Konrad Kübler
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Konrad Kübler wurde 1884 in Simbach am Inn geboren. 1911 hatte er sich in Landau an der Isar mit dem Landauer Volksblatt einen beachtlichen Verlag aufgebaut und war einer der wenigen Redakteure, der die Weisungen der NSDAP nicht befolgte.
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NSDAP-Gegner
Nach der Machtergreifung 1933 setzte er sich weiter mit edr NSDAP in seiner Zeitung auseinander. Daraufhin wurde er ins Konzentrationslager Dachau gebracht und nach einiger Zeit auf Bewährung entlassen. In den Kriegsjahren konnte er mit seiner Buchdruckerei und dem dazugehörenden Buch- und Schreibwarengeschäft seinen Lebensunterhalt erwirtschaften.
NS-Ideologie
Laut Anordnung sollten Bruder-Konrad-Bilder auf Soldatensterbebildern nicht zu sehen sein.
Heiligsprechung
Die Heiligsprechung des Klosterbruders Konrad von Parzham sollte 1934 ein Gegenprogramm zur Ideologie des Nationalsozialismus sein. Mit seiner Art zu leben stand Bruder Konrad im klaren Widerspruch zum Zeitgeist.
Zur Heiligsprechungsfeier am 20. Mai 1934 waren trotz aller Schwierigkeiten rund 5000 deutsche Katholiken nach Rom gereist. Altötting feierte die Heiligsprechung von Bruder Konrad mit einem Hochamt in der Basilika St. Anna. Im Spätsommer fand die große bayerische Bruder-Konrad-Feier statt. Zu den von 25. August bis 9. September 1934 andauernden Feierlichkeiten strömten an die 200 000 Pilger nach Altötting.
Kübler und die Sterbebilder
Als Hitlergegner war Kübler nur wenig gefragt, wenn Soldatensterbebilder zu drucken waren. Die Witwe Schaffer war darüber wohl nicht informiert und nahm als gläubiger Mensch gern den Vorschlag an, dass eine Reihe von acht unterschiedlichen Bruder-Konrad-Motiven die Sterbebilder ihres Mannes zieren sollten.
Als Widerständler bekannt, wurde Konrad Kübler 1944, nach dem Attentat auf Hitler, ins Konzentrationslager Flossenbürg eingeliefert, wo er körperlich misshandelt wurde. 1945 bestellte ihn die amerikanische Militärregierung zum 1. Landrat der Nachkriegszeit.
Reliquien
Eleonore Gerhaher schuf ein Ölbild, das den 1930 selig gesprochenen Bruder Konrad Brot austeilend, umringt von vier Landauer Kindern und einer Frau zeigt. Für das signierte und mit 1931 datierte Bruder-Konrad-Bild schuf Rose von Ranson einen prunkvollen Rahmen, bevor es an Stadtpfarrer Johann Baptist Huber übergeben wurde. Heute ziert das Bruder-Konrad-Bild die rechte Seite des Chorbogens von St. Maria.
Das Soldatensterbebild des Josef Schaffer, gedruckt von Konrad Kübler, mit den Bruder-Konrad-Motiven hat heute Seltenheitswert, da sich damals andere Druckereien an die Vorschriften des Regimes hielten.
Literatur
- Inge Seidl: Unerwünscht auf Soldaten-Sterbebildern. In: Passauer Neue Presse vom 28. Oktober 2010 (S. 19)
