Landestheater Niederbayern

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Fürstbischöfliches Opernhaus Passau, die Passauer Spielstätte des Landestheaters. Foto: Peter Litvai

Das Landestheater Niederbayern ist ein Zwei-Sparten-Haus bestehend aus Musiktheater (mit Sitz in Passau) und Schauspiel (mit Sitz in Landshut) und drei festen Spielstätten (Passau, Landshut und Straubing). Intendant ist seit August 2002 Stefan Tilch.

Inhaltsverzeichnis

Gründung

Nach ersten Verhandlungen im Herbst 1948 mit den Städten Landshut, Straubing und Deggendorf zur Gründung eines gemeinsamen Theaters schlossen sich die Städte Landshut, Straubing und Passau zum „Niederbayerischen Städtebundtheater“ zusammen, das mit der Spielzeit 1953/1953 seinen Spielbetrieb aufnahm. Im Jahre 1964 trat dann auch der Bezirk Niederbayern dem Zweckverband bei.

2007 folgte die Umbenennung in den aktuellen Namen "Landestheater Niederbayern"

Spielstätten

Landshut

In Landshuter Stadttheater hat die Schauspielsparte ihren Sitz. Außerdem befindet sich hier die Intendanz sowie die Werkstätten, die Masken- und Kostümabteilung und Requisite. In Landshut werden pro Jahr bis zu zehn Theaterstücke produziert, die dann allen drei Städten gespielt werden.

Passau

Passau ist der Sitz des Musiktheaters inklusive eigener Werkstätten. Spielstätte ist das Stadttheater Passau im einstigen Fürstbischöflichen Opernhaus. In Passau werden pro Spielzeit sieben Opern- und Operettenproduktionen, sieben Kammerkonzerte, ein Sinfoniekonzert und eine Faschingsgala sowie ein musikalisches Programm für Kinder und Jugendliche produziert und ebenso in allen drei Städten aufgeführt. Passau ist auch der Sitz des Orchesters des Landestheaters Niederbayern, der Niederbayerischen Philharmonie. Generalmusikdirektor ist Basil H. E. Coleman.

Straubing

In Straubing finden die Vorstellungen im Theater am Hagen statt. Das Theater wird von Produktionen beider Abteilungen, sowohl der Musik- als auch der Theaterabteilung, bespielt.

Kulturmobil 2007

Für das Kulturmobil, ein jährlich von Juni bis September durch Niederbayern fahrendes und ausklappbares Theater, produzierte Intendant Stefan Tilch 2007 in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat des Bezirks Niederbayern das Stück „Der Gondoliere vom Halser Stausee“, das mit namhaften Schauspielern wie Dieter Fischer und Andreas Schwaiger besetzt war.

Zweckverbandsvorsitz des Landestheaters

Der Zweckverbandsvorsitzende des Landestheaters Niederbayern ist verantwortlich für beinahe alles, was mit dem Theater zu tun hat, insbesondere für Personalpolitik, Verträge und Haushalt. Nach Karl von Moreau, Siegfried Galleitner und Heinrich Schmidhuber übernahm 1998 Anton Jahrstorfer diese Postition mit der großen Verantwortung. Einstimmig wurde er zum Zweckverbandsvorsitzenden des Landestheaters Niederbayern gewählt.

Am 11.12.2008 wurde der ehemalige Pädagoge in seiner Funktion als Zweckverbandsvorsitzender des Theaters in der Gala zum 225. Geburtstag des Opernhauses feierlich verabschiedet. Seine letzte Amtsführung war die Durchführung der Wahl seines Nachfolgers am 7. Januar 2009.

Bezirkstagspräsident Manfred Hölzlein im Straubinger Rathaus wurde von den Mitgliedern des Zweckverbandes Landestheater Niederbayern einstimmig zum neuen Vorsitzenden und Nachfolger von Anton Jahrstorfer gewählt. Finanzen und Personal für die Theaterhäuser in Landhut, Passau und Straubing fallen damit in seine Verantwortung.

Seit 1965 wird der Vorsitzende des Zweckverbands vom Bezirk gestellt, um zwischen den drei Kommunen zu vermitteln. Als stellvertretenden Vorsitzenden des Zweckverbands wählten die Mitglieder Dr. Max Brunner, Kulturreferent der Stadt Passau.

Spielzeiten

Erweiterung des Orchesters

Hatte in der Saison 2009 großen Erfolg: Das Musical-Ensemble von My fair Lady am Landestheater Niederbayern (Foto: Litvai)

Das Orchester bekommt im Oktober 2009 drei zusätzliche feste Musiker. Beantragt hatte der Orchestervorstand fünf - schon 1989 war festgelegt worden, dass das Orchester mit 42 Musikern besetzt werden soll. Das erfordern unter anderem die Opern von Mozart. Der Beschluss war aber immer wieder ausgesetzt worden, und so sitzen bislang nur 37,5 Festangestellte im Orchestergraben. Beschlossen wurden im Januar 2009 vorerst drei neue Streicher, 2010 sollen zwei weitere dazu kommen. Den angepassten Haushaltsplan und die entsprechend erhöhte Verbandsumlage will Geschäftsführer Rudi Senff in der nächsten Sitzung am 18. Februar vorstellen.

