Moos
Aus RegioWiki
| Moos
| |
|---|---|
| | |
| Basisdaten
| |
| Bundesland: | Bayern |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern |
| Landkreis: | Deggendorf |
| Höhe: | 316 m |
| Fläche: | 32,23 km² |
| Einwohner: | 2.155 (30. Juni 2011) |
| Postleitzahl: | 94554 |
| Vorwahl: | 09938 |
| Kfz-Kennzeichen: | DEG |
| Website: | www.gemeinde-moos.de |
| Erster Bürgermeister: | Hans Jäger (FW) |
Moos ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Deggendorf. Sie hat sich mit der Gemeinde Buchhofen zur Verwaltungsgemeinschaft Moos zusammengeschlossen.
Inhaltsverzeichnis |
Lage
Moos liegt etwa vier km südlich der Donau zwischen Plattling und Osterhofen in der ehemaligen Isaraue, worauf sich der Ortsname (Moos = Sumpf) bezieht.
Ortsteile
Ortsteile sind Blindmühl, Burgstall, Forstern, Gilsenöd, Grieshaus, Isarmünd, Kugelstatt, Kurzenisarhofen, Langenisarhofen, Maxmühle, Moos, Niederleiten, Obermoos, Sammern und Schmiedhof.
Geschichte
Die bislang ältesten Spuren sind eine von zwei Gräben umschlossene Siedlung der mittleren Jungsteinzeit, die 1979 auf einem Luftbildflug entdeckt und in den Jahren 1986 und 1988 von der Kreisarchäologie Deggendorf zu einem kleinen Teil archäologisch erforscht wurde. Sie gehört dem Südostbayerischen Mittelneolithikum an, einer Kulturerscheinung, die bereits um 4500 v. Chr. endet und sich besonders durch die aus dem Osten inspirierten großen Kreisgrabenanlagen manifestiert. Im Bereich der jungsteinzeitlichen Siedlung kam auch eine kleine Gruppe von sechs Körpergräbern der mittleren Latènezeit, d.h. der von etwa 500 v. Chr. bis zum Beginn der römischen Herrschaft andauernden keltischen Zeit, zum Vorschein. Die Gräber von Moos datieren in das dritte Jahrhundert v. Chr. und repräsentieren einen in diesem Raum bis heute nur wenig erforschten Kulturabschnitt.
Seine Entstehung verdankt Moos wohl ausschließlich der Anlage eines befestigten Herrensitzes. Anfangs des 12. Jahrhunderts gab es hier viele befestigte Sitze, deren Inhaber mit wenigen Ausnahmen nicht freie Herren waren, sondern abhängige Dienstleute im Dienste der weltlichen und geistlichen Herren. In Moos saßen ursprünglich Ministerialen des Klosters Niederaltaich.
Die Grafen von Bogen begannen schon im 11. Jahrhundert ihre Machtstellung im Donauraum aufzubauen und waren bis zu ihrem Aussterben 1242 die beherrschende politische Größe im Umland. Einen Ministerialen, der sich nach Moos nannte und im Dienst der Grafen von Bogen stand, treffen wir zum ersten Male 1207 in einer Urkunde des Klosters Niederaltaich. Hier unterzeichnete ein Ebo de Palude (= de Moos) mit anderen Personen eine Urkunde, in der es um den Ersatz für die Schäden, die dem Kloster durch den Grafen Albert von Bogen 1207 zugefügt worden sind ging. Ein Burgstall (Schlosshügel) zwischen Sammern und Forstern, der sich noch heute sichtbar aus dem Umland erhebt, könnte der Sitz dieses Ebo von Moos gewesen.
Nachdem der letzte seines Geschlechts, Graf Albert von Bogen, am 15. Januar 1242 verstarb, konnte man seine beiden räuberischen Gehilfen Albert und Wernhard von Moos festnehmen. Für ihre Verbrechen wurden sie am 27. Januar 1242 in Hengersberg auf dem Marktplatz öffentlich hingerichtet. Es war selbstverständlich, dass das Kloster Niederaltaich Burgen in seiner Nachbarschaft, von denen Gefahr ausging, unschädlich machen wollte. Aber erst 1270, als der Mooser Besitz durch Tausch in die Hände des Klosters Niederaltaich kam, ließ es den befestigten Edelsitz schleifen. Das Gebiet wurde jetzt als Lehen an eigene Gefolgsleute vergeben.
