Museum Moderner Kunst Wörlen Passau
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Das Museum Moderner Kunst Wörlen Passau (MMK) ist ein Kunstmuseum in der Altstadt von Passau, das im Jahr 1990 als Museum der Stiftung des Architekten und Kunstmäzens Hanns Egon Wörlen gegründet worden ist. Es versteht sich selbst als Forum moderner und zeitgenössischer Kunst am Tor zu Osteuropa und hat sich die Annäherung von Ost und West zum Ziel gesetzt.
Aktuelle Leiterin des Museums, das durch einen eigenen Verein gefördert wird, ist Dr. Josephine Gabler. Der erste Direktor des Museums war Gerwald Sonnberger.
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Über das Museum Moderner Kunst
Das Gebäude
Das Gebäude wurde im 16. Jahrhundert erbaut und im Laufe seines Bestehens aufwendig saniert. Es zählt deshalb zu einem der am besten erhaltenen Baudenkmäler Passaus. Es bietet durch sein stilvolles erscheinen den passenden Rahmen für besondere Anlässe.
Das Museum Moderner Kunst verfügt über eine Ausstellungsfläche von etwa 1.000 m² auf drei Ebenen. Der heutige Museumskomplex ist durch den von Hanns Egon Wörlen selbst geleiteten Umbaus von vier ehemals selbständigen Altstadthäusern entstanden. Es bildet somit ein ungewöhnliches Ensemble mit baulichen Elementen aus der Zeit der Romanik, Gotik bis hin zu Barock und Klassizismus. Neben dieser architektonischen Vielfalt kennzeichnet das Gebäude die räumliche Großzügigkeit sowie Ausblicke auf die (direkt am Haus gelegene) Donau sowie die Veste Oberhaus und die Veste Niederhaus auf der gegenüberliegenden Flussseite.
Stiftung Wörlen
Passau gilt als Knotenpunkt vieler künstlerische Einflüsse aus Böhmen und Italien, Ungarn, Österreich und Bayern. Um das „weltoffene Klima“ zu unterstützen, rief der Architekt und Kunstmäzen Hanns Egon Wörlen 1988 die Stiftung Wörlen – Museum der Modernen Kunst ins Leben.
Die Sammlung
Das Werk des Malers Georg Philipp Wörlen (dem Vater des Museumsstifters Hanns Egon Wörlen) bildet die Grundlage der Sammlung des Museums Moderner Kunst. Hinzu kommen noch Werke seiner Künstlerfreunde aus Gemeinschaften wie dem „Wiener Hagenbund“ und der „Donau-Wald-Gruppe“. Neue Ankäufe und Schenkungen zeitgenössischer Künstler — schwerpunktmäßig Werke des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit — ergänzen und erweitern den Bestand fortwährend. Die Sammlung des Museums zählt im Jahr 2006 rund 2.000 Arbeiten.
Programm 2010
Ein abwechslungsreiches Ausstellungsprogramm kennzeichnet das Jubiläumsjahr 2010. Drei Ausstellungen werden selbst kuratiert, neun in Zusammenarbeit mit bedeutenden Häusern präsentiert. Eine Ausstellung gestaltet der Kunstverein Passau.
Den Beginn in diesem Jahr macht eine Skulpturenschau von Klaus Hack (in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle St. Annen in Lübeck). Der Bayreuther (Jahrgang 1966) arbeitet figürlich in Holz und fasst seine Arbeiten häufig in Weiß (von 30. Januar bis 14. März).
Otto Herbert Hajek (1927-2005) wird eine Ausstellung unter dem Titel „Von der Figur zum Farbweg“ von 20. März bis 30. Mai gewidmet. Die Ausstellung zeigt rund 80 Arbeiten, die der Künstler seiner Geburtsstadt Prachatice geschenkt hat. Die Schau wird ein Spiegel seiner Entwicklung sein. Anlass für die Ausstellung ist das Jubiläum 1000 Jahre Goldener Steig. In der Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum in Prachatice wird dort eine Ausstellung mit Werken von Georg Philipp Wörlen gezeigt.
