Klostergarten (Passau)
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Der Klostergarten ist ein Bauteil der Passauer Neuen Mitte. An der Stelle des früheren Exerzierplatzes soll hier in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadtturm eine großangelegte, aufwendig gestaltete Gartenanlage entstehen. Die Baumaßnahmen wurden im November 2007 fertig gestellt, die Eröffnung soll im Frühjahr 2008 sein.
Der Klostergarten wird vom Passauer Tunnel unterquert.
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Daten & Fakten
- Baubeginn: 26. März 2007
- Bauende: Ende November 2007
- Offizielle Eröffnung: Frühjahr 2008
- Veranschlagte Kosten: 2,6 Millionen Euro
- Bauleitung: Ingenieurbüro Dietl
- Künstlerische Leitung: Architekturbüro Wenzl
Übersicht
Der Klostergarten hat eine Gesamtfläche von 7.670 Quadratmetern. Davon sind 72% begrünt, 8% Wasserfläche und 20 % nicht bepflanzter Bereich. Insgesamt verfügt der Garten über 100 Platanen, zwei verschiedene Wasseranlagen und diverse Spielgeräte (wie beispielsweise Wippen, ein Kaleidoskop oder einen sogenannten „Summstein“).
Die Beleuchtung des Klostergartens erfolgt einerseits über 31 Strahler, die unter den Bäumen für Licht sorgen. Andererseits schafft ein in die Bänke eingearbeitetes System die Beleuchtung der Fußwege durch den Garten: die Lichtquellen hierfür sind in den Sockeln der Bänke versteckt und sorgen so für eine stimmige Beleuchtung.
Mitte März sollen die Baumaßnahmen im Klostergarten abgeschlossen sein. Bis dahin finden noch die letzten Bodenarbeiten statt, danach werden die Grünflächen angesät. Die Blumenbeete sollen künftig dreimal pro Jahr mit Saisonpflanzen erblühen.
Am 25. Februar wurde der letzte der rund 2.000 Pflastersteine – jeder einzelne von ihnen ist um die 70 kg schwer – auf der Cagnes-sur-Mer-Promenade verlegt. Seit Anfang März ist der breite Gehweg damit im Ganzen begehbar.
Wasseranlagen
Die 400.000 Euro teuren Wasseranlagen des Klostergartens bestehen aus zwei Teilen: „Wasser in Bewegung“ (auf dem Platz) und „Wasser in Ruhe“ (am Stadtturm entlang der Cagnes-sur-Mer-Promenade). Beide Brunnenanlagen sind am 14. Dezember 2007 erstmals probeweise in Betrieb genommen worden.
- Wasser in Bewegung: Für die Bewegung sorgen in dem 12x12 Meter breiten Karree 28 auf drei Kreisbahnen zugeordnete Spritzdüsen mit variablen Kugelköpfen. Die Wasserspiele sind, ebenso wie die durch Halogenstrahler hervorgerufenen Lichteffekte, computergesteuert. Bis zu acht Meter hohe Fontänen.
- Wasser in Ruhe: Hier fließt das Wasser in kaum wahrnehmbarer Geschwindigkeit zunächst 37 Meter von der Ausfahrt der Zentralgarage bis zur Fußgängerfurt, unter der es verschwindet. Danach taucht das Wasser im 35 Meter langen zweiten Becken wieder auf und gleitet je nach einem Drittel Beckenlänge zweimal in eine niedrigere Ebene. An der letzten Kante verliert es sich scheinbar im Nichts; es wird unterirdisch zum Ausgangspunkt zurückgepumpt.
Fragen & Antworten
Der Höhenunterschied
Der Klostergarten weist von der Ecke Ringstraße/Kapfingerstraße zum entfernten Eck Augustinergasse einen Höhenunterschied von 4,30 Metern auf. Ein Planieren des Areals kam für die Verantwortlichen aber aus verschiedenen Gründen nicht in Frage bzw. war schlichtweg unmöglich. So verläuft immerhin bereits 15 bis 30 Zentimeter unter dem Boden die Decke des Eisenbahntunnels unter dem früheren Exerzierplatz. Außerdem sollte der Klostergarten behindertengerecht und damit möglichst barrierefrei zugänglich sein – also ohne Treppen und Böschungen rundum, wie es bislang an dieser Stelle (also auf dem früher hier befindlichen Parkplatz) der Fall war.
Das Pflasterareal
Neben der Ringstraße am Nikolakloster wurde eine große Fläche gepflastert. Dieses Steinareal entstand unter anderem nach einem Vorschlag des Landesamts für Denkmalschutz, welches die Freistellung des historischen Bauwerks des Nikolaklosters anregte. Dieser Vorschlag ist nun mit dieser gepflasterten Abstandsläche umgesetzt worden.
Darüber hinaus soll das Pflasterareal im Dezember aber auch als Ausweichquartier für den Wochenmarkt dienen (und zwar in der Zeit, während der der Christkindlmarkt den eigentlichen Platz des Wochenmarkts am Domplatz blockiert). Der Bereich soll aber auch geplanten anderen Veranstaltungen im Klostergarten genügend Platz bieten und Radfahrern das problemlose Befahren des Klostergartens aus und zum Nikolakloster ermöglichen.
Verrostete Einfassungen
Die rostbrauenen („verrostet“ anmutenden) Einfassungen der Hochbeete sind ein modernes gestalterisches Element, wie man es zum Beispiel auch öfters bei der Landesgartenschau findet.
Nutzung durch Skateboarder
Der Klostergarten und vor allem die angrenzende Cagnes-sur-Mer-Promenade dürfen auch von Skateboardern genutzt werden. Dies entschied der Liegenschaftsausschuss des Stadtrats gegen Ende April 2008 mit 9:4 Stimmen. Man widersprach damit der vorgeschlagenen Änderung der Grünanlagen-Satzung, mit der das „dauerhaft lärmende und Passanten gefährdende Skateboard-Fahren“ hätte verboten werden sollen. Immerhin sei der Klostergarten immer als Treffpunkt für alle Passauer propagiert worden. Neben dem Europaplatz ist die Cagnes-sur-Mer-Promenade damit der zweite Platz in der Passauer Innenstadt, der den Skatern zur Verfügung steht.
Galerie
Literatur
- Katharina Ritzer: Der Klostergarten wächst jetzt nach oben. In: Passauer Neue Presse vom 19. September 2007 (S. 25)
- Thomas Seider: Feuerwerk aus Wasser und Licht. In: Passauer Neue Presse vom 15. Dezember 2007 (S. 39)
- Stefan Rammer: Die Idylle am Klostergarten. In: Passauer Neue Presse vom 25. Januar 2008 (S. 27)
- Christian Karl: Warum ist der Klostergarten so schief? In: Passauer Neue Presse vom 30. Januar 2008 (S. 25)
- Christian Karl: Endspurt auf der Klostergarten-Baustelle. In: Passauer Neue Presse vom 27. Februar 2008 (S. 29)
- Thomas Seider: Schönbrunn von Passau. In: Passauer Neue Presse vom 1. März 2008 (S. 43)
- Caroline Wadenka: Skateboarder bekommen zweite Heimat. In: Passauer Neue Presse vom 24. April 2008 (S. 37)
- Christian Karl: Stadtrat schlägt sich vorerst auf die Seite der Skater. In: Passauer Neue Presse vom 24. April 2008 (S. 37)
