Max Moosbauer

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Max Moosbauer im Jahr 1934 oder früher

Max Moosbauer (* 2. März 1892 in Passau; † 10. November 1968 in Passau) war Passauer NSDAP-Kreisleiter und während der NS-Diktatur auch Oberbürgermeister der Stadt.

Leben und Wirken

Moosbauer ging in Landshut als Bäcker in die Lehre und übernahm bald darauf den väterlichen Betrieb am Anger. Karriere machte er jedoch, trotz eher gemäßigter NS-Haltung, in der Politik: Nachdem er zuvor bereits SPD-Mitglied war, trat er 1923 der NSDAP bei und wurde bereits vier Jahre später Kreisleiter der Partei. 1929 wurde er in den Passauer Stadtrat, 1932 in den niederbayerischen Landtag und 1933 sogar in den Reichstag gewählt.

Am 28. März 1933 wurde Moosbauer durch den bayerischen Innenminister zunächst zum Bürgermeister-Stellvertreter ernannt und löste am 27. April des Jahres dann letztendlich den bisherigen Passauer Oberbürgermeister Dr. Carl Sittler als Bürgermeister ab; Sittler wurde zurückgestuft zum 2. Bürgermeister. 1935 wurde auch Moosbauer der Titel „Oberbürgermeister“ verliehen.

Er war darüber hinaus als Präsident der Handwerkskammer sowie als Vorsitzender des Reichsverbandes der Bäckerinnungen tätig.

Als Oberbürgermeister war ihm nicht nur der Bau des Thingplatzes ein besonderes Anliegen, sondern vor allem auch die Errichtung der Nibelungenhalle, mit der er Passau zu einer „Kongress-Stadt ersten Ranges“ machen wollte. 1937 wurde auf seine Anregung hin das „Ilzer Haferlfest“ wiederbelebt.

Im April 1945 gab Moosbauer aufgrund „Überlastung mit wehrpolitischen Aufgaben“ die Dienstgeschäfte de facto wieder an Sittler ab. Im Mai 1945 wurde er schließlich von den Amerikanern als Bürgermeister ab- und Sittler wiedereingesetzt.

Im Zuge der Entnazifizierung wurde Moosbauer der Prozess gemacht. Im Laufe der Verhandlungen, die am 19. Juli 1948 vor der Lagerspruchkammer Regensburg begannen, wurde er erst als „Hauptschuldiger“, dann als „Belasteter“ eingestuft. Er wurde zu zehn Jahren Arbeitslager verurteilt, dann aber nur für sechs Jahre in Natternberg und in Regensburg interniert. Er starb am 10. November 1968 in Passau.

Literatur


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