Auch die Zusammenarbeit mit dem Sammler Carl Großhaus wird fortgesetzt. Aus seiner Sammlung werden von 24. April bis 27. Juni Werke von C. O. Paeffgen (Jahrgang 1933) zu sehen sein. Der Kölner ist bekannt durch Drahtumwicklungen von Fundstücken und Übermalungen von Zeitungsbildern. Rund 80 Werke aus allen Stilphasen werden gezeigt.
Ein großer Bildhauer wird in Kooperation mit den Europäischen Wochen präsentiert: Ernst Barlach (1870-1938). Da die diesjährigen Festspiele den Frauen gewidmet sind, widmet sich die Schau „Mütter, Weiber, Schicksalshexen“ seinen verschiedenen Frauenbildern, angefangen von seinem schwierigen Verhältnis zu seiner Mutter, das die Beziehungen zu all seinen Frauen wesentlich prägte. Erstmals wird dieses Thema auch wissenschaftlich untersucht und in Zusammenarbeit mit der Ernst-Barlach-Stiftung in Güstrow und dem Ernst-Barlach-Haus in Hamburg eine Publikation herausgegeben (von 12. Juni bis 15. August).
Fotografie hat immer auch ihren Platz im MMK. In diesem Jahr wird Andreas Feininger (1906 - 1999), der Sohn von Lyonel Feininger, präsentiert. Seine Fotoreportagen für die Zeitschrift „Life“ sind berühmt geworden, vor allem seine New-York-Bilder aus den 40er Jahren. Gezeigt wird in Zusammenarbeit mit dem Feininger-Archiv in Tübingen auch weniger Bekanntes, so seine Porträts und romantische Szenen .
Exquisit und in Deutschland viel zu wenig bekannt ist die Kunstgattung der Malerbücher aus Frankreich, die Texte illustrieren. Dr. Gabler ist es gelungen, das 41Blatt umfassende Malerbuch „Jazz“ von Henri Matisse aus der Sammlung Classen für das MMK zu bekommen. Die Besonderheit dieses Zyklus ist, dass er in enger Verbindung zu Wandbildern von Matisse entstand. Die Schau, die in Zusammenarbeit mit dem Pablo Picasso Museum in Münster realisiert wird, geht von 21. August bis 3. Oktober.
Im Herbst wird einer der Großen der Region, der die Glaswelt bis nach Amerika revolutioniert hat, präsentiert: das malerische Werk von Erwin Eisch, geboren 1923 in Frauenau, der seit Ende der 70er Jahre sich auch als Maler einen Namen gemacht hat (von 4. September bis 17. Oktober).
„Phantastische Welten“ heißt eine Schau, die acht Künstler aus der Sammlung vorstellt, deren Kennzeichen surrealistische und hyperrealistische Stilmittel sind (23. Oktober bis 7. Januar).
Ein Knaller beschließt den internationalen Ausstellungsreigen: In Zusammenarbeit mit dem Olaf- Gulbransson-Museum Tegernsee kann der Museumsbesucher Karikaturen des berühmten französischen Künstlers Honoré Daumier (1808 - 1879) von 4. Dezember bis Februar 2011 erleben.
Drei Ausstellungen kuratiert das MMK aus seinem eigenen Bestand. „Farbintensiv“ heißt die Ausstellung, die die drei bekanntesten Maler der Donau-Wald-Gruppe zusammenfasst: Otto Sammer, Hermann Erbe-Vogel und Willi Ulfig (13. Februar bis 18. April). Von 5. April bis Jahresende gibt es „Unterm Dach“ eine Ausstellung zu 20 Jahre MMK mit vielen Dokumenten. Die Ausstellung wird zum 95. Geburtstag von Museumsgründer Hanns Egon Wörlen eröffnet. Eine weitere Jubiläumsschau stellt ab 16. Juli „20 Jahre Museumspädagogik am MMK“.
Öffnungszeiten
- Dienstag bis Sonntag: 10:00 bis 18:00 Uhr
- geöffnet an allen Feiertagen, außer am 24., 25. und 31. Dezember sowie am Karfreitag
Kontakt
Museum Moderner Kunst
Bräugasse 17
94032 Passau
Telefon: 0851/383879-0
Fax: 0851/383879-79
E-Mail: info@mmk-passau.de
Internet: www.mmk-passau.de
Literatur
- Edith Rabenstein: Daumier, Matisse und die Barlach-Frauen. In: Passauer Neue Presse vom 5. Januar 2010 (S. 7)
