Kloster Niedernburg
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Das Kloster Niedernburg ist ein Passauer Kloster. Es wurde um 730 gegründet und war bis 1806 ein Kloster der Benediktinerinnen. Seit 1836 beherbergt es die Englischen Fräulein.
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Architektur
Fresken
Die rund 800 Jahre alten, romanischen Fresken von Niedernburg gehören zu den bedeutendsten im südostbayerischen Raum. Sie stammen aus der Zeit um 1200 und zeigen unter anderem das Gastmahl von Bethlanien und die Geschichte vom reichen Prasser und vom armen Lazarus.
Um die Fresken in der Vorhalle der ehemaligen Marienkirche des Klosters auf Dauer zu sichern, benötigt das Kloster 95.000 Euro. Zu diesem Zweck wurde der „Verein zur Förderung der Niedernburger Fresken“ gegründet, denn schädliche Salze und die hohe Luftfeuchtugkeit zerstören die in Kalk-Secco ausgeführten Malereien. Seit Sommer 2008 laufen deshalb die Renovierungsmaßnahmen, die zum Großteil das Landesamt für Denkmalschutz bezahlt. Doch damit ist es auf Dauer nicht getan, da es sich dabei nur um die Restaurierung des Ist-Zustandes handelt. Um die Fresken auf eine lange Zeit zu schützen, müsste jedoch in Richtung Bräugasse ein zugemauertes Portal geöffnet werden, um einen besseren Luftwechsel zu ermöglichen. Anstelle der Mauer sollte dann eine Plexiglasscheibe angebracht werden, damit die Fresken für alle Passanten jederzeit sichtbar wären.
Geschichte
Das Kloster soll um 730 durch die Agilolfinger (Herzog Odilo oder Tassilo III. von Bayern) gegründet worden sein. Andere urkundliche Aussagen darüber gingen beim Stadtbrand von 1662 und beim Stadtbrand von 1680 verloren. Seine erste urkundliche Erwähnung erfuhr das Kloster Niedernburg im Jahr 888.
Das Kloster Niedernburg erhielt 1010 von Heinrich II. die Reichsunmittelbarkeit verliehen. Der Name „Niedernburg“ (= untere Stadt, in Abgrenzung zum oberen bischöflichen Stadtteil) entsteht. 1045 trat die Ungarnkönigin Gisela in das Kloster ein, in dessen Kirche sie um 1065 nach ihrem Tod beigesetzt wurde. Im Jahr 1161 wurde das Kloster Niedernburg von Kaiser Friedrich I. dem Passauer Fürstbischof Konrad geschenkt, wodurch es die Reichsunmittelbarkeit wieder verlor. Der weite Grundbesitz des Klosters, das Abteiland, bildete dabei den wirtschaftlichen Grundstock für den Hochstift Passau.
Nach den Stadtbränden 1662 und 1680, die auch das Kloster erfassten, wurde es erneut aufgebaut, konnte sich aber von den wirtschaftlichen Verlusten nicht mehr richtig erholen.
Im Zuge der Säkularisierung wurde das Kloster 1806 aufgelöst. In der Klosteranlage wurde 1815 eine Besserungs- und Beschäftigungsanstalt der Polizei, 1822 eine Irrenanstalt und 1826 ein Taubstummenheim untergebracht.
1836 ist das Jahr des Neubeginns für das Kloster. Bischof Karl Joseph von Riccabona holte die Englischen Fräulein in die Gebäude, die hier das Gisela-Gymnasium Passau, die Gisela-Realschule Passau und ein Schülerinnenheim einrichteten, die bis heute existieren.
Ab 1937 erfolgt der Abbau der klösterlichen Lehrkräfte, um es ab 1945 als Krankenhaus und Lazarett zu betreiben. Am 04.12. 1945 nehmen die "Englischen Fräulein" den Schulbetrieb wieder auf. 1948 wird die Mittelschule für Mädchen eröffnet und ab 1950 wird zur Deckung des steigenden Platzbedarfs erweitert und modernisiert. Im Jahr 1963 bekommen die "Englischen Fräulein" das Erbbaurecht verliehen. Erst 1966 erfolgt die Namensgebung nach der dort begrabenen Ungarnkönigin Gisela in Gisela-Gymnasium und Gisela-Realschule. 1995 wurde das Kloster an die Diözese Passau als Schulträger übergeben.
Niedernburg hört 2013 als Kloster auf
Eine 175 Jahre lange Tradition geht zu Ende, wenn die 15 verbliebenen Schwestern der Congregatio Jesu, das Kloster Niedernburg 2013 verlassen. Das Problem liegt darin begründet, dass zu wenig junge Frauen Ordensschwestern werden und die 15 Schwestern, die zwischen 65 und 85 Jahre alt sind, aufgrund ihres Alters das Kloster in Niedernburg nicht mehr betreuen können. Die Schwestern werden aber weiterhin in Passau leben können. Unterrichten können sie die circa 1070 an der dort angesiefelten Mädchen-Realschule und dem Mädchen-Gymnasiumnicht mehr. Die Frauen betreuen aber immer noch die Pforte und kochen zweimal täglich für die Armenspeisung, die Schülerinnen und machen die Gartenabeit. Zudem betreuen sie auch das Grab der seligen Gisela, der ersten Königin von Ungarn, und die Klosterkirche. Offiziell ist die Stadt noch nicht von den Schließungsplänen unterrichter worden, und entsprechende Gespräche werden eingeleitet.
Oberin des Klosters
Oberin des Klosters Niedernburg ist seit 2006 Sr. Sidonia Eberl CJ. Ihre Vorgängerin ist Sr. Virginie Lentner CJ.
- siehe Hauptartikel: Oberin von Niedernburg
Kirchen
- Heiligkreuz-Kirche (Klosterkirche)
- St.-Marien-Kirche (seit 1662 Ruine)
Literatur
- Elke Zanner: Rettung für die Niedernburger Fresken. In: Passauer Neue Presse vom 9. Dezember 2008 (S. 26)
- Gerd Brunner: Gläserne Halle für die Niedernburger Fresken. In: Passauer Neue Presse vom 17. Februar 2010 (S. 26)
- Theresia Wildfeuer: Brücke zwischen Bayern und Osteuropa. In: Passauer Neue Presse vom 8. Mai 2010 (S. 34)
- Franz Danninger: Niedernburg hört 2013 als Kloster auf. In: Passauer Neue Presse vom 24. März 2012 (S. 21)
- PNP: Das ist die Geschichte von Niedernburg.In: Passauer Neue Presse vom 24. März 2012 (S. 21)
