweise bis zum Schwarzen Meer an.
Der Bayernhafen in Schalding rechts der Donau ist ein 12-Miollionen-Euro-Projekt wurde Ende 2008 fertig gestellt.
Kunst & Kultur
Das kulturelle Leben in Passau ist vielfältig und reichhaltig. Das Stadttheater Passau war einst das Fürstbischöfliche Opernhaus und ist heute Spielstätte des Landestheaters Niederbayern. Es bringt pro Saison etwa 15 Premieren zur Aufführung. Überregionale Bekanntheit hat außerdem das ScharfrichterHaus Passau erlangt, ein bekanntes Kleinkunst- und Kabarett-Theater, das 1977 von Edgar Liegl und Walter Landshuter gegründet worden ist. Das 1990 gestiftete Museum Moderner Kunst Wörlen Passau gehört zu den inernational wichtigen Museen modernen Kunst.
Veranstaltungen
Das größte Passauer Kulturfestival sind die Festspiele Europäische Wochen Passau. Die 1952 von amerikanischen Offizieren mitbegründeten Europäischen Wochen sind das erste Festival, das sich im Nachkriegsdeutschland dem Europagedanken verschrieben hat – also nicht nur kulturelle, sondern auch politische Ziele verfolgte und bis heute verfolgt. Sie finden jährlich von Juni bis Juli statt und bringen Veranstaltungen von hoher Qualität nach Passau und Umgebung.
Ebenfalls bedeutsam sind das Eulenspiegel Zeltfestival oder die Passauer Kabaretttage. Seit 2008 gibt es das Festival für Neue Musik „Alles im Fluss“ und seit 2009 findet mit den „Passauer Saiten“ auch ein internationales Gitarrenfestival in Passau statt. Regelmäßig veranstaltet werden auch mehrere Filmfestivals, wie die Crank Cookie Kurzfilmtage, das Muestra Filmfestival Passau und das Internationale Filmfest Passau.
Alljährlich im Juni oder Juli findet in der Altstadt auch die Passauer Kunstnacht statt, bei der „Kunst zum Anfassen und Mitmachen“ im Vordergrund steht.
Für den April 2010 wird die Veranstaltung "1000 Jahre Goldener Steig" geplant.
Städtepartnerschaften
Die erste Passauer Städtepartnerschaft kam 1952 mit der amerikanischen Stadt Hackensack zustande. Seitdem wurden auch mehrere andere Partnerschaften eingegangen – besonders nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, weil man in Passau in den Verbindungen zu den ehemaligen Ostblockstaaten ein besonderes Anliegen sah.
Passau unterhält heute mit zehn Städten eine Partnerschaft: Akita (Japan), Budweis (Tschechische Republik), Cagnes-sur-Mer (Frankreich), Dumfries (Schottland), Hackensack (USA), Krems (Österreich), Liuzhou (China), Málaga (Spanien), Montecchio Maggiore (Italien), Veszprém (Ungarn)
Siehe Hauptartikel: Städtepartnerschaften (Passau)
Tourismus
Bekannte Sehenswürdigkeiten
- der Dom St. Stephan mit der größten Kirchenorgel der Welt
- die neugotische St. Matthäus Kirche
- das Drei-Flüsse-Eck mit dem Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz
- die Wallfahrtskirche Mariahilf hoch über den Dächern der Stadt
- das Alte Rathaus mit den prächtig verzierten Rathaussälen
- die neue Neue Bischöfliche Residenz mit ihrem Rokokotreppenhaus und dem Diözesanmuseum Passau
- die Veste Oberhaus mit dem dort befindlichen Oberhausmuseum
- die Höllgasse als malerische Altstadtstraße und Heimstätte vieler Passauer Künstler
- das Museum Moderner Kunst befindet sich seit 1990 in der Passauer Altstadt und hat sich durch umfassende Austellungen einen europaweiten Ruf erarbeitet
- die Produzentengalerie Passau ist eine Vereinigung aus mehreren niederbayerischen Künstlern
Passau-Malbuch
Das Passau-Malbuch ist ein Projekt von Schülerinnen der Columba-Neef-Realschule in Neustift. Im Rahmen des Gründer-Wettbewerbes „Ideen machen Schule“ 2008 der Hans Lindner Stiftung haben sie damit den 4. Platz gewonnen.
