Vereinstreffen des RegioWiki Bayern e.V.
Am 17. April findet die Mitgliederversammlung des RegioWiki Bayern e.V. statt, zu der alle Benutzer des RegioWikis sehr herzlich eingeladen sind.
Eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht erforderlich. Im Mittelpunkt steht der lockere Austausch über das RegioWiki.
Mehr Informationen!


Kloster Niedernburg

Aus RegioWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Heiligkreuz-Kirche des Klosters.
Die Niedernburger Fresken aus dem Jahr 1200. (Foto: Jäger)

Das Kloster Niedernburg ist ein Passauer Kloster. Es wurde um 730 gegründet und war bis 1806 ein Kloster der Benediktinerinnen. Von 1836 bis 2013 beherbergte es die Englischen Fräulein.

Inhaltsverzeichnis

Architektur

Fresken

Die rund 800 Jahre alten, romanischen Fresken von Niedernburg gehören zu den bedeutendsten im südostbayerischen Raum. Sie stammen aus der Zeit um 1200 und zeigen unter anderem das Gastmahl von Bethlanien und die Geschichte vom reichen Prasser und vom armen Lazarus.

Um die Fresken in der Vorhalle der ehemaligen Marienkirche des Klosters auf Dauer zu sichern, benötigt das Kloster 95.000 Euro. Zu diesem Zweck wurde der „Verein zur Förderung der Niedernburger Fresken“ gegründet, denn schädliche Salze und die hohe Luftfeuchtugkeit zerstören die in Kalk-Secco ausgeführten Malereien. Seit Sommer 2008 laufen deshalb die Renovierungsmaßnahmen, die zum Großteil das Landesamt für Denkmalschutz bezahlt. Doch damit ist es auf Dauer nicht getan, da es sich dabei nur um die Restaurierung des Ist-Zustandes handelt. Um die Fresken auf eine lange Zeit zu schützen, müsste jedoch in Richtung Bräugasse ein zugemauertes Portal geöffnet werden, um einen besseren Luftwechsel zu ermöglichen. Anstelle der Mauer sollte dann eine Plexiglasscheibe angebracht werden, damit die Fresken für alle Passanten jederzeit sichtbar wären.

Geschichte

Anfänge und Niedergang

Das Kloster soll um 730 durch die Agilolfinger (Herzog Odilo oder Tassilo III. von Bayern) gegründet worden sein. Andere urkundliche Aussagen darüber gingen beim Stadtbrand von 1662 und beim Stadtbrand von 1680 verloren. Seine erste urkundliche Erwähnung erfuhr das Kloster Niedernburg im Jahr 888.

Das Kloster Niedernburg erhielt 1010 von Heinrich II. die Reichsunmittelbarkeit verliehen. Der Name „Niedernburg“ (= untere Stadt, in Abgrenzung zum oberen bischöflichen Stadtteil) entsteht. 1045 trat die Ungarnkönigin Gisela in das Kloster ein, in dessen Kirche sie um 1065 nach ihrem Tod beigesetzt wurde. Im Jahr 1161 wurde das Kloster Niedernburg von Kaiser Friedrich I. dem Passauer Fürstbischof Konrad geschenkt, wodurch es die Reichsunmittelbarkeit wieder verlor. Der weite Grundbesitz des Klosters, das Abteiland, bildete dabei den wirtschaftlichen Grundstock für den Hochstift Passau.

Nach den Stadtbränden von 1662 und 1680, die auch das Kloster erfassten, wurde es erneut aufgebaut, konnte sich aber von den wirtschaftlichen Verlusten nicht mehr richtig erholen.Im Zuge der Säkularisierung wurde das Kloster 1806 schließlich aufgelöst. In der Klosteranlage wurde 1815 eine Besserungs- und Beschäftigungsanstalt der Polizei, 1822 eine Irrenanstalt und 1826 ein Taubstummenheim untergebracht.

Neubeginn

1836 ist das Jahr des Neubeginns für das Kloster. Bischof Karl Joseph von Riccabona holte die Englischen Fräulein in die Gebäude, die hier das Gisela-Gymnasium Passau, die Gisela-Realschule Passau und ein Schülerinnenheim einrichteten.

Ab 1937 erfolgt der Abbau der klösterlichen Lehrkräfte, um es ab 1945 als Krankenhaus und Lazarett zu betreiben. Aber bereits am 4. Dezember 1945 nehmen die Englischen Fräulein den Schulbetrieb wieder auf.

1948 wird die Mittelschule für Mädchen eröffnet und ab 1950 wird zur Deckung des steigenden Platzbedarfs erweitert und modernisiert. Im Jahr 1963 bekommen die Englischen Fräulein das Erbbaurecht verliehen. Erst 1966 erfolgt die Namensgebung nach der dort begrabenen Ungarnkönigin Gisela in Gisela-Gymnasium und Gisela-Realschule. 1995 wurde das Kloster an die Diözese Passau als Schulträger übergeben.

Auflösung

Weil zu wenig junge Frauen Ordensschwestern werden und die 15 verbliebenen Englischen Fräulein aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters das Kloster nicht mehr betreuen können, wird das Kloster 2013 aufgelöst. Die Schwestern werden aber weiterhin in Passau leben; sie werden sich auch in der kommenden Zeit um die Armenspeisung kümmern. Aber viele andere frühere Aufgabenbereiche der Klosterschwestern müssen nun von anderen übernommen werden, was noch Anfangsschwierigkeiten bereitet. Die Niedernburger Kirche gehört dem Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt. Dort arbeitet man derzeit an einem Nutzungsvertrag mit der Diözese. Einen solchen gab es bislang auch mit der Congregatio Jesu. Um das Niedernburger-Kripperl, für das bislang ebenfalls die Ordensschwestern zuständig waren, kümmert sich in Zukunft eine ehemalige Niedernburg-Lehrerin. Alle anderen Fragen und Aufgaben sind bislang noch nicht geklärt.

Oberin von Niedernburg

Oberin des Klosters Niedernburg ist seit 2006 Sr. Sidonia Eberl CJ. Ihre Vorgängerin ist Sr. Virginie Lentner CJ.

Siehe Hauptartikel: Oberin von Niedernburg

Kirchen

Weitere Bilder

Literatur

Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Wörterbuch
Regionalportale
Werkzeuge