Kirche St. Nikola (Passau)
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Die Kirche St. Nikola ist eine katholische Kirche in Passau. Die ehemalige Stiftskirche des gleichnamigen Klosters dient heute als Pfarr- und Universitätskirche. Ihre Einrichtung ist neben den gotische Gemälden und barocken Figuren größtenteils modern. Die romanische Krypta aus der Gründungszeit des Klosters im 11. Jahrhundert ist eine der ältesten erhaltenen Bauten in Passau überhaupt.
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Geschichte
Sankt Nikola wurde 1070 als Stift der Augustinerchorherren vom Passauer Bischof Altmann gegründet, um den stark verweltlichten Klerus zu reformieren. Die dortigen Reformen, zunächst bestimmt für den Orden und die katholische Kirche, gingen letztendlich weit über das Bistum Passau hinaus. Anfang 1078 wurden die Kanoniker jedoch aufgrund der Auseinandersetzung zwischen König Heinrich IV. und Papst Gregor VII. aus dem Kloster vertrieben. Altmann selbst betrat Passau danach nie wieder. Erst der Regierungsantritt von Heinrich V. sicherte dem Kloster 1111 wieder eine materielle Existenzgrundlage.
1248 fiel das Kloster St. Nikola unter bayerische Herrschaft. Im Jahre 1348 wurden Kirche und Kloster durch ein schweres Erdbeben stark beschädigt. Durch die Reformation Martin Luthers (1483–1546) wurde das dortige religiöse Leben schwer in Mitleidenschaft gezogen: Der am Stift wirkende bedeutende Komponist Leonhard Paminger, ein Freund Luthers, trat zusammen mit dem Probst und einigen Chorherrn zum neuen Glauben über; auch die Zahl der Mönche verringerte sich stark.
Die Säkularisation machte sich auch in Passau bemerkbar: Im Jahr 1803 wurde die Ordensgemeinschaft nach über 700 Jahren vertrieben. Die Kirche wurde 1804 profaniert, 1810 wurde die Einrichtung mit den Altären von Joseph Matthias Götz an die Pfarrkirche von Vilshofen verkauft. Das Kloster ging in Staatsbesitz über und wurde ab 1806 als Militärspital für napoleonische und bayerische Soldaten umfunktioniert. Im Anschluss wurde es von 1809 bis 1945 als Kaserne genutzt. So wurde der klösterliche Geist durch militärischen Drill ersetzt. Aus dieser Zeit stammt auch der Name des angrenzenden Platzes: „Exerzierplatz“.
Mit Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Sankt Nikola für viele Kriegsflüchtlinge eine erste Anlaufstation. Rund 4.000 Flüchtlinge und Heimatvertriebene fanden dort Aufnahme und Unterkunft. Die ersten 15 Deutschordensschwestern kamen im August 1945 aus aufgelösten Militärlazaretten im Osten in das Flüchtlingslager. Sie kümmerten sich vorrangig um die Lagerküche und die Betreuung und Pflege kranker Flüchtlinge. Im Oktober folgten Schwestern aus der Tschechoslowakei, die von dort nach Passau ausgesiedelt wurden.
Im August 1946 traten die ersten Frauen in das Noviziat, die Vorbereitungszeit auf den endgültigen Ordenseintritt, ein. Ein Jahr später feierten 14 Novizinnen die erste Profess. Damit hatte Sankt Nikola wieder zu den eigenen Wurzeln zurückgefunden. Von Passau aus gründeten die Schwestern weitere Niederlassungen, vor allem im süddeutschen Raum, aber auch beispielsweise in Köln. Sankt Nikola ist seither das Zentrum und Mutterhaus der Deutschordensschwestern.
Im Jahr 1990 begann der Wiederaufbau des Turmes, der 1815 wegen festgestellter Baufälligkeit abgerissen worden war. 1993 wurde er fertiggestellt.
Sanierung
Tiefe Risse erstrecken sich über die Wände im Altarraum und auch sonst benötigen einige Dinge eine Sanierung. „Das ist uns bekannt, wir haben eine Innenraum-Renovierung auch schon ins Auge gefasst“, sagt Norbert Sterl, der Chef des Passauer Hochbauamtes. Gut 50 Jahre ist es her, dass die Klosterkirche zuletzt erneuert wurde.
Die bedrohlich wirkenden Risse an der Seitenwand des Altarraums über dem Abgang zur Krypta sind nach Sterls Worten baufachlich weniger bedenklich. „Wir beobachten die Risse seit 2006 im Rahmen eines Monitorings - seitdem haben sie sich nicht weiter geöffnet.“ So bedrohlich die meterlangen Risse auch aussehen mögen - „es besteht keine akute Gefahr“. Mehr Sorgen bereite ihm da schon die Chor-Empore, da sich die Vorschriften über die Höhe von Absturzsicherungen geändert hätten. „Die Brüstung ist jetzt zu niedrig“, berichtet Norbert Sterl.
Nachdem Anfang der 90-er Jahre der Turm rekonstruiert und 2002 das Dach saniert wurde, stehe nun eine Innenrenovierung an. Es gebe bereits erste Planungen. Die Schätzkosten betragen zwischen drei und vier Millionen Euro. Doch, so Norbert Sterl weiter, zuvor seien noch einige grundlegende Fragen zu erörtern. „Etwa die, welche Heizung verwendet werden soll.“ Auch müsse die Maßnahme mit der Diözese abgesprochen werden, da zwar die Hauptlast der Freistaat trage, doch die katholische Kirche für ihre liturgische Nutzung an der Finanzierung beteiligt werde.
Pfarrer
- Studentenpfarrer Werner Kuchar
Gottesdienste
- Sonntags, 19.00 Uhr: Studentengottesdienst der Katholischen Studentengemeinde
- Mittwochs, 07:00 Uhr: MorgenMesse in der Krypta
Siehe auch
Literatur
- Jörg Klotzek: Tiefe Risse in der Nikolakirche In: Passauer Neue Presse vom 16. Oktober 2010 (S. 29)