Auf den 16 Seiten des Malbuchs finden sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt Passau, wie der Stephansdom, das Rathaus, der Passauer Tölpel, der Wolf aus dem Wappen, der Wittelsbacherbrunnen und vieles mehr. Alle Motive wurden vorab fotografiert und dann in detaillegetreue Zeichnungen umgesetzt, so dass Kinder im Alter von 3 bis 11 Jahren ein ansprechendes Malbuch vorfinden, das gleichzeitig Auskunft über die Geschichte und die Sehenswürdigkeiten der Stadt Passau gibt. Siehe Hauptartikel: Passau-Malbuch (mit Link zum Download)
Passauer Almanach
Das Passauer Almanach ist ein informatives und reich bebildertes Lesebuch zu unterschiedlichen Themen über Passau. Mittlerweile gibt es bereits sechs Ausgaben des Almanachs.
Projekt "Zunkunft der Stadt"
Wie Passau aus der (Hochwasser-)Not eine Tugend machen könnte, stellt der Bauexperte und Uni-Dozent in der Scheune am Severinstor vor. Auf Initiative des Architekturforums Passau ist die Veranstaltung, die ursprünglich Stadträten und Rathausspitze vorbehalten sein sollte, für jedermann zugänglich Rott, leitete an der TU München ein Seminar von angehenden Architekten und Bauingenieuren. Er stellte den Referendaren die Aufgabe, wie Passau aus dem regelmäßigen Hochwasser das Beste machen könnte und wie die Dreiflüssestadt ihren Bürgern und Besuchern den Zugang zum Wasser erleichtern könnte. Das Ergebnis waren Visionen und Ideen, die zwischen Utopie und Machbarkeit schwanken. So könnte der Zusammenfluss von Inn und Donau unter Wasser durch eine Art Aquarium veranschaulicht werden, die Ortsspitze könnte einen Aussichtsturm erhalten oder ein Amphibienfahrzeug könnte als multifunktionelles Straßen- und Wassertaxi eingesetzt werden. Ein Wasserhotel, schwimmende Cafés sowie ein badetaugliches Innufer sind weitere Gedanken aus der Ideenschmiede von Josef Rott.
Urlaub in Zahlen
423.041 Gäste haben 2008 die Dreiflüssestadt besucht. „Wir haben bei den Übernachtungen einnen kleinen Rückgang von 0,7 Prozent zu verzeichnen“, sagt Tourismus-Chefin Pia Olligschläger. Die schlechtesten Monate waren November und Dezember. „Da war die Wirtschaftskrise schon zu spüren.“ In diesen Monate besuchen viele Geschäftsreisende die Stadt. Nicht mitgezählt sind in der Statistik die Schiffspassagiere: „Wir haben mindestens 100.000 Übernachtungsgäste zusätzlich auf den Schiffen.“
Söhne und Töchter der Stadt (Auswahl)
- Michael Ammermüller, Rennfahrer
- Klaus Böldl, Schriftsteller und Skandinavist
- Anja Maria Boxleitner, Mountainbike Vizeweltmeisterin
- Albert Dambeck, international bekannter Musiker
- Alfred Dick, ehemaliger bayerischer Umweltminister
- Albert Ganzenmüller, Staatssekretär (NSDAP)
- Josef Gstöttner, Komponist und Kapellmeister, Komponist des offiziellen Passau-Liedes
- Eduard Hamm, deutscher Politiker
- Nicolaus A. Huber, deutscher Komponist
- Erhard Kutschenreuter, Volksschullehrer, Komponist und Heimatforscher
- Vivian Lindt, deutsche Schlagersängerin
- Joseph Maximilian von Maillinger, bayerischer General und Kriegsminister
- Günter Ohnemus, deutscher Schriftsteller und Übersetzer
- Reinhard Raffalt, Schriftsteller und Journalist
- Herbert Rische, seit 1991 Vorsitzender der Geschäftsführung der BfA
- Ludwig Schmidseder, Komponist, Pianist, Fernsehkoch
- Peter Seewald, deutscher Journalist und Autor
- Peter Walchshäusl, Pianist
- Edwin Urmann, Vorsitzender der DGB-Region Donau-Wald
Siehe auch: Ehrenbürger der Stadt Passau
Literatur
- Jörg Klotzek: Das könnte die Zukunft der Stadt sein. In: Passauer Neue Presse vom 15. Juni 2009 (S. 24)
Weblinks
|
Altötting | Deggendorf | Dingolfing-Landau | Freyung-Grafenau | Kelheim | Landshut | Landshut (Stadt) | Passau | Passau (Stadt) | Regen | Rottal-Inn | Straubing (Stadt) | Straubing-Bogen |