Erweiterung Tanz-Sparte / Kooperation mit Budweis

Das Landestheater Niederbayern bekommt eine Tanz-Sparte in Kooperation mit dem Theater Budweis. Die beiden Bühnen in Bayern und in Tschechien stehen im Februar 2011 vor ihrem ersten Kooperationsvertrag und einer gemeinsamen Produktion: „Nussknacker“. Das Ballett hat voraussichtlich am 19. November 2011 Premiere in Passau. Die Verträge werden demnächst unterzeichnet.

Die Freundschaft begann 2006 mit einem Betriebsausflug des Theaters in die Passauer Partnerstadt, es folgte ein erster Gastspielaustausch mit Zemlinskys „Kreidekreis“ aus Budweis und Mozarts „Zauberflöte“ aus Passau, Theaterbusse fuhren hin und her. Nach dem dritten Gastspielaustausch in der Spielzeit 2008/2009 sangen Solisten des Landestheaters im Budweiser „Otello“, Generalmusikdirektor Basil H. E. Coleman dirigierte in Budweis und Tabor, im Gegenzug sangen Solisten im Landestheater und Chefdirigent Martin Peschik dirigierte die Niederbayerische Philharmonie. Coleman war einer der Ersten, der die Vision einer Theaterkooperation hatte - und nicht lockerließ, nachdem er die Zusammenarbeit mit Budweis schätzen lernte.

Der Publikumserfolg des in der Spielzeit 2010/2011 laufenden Pinocchio-Balletts „Das goldene Schlüsselchen“ mit Tänzern aus Polen bestärkte das Landestheater, weiter in den Tanz zu investieren: „Wir erweitern unsere Sparten und sparen die Personalkosten für eine Ballettkompagnie, die das Budweiser Theater hat“, sagt Verwaltungsdirektor Ralf Schützenberger. Der Kooperationsvertrag sieht zwölf Vorstellungen bis Januar 2012 in den drei Spielstätten des Landestheaters Niederbayern in Passau, Landshut und Straubing vor. In Niederbayern liegt die musikalische Leitung in den Händen von Kai Röhrig, in Budweis bei Martin Peschik. Jeder dirigiert zunächst sein eigenes Orchester, später könnten die Dirigenten auch tauschen.

Die gemeinsame Ballettproduktion bringt beiden Theatern Vorteile: Einstudiert wird in Budweis, Kostüme, Requisiten und Dekorationen entstehen ebenfalls dort. Die Kosten dafür teilen sich beide Häuser, die künstlerische Arbeit selbst wird ohne zusätzliches Honorar geleistet, nur Spesen werden abgerechnet, die Einnahmen behält jedes Theater jeweils für sich.

Die Politiker reden über ein gemeinsames Europa, wir leben es mit dieser Theaterfreundschaft und -kooperation“, sagt der Generalmusikdirektor, der begeistert ist, mit welchem Enthusiasmus die Passauer Produktionen bei den tschechischen Nachbarn aufgenommen wurden. „Die Zauberflöte“ kam so gut an, dass man nach der ersten Vorstellung vom kleinen Haus (300 Zuschauer) in das große Theater (600 Zuschauer) umzog.

Das Budweiser Theater verfügt über eine Kompagnie von rund 20 Tänzern und Eleven aus Prag. Seit zwei Jahren ist Attila Egerhazy („Er ist ein Vulkan“, sagt Coleman) Ballettdirektor und pflegt einen gemischten Tanzstil von klassisch bis modern. Die Tänzer haben alle eine klassische Ballettausbildung.

Die Produktionskosten für den „Nussknacker“ werden bei rund 20 000 Euro gesehen, Ralf Schützenberger beantragt über die Regierung von Niederbayern Fördergelder aus dem europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Interreg IV). Zudem wird auch der Gastspiel- und Dirigentenaustausch fortgesetzt. Coleman dirigierte Anfang Februar die Ballett-Premiere „Ein Sommernachtstraum“ in Budweis, am 10. Mai gastiert dort das Landestheater mit der Oper „Adriana Lecouvreur“.

Im Gegenzug kommt der tschechische Kooperationspartner am 17. April nach Passau - mit einem musikalischen Glanzlicht: Das Südböhmische Theater Budweis gastiert mit Mozarts „Don Giovanni“ in Originalsprache. Eine weitere schöne Frucht dieser Theaterehe: Sopranistin Frédérique Friess, die in Budweis in „Otello“ begeisterte, wurde jetzt angefragt, ob sie in dieser Rolle das Südböhmische Theater Budweis beim Prager Opernfestival mit den tschechischen Kollegen präsentieren kann. Das hat das Passauer Theater gerne ermöglicht.

Literatur

Weblinks

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