Rund 100 Jahre nach der Zerstörung der Burganlage hört man wieder etwas über einen Herrensitz in Moos. Die Aichberger waren 1340 durch Kauf in den Besitz von Moos gelangt und hatten schon mindestens 100 Jahre vorher zu den Lehensmännern von Niederaltaich gezählt. Die Gesinnung dieser Familie und vor allem die völlig veränderten Zeitverhältnisse, die eine Wiederkehr früherer Gefahren für das Kloster unmöglich machten, werden den Abt von Niederaltaich bewogen haben, als Lehensherr den Wiederaufbau der Burg zu gestatten.
Im Frühsommer 1504 drangen die Pfälzischen Truppen während des Landshuter Erbfolgekrieges in die Mauern der Wasserburg Moos, legten den Burgwart in Fesseln, raubten alles, was sie rauben konnten und steckten die Burg in Brand. Auch ein großer Teil der Ortschaft fiel dem Feuer zum Opfer, noch 16 Jahre später waren einzelne Häuser zerstört. 1520 war das Schloss wieder aufgebaut mit vier ganzen Türmen und drei Halbtürmen, einer Ringmauer und einem Wassergraben umgeben. Die Aichberger herrschten fast 200 Jahre (1340 – 1511): Sie waren ein tüchtiges, mächtiges und reiches Geschlecht.
Der bayerische Geograph Philipp Apian bezeichnete im 16. Jahrhundert das Schloss als eine arx splendida (eine prächtige Burg). Und so blieb es bis zum 15. Mai 1619; als an diesem Tag um 7 Uhr früh ein einfältiger Mensch wie die Bauinschrift im Schlosshof meldet, das Uhrwerk im Schlossturm ausbrennen wollte. Dabei entstand ein großer Brand, der fast den halben Teil des Schlosses samt der St. Georgskapelle einäscherte.
Vom Wiederaufbau meldet die gleiche Bauinschrift, Herr Johann Warmund von Preysing (1567 – 1648) habe all das wiederum repariert und zwar diesen vorderen Stock samt den Ecktürmen und der St. Georgskapelle von Grund auf erbaut, die anderen 3 Teile um einen Gaden (Stockwerk) erhöht, inwendig erweitert verbessert und in diese Gestalt gebracht, dann auch den Turm im äußeren Maierhof samt den Bräuhaus, allen Städeln und Stallungen von Neuem erbaut. Die Preysings waren von 1568 bis 1940 die Herren auf Schloss Moos.
Gemeindewappen
Die Gemeinde führt seit 1952 ein eigenes Wappen. Der grüne Dreiberg stammt aus dem Wappen der Benediktinerabtei Niederaltaich, die Zinnenmauer aus dem Wappen der Grafen von Preysing. Beide waren über lange Zeit prägend für die Geschichte des Gemeindegebiets. Das Gut Moos war mindestens seit dem 13. Jahrhundert ein Niederaltaicher Lehen; der Lehensmann Dietrich von Aichperg baute um 1350 die Veste Moos wieder auf. Erst um 1500 erloschen die klösterlichen Rechte über die Hofmark Moos. Von 1568 bis 1940 hatten die Preysing die Hofmark bzw. das Patrimonialgericht mit Grundherrschaft und niederer Gerichtsbarkeit, nach 1848 das Schlossgut Moos inne. Die drei Pappeln verweisen auf die in der Holzwirtschaft im In- und Ausland bekannte Mooser Pappelzucht, die vor allem in den 1960er Jahren viel zur wirtschaftlichen Blüte des Ortes beigetragen hat.
Politik
Bürgermeister
- 1. Bürgermeister ist Hans Jäger (FW).
- 2. Bürgermeister ist Josef Achatz (CSU)
Gemeinderat
Der Gemeinderat hat 14 Mitglieder (+ 1. Bürgermeister). Die Sitze verteilen sich wie folgt:
- CSU: 7 Sitze
- FW: 5 Sitze (+ 1. Bürgermeister)
- Junge Liste: 1 Sitz
- SPD: 1 Sitz
Bildung und Erziehung
- Grundschule Moos
- Gemeindekindergarten Moos
Vereine
|
|
Personen
- Florian Eder oder auch unter dem Künstlernamen "Cortex" bekannt, ist hobbymäßiger Zauberer.
Aholming – Auerbach – Außernzell – Bernried – Buchhofen – Deggendorf – Grafling – Grattersdorf – Hengersberg – Hunding – Iggensbach – Künzing – Lalling – Metten – Moos – Niederalteich – Oberpöring – Offenberg – Osterhofen – Otzing – Plattling – Schaufling – Schöllnach – Stephansposching – Wallerfing – Winzer

