Lamplbruderschaft
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Die Lamplbruderschaft (eigentlich: Liebfrauen Schiffleut und Salzfertiger-Bruderschaft) ist die älteste noch bestehende deutsche Bürgervereinigung. Sie kann auf eine über 700-jährige Tradition zurückblicken und trifft sich regelmäßig in der Heilig-Geist-Stiftschenke (Heiliggeistgasse 4).
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Geschichte
Die Lamplbruderschaft geht zurück auf die Bruderschaft der Passauer Schiffsleute und Salzfertiger. Als Erinnerung an Magnus Lampl, der am 3. Juli 1604 für diese Bruderschaft einen Jahrtag bei St. Paul stiftete und bei den regelmäßig fälligen Rechnungsvorlegungen stets einen Umtrunk spendierte (aus dem sich das „Fröhliche Mahl“ der Bruderschaft entwickelt hat), entstand später der Name „Lamplbruderschaft“. Die Mitglieder werden demnach „Lamplbrüder“ genannt.
Die Lamplbruderschaft war also ehemals eine Berufsorganisation und hat sich erst ab dem 18. Jahrhundert, spätestens aber seit dem 19. Jahrhundert zu einer Bürgervereinigung gewandelt.
Als Folge der Säkularisation im Jahr 1803 wurde die Bruderschaft ihrer Mittel beraubt und konnte erst 1819 von Schiffsmeister Georg Wenzl (†1849) wieder ins Leben gerufen werden.
Nach der Zwangspause während des Zweiten Weltkriegs wurde sie 1955 von Carl Sittler reaktiviert. Am 22. April 1978 feiert man das 700jährige Bestehen der Bruderschaft.
Lamplbruder wird man im Übrigen nicht durch einen einfachen Mitgliedsantrag, die Mitgliedschaft wird vielmehr denjenigen verliehen, den die Bruderschaft als geeignet erachtet. Insofern kann man die Lamplbrüder durchaus als eine exklusivere Gesellschaft betrachten.
Hauptaufgabe der Bruderschaft ist seit altersher die tatkräftige Unterstützung bedürftiger Personen in Passau, die Pflege der Verbundenheit ihrer Mitglieder sowie das Gedenken an die verstorbenen Mitglieder.
Aktueller Vorsitzender der Lampbruderschaft ist Klaus Burke, sein Stellvertreter ist Fred Fasching.
Fröhliches Mahl
Das sogenannte „Fröhliche Mahl“ der Lamplbruderschaft wird laut Satzung alle sieben Jahre abgehalten. Es ist aus dem historischen Umtrunk hervorgegangen, den Magnus Lampl erstmals spendierte.
Vom Mahl am 12. Februar 1901, das im kleinen königlichen Redoutensaal stattfand, ist bis heute die Speise- und Getränkekarte erhalten. Laut dieser bestand das festliche Menü aus elf Gängen, zu den vier verschiedene Weine und drei Sorten Sekt gereicht wurden. Bis heute wurde das Fröhliche Mahl nicht mehr in solcher Üppigkeit gefeiert.
Bekannte Lamplbrüder
Siehe: Liste bekannter Lamplbrüder
Weiterführende Publikationen
- Gertraud Eichhorn: Die Passauer Bruderschaft Unser Lieben Frauen der Salzfertiger und Schiffleutzech (Lampl-Bruderschaft). Ein Beitrag zu ihrer Geschichtsschreibung und Überlieferung. In: Ostbairische Grenzmarken XXXVII, Passau, 1995 (S. 81 bis S. 102)
Literatur
- Franz Mader: Tausend Passauer. Passau, 1995, ISBN 3-924484-98-8
- Anonymus: Damals: Am 12. Februar 1901 – vor 107 Jahren. In: Passauer Neue Presse vom 12. Februar 2008 (S. 28)

